PrintDry Pro4: Das ist neu beim Filament Trockner von Das Filament
- Sascha Surbanoski

- vor 3 Tagen
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Inhaltsverzeichnis
Was ist der PrintDry Pro4?
Der PrintDry Pro4 ist ein aktiver Filament-Trockner, der Filamentspulen auf einer definierten Temperatur hält und gleichzeitig Feuchtigkeit aus dem Material entzieht. Das Gerät ist so konzipiert, dass Filament direkt aus dem Trockner heraus gedruckt werden kann, ohne es vorher entnehmen zu müssen. Das ist besonders praktisch bei hygroskopischen (feuchtigkeitsaufnehmenden) Materialien wie Nylon, TPU oder PETG, die schon nach kurzer Lagerung an der Luft messbar an Druckqualität verlieren.
Das Konzept ist nicht neu, aber Das Filament hat mit jeder Generation der PrintDry-Reihe nachgebessert. Der Pro4 soll nun die bislang ausgefeilteste Version sein, mit überarbeiteter Technik und einem verbesserten Bedienkonzept.
Was ist neu beim Pro4?
Laut dem Bericht von All3DP bringt der PrintDry Pro4 gegenüber seinem Vorgänger mehrere konkrete Verbesserungen mit. Dazu gehören eine präzisere Temperaturregelung, ein überarbeitetes Display mit intuitiverer Bedienung sowie eine verbesserte Luftzirkulation im Innenraum des Trockners. Letzteres ist entscheidend, weil eine gleichmäßige Wärmeverteilung dafür sorgt, dass die gesamte Spule gleichmäßig getrocknet wird und nicht nur die Außenlagen.
Ebenfalls überarbeitet wurde offenbar die Abdichtung des Gehäuses. Eine bessere Dichtung verhindert, dass Umgebungsluft während des Trocknungsprozesses eindringt und die Effizienz mindert. Das ist ein Detail, das in der Praxis einen deutlichen Unterschied machen kann, besonders in feuchten Umgebungen wie Kellern oder Garagen. Ob der Pro4 auch mehr Spulen gleichzeitig aufnehmen kann als der Vorgänger, geht aus den bisher verfügbaren Informationen nicht eindeutig hervor.
In der Praxis: Warum Filamenttrocknung wichtig ist
Wer regelmäßig mit Materialien wie PA (Polyamid/Nylon), TPU oder PETG druckt, kennt das Problem: Feuchtigkeit im Filament führt zu Blasenbildung in der Schmelze, was sich als Knistern, Stringing oder raue Oberflächen im Druck bemerkbar macht. Selbst PLA kann nach längerer Lagerung in feuchter Umgebung an Qualität verlieren. Ein aktiver Trockner wie der PrintDry Pro4 löst dieses Problem, indem er das Filament auf typischerweise 45 bis 75 Grad Celsius erwärmt und die Feuchtigkeit über einen Zeitraum von mehreren Stunden austreibt.
Der Vorteil gegenüber einfachen Trockenboxen ohne Heizung ist erheblich: Passive Boxen mit Silicagel (Trockenmittel) verlangsamen lediglich die Feuchtigkeitsaufnahme, entziehen dem Filament aber keine bereits eingedrungene Feuchtigkeit. Wer also mit bereits feuchtem Material druckt, braucht zwingend aktive Wärme. Das ist auch der Grund, warum Geräte wie der PrintDry Pro4 in professionellen Umgebungen und bei Vieldruckern zunehmend als Standardzubehör gelten. Wer sich für hochwertige Filamente interessiert, findet in unserem Bericht über carbonfaserverstärktes PPA-Filament von Xenia ein gutes Beispiel dafür, wie anspruchsvoll moderne Materialien in der Handhabung sein können.
Preis und Verfügbarkeit
Ein offizieller Verkaufspreis für den PrintDry Pro4 ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels nicht abschließend bestätigt. Die Vorgängermodelle der PrintDry-Pro-Reihe lagen preislich im Bereich von 60 bis 90 Euro, je nach Händler und Ausstattung. Es ist davon auszugehen, dass der Pro4 in einer ähnlichen Preisklasse positioniert wird, möglicherweise mit einem leichten Aufpreis gegenüber dem Pro3.
Wer in der Zwischenzeit eine Alternative sucht, findet auf Amazon vergleichbare Geräte: Der Sunlu FilaDryer S2 ist für rund 30 bis 40 Euro gelistet und bietet eine solide Einstiegslösung. Für größere Setups mit mehreren Spulen gleichzeitig ist der Sunlu FilaDryer S4 eine Option, der bis zu vier Spulen aufnehmen kann.
Alternativen und vergleichbare Produkte
Wer den PrintDry Pro4 mit anderen Filament-Trocknern vergleichen möchte, findet auf dem Markt einige interessante Alternativen in unterschiedlichen Preisklassen:
PolyDryer Box von Polymaker: Die PolyDryer Box ist ein modulares Trocknungssystem, das sich mit mehreren Einheiten kombinieren lässt. Besonders für Anwender interessant, die viele verschiedene Materialien parallel trocken halten wollen. Preislich liegt sie etwas höher als einfache Einstiegsgeräte, bietet dafür aber eine gute Verarbeitungsqualität und Kompatibilität mit dem Polymaker-Ökosystem. Auf Amazon ist der Polymaker Pox als vergleichbares Produkt gelistet.
Prusa Drybox von Prusa Research: Prusa Research bietet mit der Drybox eine eigene Lösung an, die eng auf die Prusa-Drucker abgestimmt ist, aber auch mit anderen FDM-Druckern funktioniert. Die Integration in das Prusa-Ökosystem ist ein Pluspunkt, die Verfügbarkeit außerhalb des Prusa-Shops jedoch eingeschränkt. Für Prusa-Nutzer eine naheliegende Wahl.
Anycubic Filament Dryer: Anycubic hat ebenfalls einen kompakten Filament-Trockner im Sortiment, der sich durch einen günstigen Einstiegspreis auszeichnet. Die Temperaturregelung ist einfacher als beim PrintDry Pro4, reicht aber für Standardmaterialien wie PLA und PETG aus. Wer einen unkomplizierten Einstieg sucht, ist hier gut aufgehoben.
Aktueller Status und Markterwartung
Der Markt für Filament-Trockner hat sich in den letzten zwei Jahren spürbar entwickelt. Waren aktive Trockner früher eher ein Nischenprodukt für erfahrene Maker, gehören sie heute in vielen Setups zur Standardausrüstung. Das liegt auch daran, dass die Materialvielfalt im FDM-Druck stark zugenommen hat: Hochleistungspolymere wie PA, PC (Polycarbonat) oder PPA sind ohne ordentliche Trocknung kaum sinnvoll zu verarbeiten.
Der PrintDry Pro4 positioniert sich in diesem wachsenden Markt als überarbeitetes Mittelklasse-Gerät mit Fokus auf Alltagstauglichkeit. Die Konkurrenz durch günstige Geräte aus dem asiatischen Markt ist groß, aber Anwender, die Wert auf präzise Temperaturregelung und Verarbeitungsqualität legen, sind bereit, etwas mehr zu investieren. Wie sich der Pro4 im Langzeittest schlägt, wird sich zeigen, sobald erste ausführliche Praxistests vorliegen. Passend dazu lohnt sich auch ein Blick auf unser Thema Mintion V1 Filtersystem, das zeigt, wie das Zubehör-Segment rund um FDM-Drucker insgesamt reifer wird.
Persönliches Fazit
Aus meiner Sicht ist die Frage „Lohnt sich das Upgrade?" beim PrintDry Pro4 nicht pauschal zu beantworten. Wer bereits einen Pro3 besitzt und damit zufrieden ist, sollte zunächst abwarten, bis konkrete Vergleichstests vorliegen. Wer hingegen neu in das Thema Filamenttrocknung einsteigt oder ein älteres Gerät ohne präzise Temperaturregelung betreibt, ist mit dem Pro4 wahrscheinlich gut beraten.
In der Praxis bei anspruchsvollen Materialien wie Nylon oder TPU macht der Unterschied zwischen einem guten und einem mittelmäßigen Trockner tatsächlich einen messbaren Unterschied in der Druckqualität. Dass Das Filament die Luftzirkulation und Abdichtung überarbeitet hat, klingt nach sinnvollen Verbesserungen, die nicht nur auf dem Papier existieren. Ich würde allerdings empfehlen, auf erste unabhängige Langzeittests zu warten, bevor man als bestehender Nutzer upgradet. Die Faktenlage ist zum jetzigen Zeitpunkt noch dünn, und Hersteller-Ankündigungen allein sind kein ausreichender Kaufgrund.



