FormUp 750: Fives AddUp plant Fertigung in Ohio

AddUp will die FormUp 750 künftig auch in den USA bauen. Die großformatige Metalldruckanlage soll ab 2027 am Standort Hebron in Ohio industrialisiert werden. Entwickelt wird sie weiterhin von den Ingenieurteams in Frankreich. Der Schritt betrifft vor allem Anwender in Luftfahrt und Verteidigung in Nordamerika.
Inhaltsverzeichnis
Was die FormUp 750 leisten soll
Die FormUp 750 ist eine Anlage für das Laserstrahlschmelzen im Pulverbett (L-PBF). Dabei schmilzt ein Laser Metallpulver Schicht für Schicht zu einem festen Bauteil auf. Laut der Meldung von Fives AddUp baut sie auf der FormUp 350 auf und erweitert die Plattform auf ein Bauvolumen von 750 x 750 x 1.000 mm.
Die Maschine kann mit bis zu 12 Lasern ausgestattet werden. Das Bauvolumen erlaubt es, große Teile als Einzelstück zu fertigen oder Baugruppen zusammenzufassen. Alternativ lassen sich mehrere größere Bauteile in einem Durchgang drucken. Als Zielbranchen nennt der Hersteller Luft und Raumfahrt, Verteidigung, Energie und Schifffahrt.
AddUp versteht die Anlage nicht als einzelnen Drucker. Sie soll Kern einer automatisierten Fertigungslinie sein. Die digitale Software des Herstellers deckt dafür Bauvorbereitung, Produktionssteuerung, Überwachung und Rückverfolgbarkeit ab.
Fertigung in Ohio
Die ersten Industrialisierungsarbeiten sind für 2027 bei Fives Machining Systems Inc. in Hebron, Ohio geplant. Maschinen für den europäischen Markt entstehen weiter in Frankreich. Das US Werk soll den nordamerikanischen Markt bedienen. Die Technikplattform und die Industriestandards sollen dabei gleich bleiben.
In Cincinnati betreibt AddUp bereits ein Solution Center mit rund 20.000 Quadratfuß. Dort laufen Anwendungsentwicklung, Automatisierung, Integration, Schulung und Service. Die Fertigung in Hebron soll diesen Standort ergänzen.
Einordnung für Anwender
In der Praxis bedeutet eine regionale Fertigung vor allem kürzere Wege bei Lieferung und Service. Bei Großanlagen mit mehreren Lasern zählt zudem die Nähe zu Ersatzteilen und Technikern. Nick Estock, Nordamerika CEO von Fives AddUp, sagt in der Pressemitteilung, das Ziel sei es, Kunden bei Skalierung und Qualifizierung zu unterstützen.
Matt Shockey von Fives High Precision Machines North America spricht von stabileren Lieferketten und stärkeren heimischen Kapazitäten. Das ist eine politische Einordnung des Herstellers. Wie viel lokale Wertschöpfung tatsächlich entsteht, ist bisher nicht beziffert.
AddUp ist im Metalldruck für Industriekunden bekannt. Ein Beispiel ist die FormUp 350 in Indien für Implantate. Auch die Zusammenarbeit mit der französischen Behörde DGA zeigt den Fokus auf Verteidigung und Luftfahrt.
Preis und Verfügbarkeit
Ein Preis für die FormUp 750 ist nicht veröffentlicht. Auch ein konkreter Liefertermin fehlt. Laut Hersteller werden Details zu Produktion und kommerzieller Verfügbarkeit im Verlauf des Projekts bekannt gegeben. Anlagen dieser Klasse werden üblicherweise projektbezogen angeboten und nicht über Listenpreise.
Alternativen und vergleichbare Produkte
Die bevorzugten Marken für Einsteigerdrucker passen nicht zu einer industriellen Metallanlage. Für großformatiges L-PBF kommen eher diese Hersteller in Frage:
Großformatige L-PBF Anlagen von Nikon SLM Solutions: Der Hersteller ist seit Langem im Mehrlaser Metalldruck für Luftfahrt und Energie aktiv. Konkrete Modelle sollten direkt beim Anbieter geprüft werden.
Metallanlagen von GE Additive und Colibrium Additive: Das Unternehmen bietet Systeme für Pulverbett und Binder Verfahren an. Der aktuelle Portfoliostand ist beim Hersteller zu erfragen.
Metall 3D Drucker von Trumpf: Trumpf bringt Laser Know how aus der Blechbearbeitung mit. Das Angebot richtet sich an industrielle Serienfertigung.
Aktueller Status und Markterwartung
Die Ankündigung stammt vom 15. September 2026 und wurde im Umfeld der Messe IMTS 2026 veröffentlicht. Es handelt sich um eine Planung. Produktionsstart, Stückzahlen und Lieferzeiten sind offen. Die FormUp 750 selbst wird laut Hersteller noch entwickelt.
Spannend wird, ob die US Fertigung Kunden aus Verteidigung und Raumfahrt zusätzlich überzeugt. Lokale Herkunft ist in diesen Branchen oft ein Beschaffungskriterium. Belegt ist dieser Effekt für die FormUp 750 bisher nicht. Mehr Klarheit dürften erste Kundenprojekte nach 2027 bringen.
Persönliches Fazit
Aus meiner Sicht ist die Ankündigung zunächst eine Absichtserklärung. Ein Bauraum von 750 x 750 x 1.000 mm mit bis zu 12 Lasern ist für große Strukturteile interessant. Entscheidend wird aber die Prozessqualität sein und nicht die Laserzahl. Aus eigener Erfahrung zählt bei Großanlagen im Mittelstand vor allem verlässlicher Service vor Ort. Die Fertigung in Ohio kann dabei helfen, wirkt aber vorerst nur für den US Markt relevant. Für europäische Anwender ändert sich durch die Meldung wenig. Ich warte auf Preise und erste Referenzteile.





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