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Anycubic Kobra S1 Combo gewinnt Red Dot Award 2025 und startet "Fix My Print"-Challenge

  • Autorenbild: Sascha Surbanoski
    Sascha Surbanoski
  • vor 6 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit
Anycubic Kobra S1 Combo FDM-Drucker, Pressebild Red Dot Award 2025
Quelle: Anycubic


Anycubic hat in den vergangenen Wochen gleich zwei Meldungen rund um den Kobra S1 Combo (kurz: S1C) veröffentlicht. Zum einen wurde der Desktop-FDM-Drucker mit dem Red Dot Award 2025 für Produktdesign ausgezeichnet, einer der bekanntesten Designpreise weltweit. Zum anderen läuft seit August 2025 eine Community-Challenge, bei der vier Exemplare des Kobra S1C verlost werden. Beide Ereignisse zusammen zeigen, wie Anycubic den S1C gezielt als Flaggschiff-Modell im Consumer-Segment positioniert.




Red Dot Award 2025 für den Kobra S1C

Der Red Dot Award gilt in der Design- und Fertigungsbranche als eine der bedeutendsten Auszeichnungen überhaupt. Die Jury bewertet Produkte nach strengen Kriterien, darunter Innovationsgrad, Funktionalität, Ergonomie und Qualität der Verarbeitung. Dass ein Consumer-3D-Drucker in diesem Wettbewerb reüssiert, ist keine Selbstverständlichkeit, denn das Feld der Einreicher umfasst Produkte aus nahezu allen Industrien.

Der Kobra S1C wurde in den Metakategorien "Sustainable Design" (nachhaltiges Design) und "Innovative Design" ausgezeichnet. Das bedeutet, die Jury hat nicht nur das äußere Erscheinungsbild bewertet, sondern auch, wie das Gerät konzipiert ist, um Ressourcen zu schonen und technische Neuerungen sinnvoll zu integrieren. Laut Anycubic-Pressemeldung ist dies ein Beleg dafür, dass 3D-Drucktechnologie zunehmend mit den Kernwerten etablierter Designpreise in Einklang steht.




Nachhaltiges und innovatives Design als Bewertungskriterien

Die Metakategorie "Sustainable Design" beim Red Dot Award bewertet, ob ein Produkt so gestaltet ist, dass es Materialverschwendung minimiert, langlebig ist und reparierbar bleibt. Für einen FDM-Drucker (Fused Deposition Modeling, ein Schmelzschichtverfahren) sind das relevante Aspekte: Modularität, Verfügbarkeit von Ersatzteilen und ein Gehäusekonzept, das Wartung nicht unnötig erschwert. Anycubic betont, dass der S1C genau hier punktet.

Unter "Innovative Design" fällt die technische Konzeption des Druckers, etwa das Combo-Konzept, das Multi-Material-Druck ermöglicht. Solche Systeme erlauben es, verschiedene Filamente in einem Druckjob zu kombinieren, was für funktionale Prototypen und farbige Modelle gleichermaßen interessant ist. Die Auszeichnung unterstreicht, dass die Jury diese Kombination aus Formgebung und technischer Funktion als kohärent und durchdacht bewertet hat.




Die "Fix My Print"-Challenge: Vier Drucker zu gewinnen

Parallel zur Award-Meldung hat Anycubic im August 2025 die "Fix My Print"-Challenge gestartet. Das Konzept ist einfach: Teilnehmer sollen ein konkretes 3D-Druckproblem beschreiben und zeigen, wie sie es gelöst haben. Wer die überzeugendste Lösung einreicht, gewinnt einen Kobra S1C. Insgesamt werden vier Geräte vergeben.

Solche Community-Challenges haben in der 3D-Druck-Szene eine gewisse Tradition. Sie dienen einerseits der Markenbindung, liefern andererseits aber auch echten Mehrwert: Gesammelte Problemlösungen können als Wissensbasis für andere Nutzer dienen. Anycubic verweist auf die vollständigen Teilnahmebedingungen auf der eigenen Webseite. Laut Hersteller-Ankündigung läuft die Challenge aktiv und ist für alle offen.




Preis und Verfügbarkeit

Der Anycubic Kobra S1 Combo ist über den offiziellen Anycubic-Shop sowie ausgewählte Händler erhältlich. Der Listenpreis liegt je nach Region und Aktionszeitraum im Bereich von rund 500 bis 600 Euro, wobei Anycubic regelmäßig Rabattaktionen durchführt, etwa im Rahmen des laufenden Anniversary Sale. Ein offizieller Festpreis für den europäischen Markt sollte direkt auf der Hersteller-Seite geprüft werden, da sich die Preise durch laufende Promotions ändern können.




Alternativen und vergleichbare Produkte

Wer den Kobra S1 Combo mit anderen Desktop-FDM-Druckern in ähnlicher Preisklasse vergleichen möchte, findet aktuell drei relevante Alternativen:


  • Centauri Carbon von Elegoo: Elegoo hat sich mit dem Centauri Carbon im FDM-Segment etabliert. Der Drucker bietet ein geschlossenes Gehäuse und ist auf technische Materialien ausgelegt. Stärke: gute Materialkompatibilität. Schwäche: weniger ausgereiftes Multi-Material-System als der S1C. Preisrahmen ähnlich.

  • Adventurer 5M Pro von FlashForge: Der Adventurer 5M Pro ist ein vollständig geschlossener CoreXY-Drucker mit HEPA-Filter, der besonders für Büroumgebungen geeignet ist. Stärke: leise, saubere Emissionen. Schwäche: eingeschränkteres Ökosystem für Drittanbieter-Filamente. Preislich im vergleichbaren Segment.

  • Q1 Pro von Qidi Tech: Der Qidi Q1 Pro ist ein CoreXY-Drucker mit Hochtemperatur-Kammer, der auch ABS und ASA problemlos verarbeitet. Stärke: Temperaturstabilität im Bauraum. Schwäche: größerer Footprint, kein natives Multi-Material-System. Für anspruchsvolle technische Drucke eine ernsthafte Option.




Aktueller Status und Markterwartung

Der Red Dot Award ist für Anycubic mehr als ein Marketinginstrument. Im B2B-Umfeld, wo Einkäufer und Entscheider auf anerkannte Qualitätssignale achten, kann eine solche Auszeichnung die Kaufentscheidung beeinflussen. Gerade wenn Unternehmen 3D-Drucker für Prototyping oder Kleinserien evaluieren, spielt das Vertrauen in die Marke eine Rolle.

Die "Fix My Print"-Challenge zeigt zudem, dass Anycubic die Community aktiv einbinden will. Das ist strategisch sinnvoll: Eine engagierte Nutzerbasis produziert organisch Inhalte, die neuen Käufern bei der Kaufentscheidung helfen. Ob der S1C durch diese Maßnahmen seinen Marktanteil im gehobenen Consumer-Segment ausbauen kann, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen.




Persönliches Fazit

Aus meiner Sicht ist der Red Dot Award für den Kobra S1C ein interessantes Signal, das über reine PR hinausgeht. Design-Auszeichnungen dieser Kategorie werden von einer unabhängigen Jury vergeben, und die Metakategorien "Sustainable Design" und "Innovative Design" sind keine leichten Kriterien. In der Praxis bei Kunden aus dem Mittelstand erlebe ich, dass solche Auszeichnungen tatsächlich Vertrauen schaffen, besonders wenn ein Gerät in einem professionellen Umfeld eingesetzt werden soll. Ob der S1C im Alltag hält, was das Design verspricht, hängt natürlich von Druckqualität, Zuverlässigkeit und Support ab. Die "Fix My Print"-Challenge finde ich konzeptionell gut: Sie adressiert ein reales Problem der Community und schafft gleichzeitig nützliche Inhalte. Ich würde den S1C für Anwender empfehlen, die einen einstiegsfreundlichen Multi-Material-Drucker mit anerkanntem Designkonzept suchen, aber vor dem Kauf sollte man aktuelle Praxistests abwarten, um die Alltagstauglichkeit zu beurteilen.

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