top of page

DMG Mori Customer Stories: Wie Industriekunden Fertigung neu denken

  • Autorenbild: Sascha Surbanoski
    Sascha Surbanoski
  • vor 3 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

DMG Mori hat auf seiner Website eine umfangreiche Sammlung von Kundenerfahrungsberichten veröffentlicht, die zeigen, wie Unternehmen aus aller Welt die Maschinen und Technologien des japanisch-deutschen Herstellers einsetzen. Die sogenannten Customer Stories richten sich an Entscheider im Mittelstand und in der Großindustrie, die konkrete Anwendungsbeispiele suchen, bevor sie in neue Fertigungstechnologien investieren. Dabei geht es nicht nur um klassische Zerspanung, sondern zunehmend auch um hybride und additive Verfahren, die in modernen Produktionsumgebungen an Bedeutung gewinnen.




Inhaltsverzeichnis




Was sind die DMG Mori Customer Stories?

Die Customer Stories sind eine kuratierte Sammlung von Erfolgsberichten, in denen Kunden aus verschiedenen Industrien beschreiben, wie sie mit DMG Mori-Maschinen konkrete Fertigungsherausforderungen gelöst haben. Das Format ist bewusst praxisnah gehalten: Statt technischer Datenblätter stehen reale Produktionssituationen, Problemstellungen und die erzielten Ergebnisse im Vordergrund. Damit unterscheidet sich das Angebot von klassischen Produktkatalogen und spricht gezielt Ingenieure und Produktionsleiter an, die Entscheidungen auf Basis belegbarer Erfahrungen treffen wollen. Laut der Hersteller-Meldung kommen die Berichte aus Unternehmen weltweit und decken ein breites Spektrum an Branchen ab.




Branchen und Anwendungsfelder

Die vorgestellten Anwendungsfälle reichen von der Luft- und Raumfahrt über den Automobilbau bis hin zu Medizintechnik und Energietechnik. Jede Branche stellt eigene Anforderungen an Präzision, Materialien und Durchlaufzeiten, was die Vielfalt der gezeigten Lösungen erklärt. Besonders interessant ist, dass DMG Mori dabei nicht nur Hochleistungszerspanung zeigt, sondern auch Anwendungen, bei denen additive und subtraktive Verfahren kombiniert werden. In der Praxis bedeutet das: Ein Bauteil wird zunächst durch Metallpulver-Auftragsschweißen (Laser Metal Deposition, kurz LMD) aufgebaut und anschließend auf derselben Maschine spanend nachbearbeitet, was Rüstzeiten und Transportwege deutlich reduziert.




Additive Fertigung im Fokus

DMG Mori positioniert sich seit Jahren als Anbieter, der additive Fertigung nicht isoliert, sondern als Teil einer integrierten Prozesskette versteht. Die Customer Stories spiegeln das wider: Mehrere Berichte zeigen, wie Unternehmen mit Maschinen wie der LASERTEC-Serie (Laser-basierte Hybridmaschinen, die Aufbau und Bearbeitung kombinieren) komplexe Geometrien realisieren, die mit rein subtraktiven Verfahren nicht oder nur unwirtschaftlich herstellbar wären. Das ist besonders relevant für Branchen wie die Turbinenfertigung oder den Formenbau, wo Gewichtsreduktion und Funktionsintegration entscheidende Wettbewerbsvorteile darstellen. Die Berichte liefern damit auch Argumente für interne Investitionsentscheidungen, weil sie ROI-relevante Kennzahlen wie Zykluszeit-Reduktion oder Materialersparnis nennen.




Mehrwert für den Mittelstand

Gerade für mittelständische Fertigungsunternehmen, die den Einstieg in hybride oder additive Verfahren prüfen, sind solche Praxisberichte ein wichtiges Entscheidungsinstrument. Sie zeigen, dass der Technologieeinsatz nicht nur für Konzerne mit eigenen F&E-Abteilungen sinnvoll ist, sondern auch für Lohnfertiger und Zulieferer mit überschaubaren Stückzahlen. In der Praxis bei Kunden aus dem Maschinenbau zeigt sich immer wieder, dass die Hemmschwelle gegenüber additiver Fertigung sinkt, sobald konkrete Vergleichszahlen aus ähnlichen Betrieben vorliegen. DMG Mori nutzt das Format der Customer Stories also auch als Vertriebsinstrument, das auf Augenhöhe mit dem Kunden kommuniziert, ohne rein werblich zu wirken.




Preis und Verfügbarkeit

Die Customer Stories selbst sind kostenlos und ohne Registrierung auf der DMG Mori-Website abrufbar. Ein offizieller Listenpreis für die vorgestellten Maschinen wird in den Berichten nicht genannt, was bei Industriemaschinen dieser Klasse üblich ist: Preise werden individuell nach Konfiguration, Ausstattung und Servicevereinbarung verhandelt. Interessenten, die konkrete Angebote suchen, werden über die Hersteller-Website an regionale Vertriebspartner weitergeleitet. Für Maschinen der LASERTEC-Serie oder der NTX-Hybridreihe sind Einstiegspreise im sechsstelligen Euro-Bereich realistisch, genaue Zahlen hängen jedoch stark von der jeweiligen Konfiguration ab.




Alternativen und vergleichbare Produkte

Wer die Lösungen von DMG Mori mit anderen Anbietern im Bereich Metallbearbeitung und additive Fertigung vergleichen möchte, findet in folgenden Herstellern relevante Alternativen:


  • Nikon SLM Solutions: Spezialist für selektives Laserschmelzen (SLM) von Metallpulver. Die Maschinen sind auf rein additive Metallverfahren fokussiert und eignen sich besonders für Luft- und Raumfahrt sowie Medizintechnik. Kein Hybrid-Ansatz, dafür hohe Reife im SLM-Prozess und ein breites Materialportfolio.

  • Trumpf: Deutscher Lasertechnik-Konzern mit eigener Linie an Metall-3D-Druckern (TruPrint-Serie, ebenfalls SLM/DMLS). Trumpf kombiniert Lasertechnologie-Kompetenz mit Blechbearbeitung und ist im deutschsprachigen Mittelstand stark verankert. Die TruPrint-Maschinen sind als eigenständige additive Systeme konzipiert, nicht als Hybridmaschinen.

  • GE Additive / Colibrium Additive: Die Additive-Sparte von GE (jetzt unter dem Namen Colibrium Additive geführt) bietet großformatige Metall-3D-Drucker für industrielle Anwendungen, insbesondere in der Energietechnik und Luftfahrt. Stärke: Skalierbarkeit und Erfahrung aus dem eigenen Konzernumfeld. Schwäche: weniger Präsenz im europäischen Mittelstand.




Aktueller Status und Markterwartung

Der Markt für hybride Fertigungsmaschinen, die additive und subtraktive Verfahren vereinen, wächst kontinuierlich. Analysten erwarten, dass insbesondere die Kombination aus Laser-Auftragsschweißen und CNC-Bearbeitung in den nächsten Jahren stärker in die Serienproduktion einzieht, nachdem sie bislang vor allem in der Prototypenfertigung und bei Reparaturanwendungen genutzt wurde. DMG Mori ist mit seiner LASERTEC-Linie einer der wenigen Anbieter, die diesen Ansatz bereits in einem breiten Maschinenportfolio umgesetzt haben. Die Customer Stories dienen dabei auch als Marktbeobachtungsinstrument: Welche Branchen investieren, welche Prozesse werden zuerst hybridisiert, und wo liegen die wirtschaftlichen Schwellen? Diese Fragen lassen sich aus der Gesamtheit der veröffentlichten Berichte zumindest teilweise ablesen.




Persönliches Fazit

Aus meiner Sicht sind Formate wie die DMG Mori Customer Stories für die Branche wertvoller als viele Produktbroschüren, weil sie den Blick auf reale Produktionsbedingungen lenken. In der Praxis erlebe ich immer wieder, dass Investitionsentscheidungen für hybride oder additive Verfahren ins Stocken geraten, weil belastbare Vergleichszahlen fehlen. Genau diese Lücke füllen gut gemachte Praxisberichte. Was mich bei DMG Mori positiv überrascht, ist der Ansatz, additive Fertigung nicht als Insellösung zu verkaufen, sondern als Teil einer durchgängigen Prozesskette. Das entspricht dem, was ich in der Beratung von Mittelstandskunden als entscheidend erlebe: Nicht die Maschine allein, sondern der gesamte Workflow bestimmt den Nutzen. Kritisch anzumerken bleibt, dass die Customer Stories naturgemäß Erfolgsgeschichten sind und Fehlschläge oder Anlaufschwierigkeiten ausblenden. Wer sich ein vollständiges Bild machen will, sollte diese Berichte als Ausgangspunkt nutzen, nicht als abschließende Bewertung.

bottom of page