Amaero: Nasdaq Börsengang bringt 15,7 Millionen Dollar

Amaero hat den Börsengang an der Nasdaq Capital Market abgeschlossen. Der Hersteller von Titan und Refraktärmetallpulvern für die additive Fertigung verkauft 4.705.883 Aktien zu je 4,25 Dollar und nimmt nach Abzug von Gebühren und Kosten rund 15,7 Millionen Dollar ein. Das geht aus einem Bericht von 3D Printing Industry hervor. Auffällig ist der Zusatz im Prospekt: Das Geld reicht nur bis ins zweite Quartal 2027.
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Der Börsengang in Zahlen
Das Emissionsvolumen liegt bei 20 Millionen Dollar. Eine Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) über 705.882 weitere Aktien könnte den Nettoerlös auf etwa 18,5 Millionen Dollar heben. Baird führt das Angebot als Bookrunner an. Lake Street ist als weiterer Bookrunner beteiligt.
Nach dem Börsengang ergibt sich laut dem Bericht ein Eigenkapitalwert von rund 121,3 Millionen Dollar bei 28.539.063 ausstehenden Aktien. Amaero hat seinen Sitz von Australien in die USA verlegt. An der australischen Börse ASX laufen die Anteile als CDIs (CHESS Depositary Interests) unter dem Kürzel 3DA. In den USA heißt das Kürzel AMRO. Das Management hielt vor dem Deal etwa 35,5 Prozent der Aktien.
Produktion und Kapazität
Amaero stellt sphärische Pulver aus Titan sowie aus Niob, Wolfram, Tantal und Molybdän her. Sie dienen als Rohstoff für den Metall 3D Druck, etwa beim Metalldruckverfahren im Pulverbett. Dazu kommen endkonturnahe Großbauteile aus dem Pulvermetallurgie Verfahren PM-HIP (heißisostatisches Pressen von Pulver).
Drei Gaszerstäuber (Atomizer) laufen an einem Standort in McDonald, Tennessee. Ein vierter ist bestellt und soll im Juni 2027 in Betrieb gehen. Die aktuelle Jahreskapazität beträgt 680 Tonnen und maximal 720 Tonnen je nach Produktmix. Mit der vierten Anlage wären es etwa 920 bis 960 Tonnen. Die eigene Anlagenkonfiguration EIGA Premium sei laut Unternehmen die einzige ihrer Art, die derzeit in den USA läuft.
Umsatz, Verluste und Kapitalbedarf
Der Umsatz stieg von 1,3 Millionen Dollar im Geschäftsjahr 2024 auf 6,3 Millionen Dollar in 2025. Allein im ersten Halbjahr 2026 waren es 7,4 Millionen Dollar. Für das dritte Quartal 2026 nennt das Unternehmen vorläufige Werte zwischen 3,96 und 4,12 Millionen Dollar.
Die Verluste wachsen mit. Im ersten Halbjahr 2026 lag der Nettoverlust bei 13,4 Millionen Dollar nach 18,4 Millionen Dollar im gesamten Jahr 2025. Der aufgelaufene Fehlbetrag betrug zum 30. Juni 2026 rund 75,5 Millionen Dollar. Im Mai 2026 legte ein Feuer in der Anlage die Titanproduktion für sechs Wochen still. Die Folgekosten liegen bei etwa 0,8 Millionen Dollar und sind nur teilweise versichert.
Die Liquidität schrumpfte von 31,9 Millionen Dollar Ende 2025 auf 13,6 Millionen Dollar Ende Juni und auf etwa 4,95 Millionen Dollar Ende September. Die Gesamtschulden liegen bei 19,6 Millionen Dollar. Der Prospekt führt außerdem erhebliche Zweifel an der Fortführung des Unternehmens (Going Concern) auf. Diese bleiben auch nach dem Börsengang bestehen. Der Erlös soll mit vorhandenen Mitteln bis ins zweite Quartal 2027 reichen. Bis zu 10 Millionen Dollar sind für Anlagen vorgesehen. Der Rest geht in Betriebskosten und Entwicklung.
Kunden und Auftragsbestand
Der Auftragsbestand wuchs von 0,4 Millionen Dollar Ende 2024 auf 13,4 Millionen Dollar zum 30. September 2026. Er verteilt sich auf 18 Kunden. Die zwei größten stellten laut 3D Printing Industry zur Jahresmitte rund 75 Prozent davon. Diese Konzentration ist ein Risiko.
Mehrjährige Lieferverträge bestehen mit Velo3D, ADDMAN Group, Titomic, Knust Godwin und United Performance Metals. Im Verteidigungsbereich hat Amaero einen Vertrag für die Anfangsserie (Low Rate Initial Production) von PM-HIP Bauteilen für die US U Boot Industrie über den Hauptauftragnehmer Bechtel Plant Machinery.
Persönliches Fazit
Aus meiner Sicht ist die Nachricht zweigeteilt. Heimische Kapazität bei Titan und Refraktärmetallen ist für Kunden in Luftfahrt und Verteidigung ein echtes Argument. Dem steht ein Kassenbestand von knapp 5 Millionen Dollar Ende September gegenüber. Für Unternehmen, die Pulver in Serie beziehen wollen, zählt am Ende die Lieferfähigkeit über Jahre. Ich würde deshalb bei Verträgen mit einem einzelnen Pulverlieferanten auf eine zweite Bezugsquelle achten. Ob die vierte Anlage im Juni 2027 rechtzeitig kommt und die nächste Finanzierung gelingt, bleibt für mich offen.




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