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UltiMaker Factor 4 Plus: FDM-Druck für kontinuierliche Industriefertigung

  • Autorenbild: Sascha Surbanoski
    Sascha Surbanoski
  • vor 7 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit
UltiMaker Factor 4 Plus FDM-Industriedrucker für kontinuierliche additive Fertigung im Maschinenbau
Quelle: DEVELOP3D

UltiMaker hat mit dem Factor 4 Plus eine erweiterte Version seines Industrie FDM-Druckers vorgestellt, die laut Hersteller die doppelte Druckgeschwindigkeit des Standardmodells Factor 4 erreicht. Im Fokus steht dabei nicht nur die reine Geschwindigkeit, sondern die Fähigkeit, diese Leistung im Dauerbetrieb aufrechtzuerhalten, ohne Abstriche bei der Rückverfolgbarkeit und Qualitätssicherung zu machen.




Inhaltsverzeichnis




Das Bauteil und der Anwendungsfall

Der Factor 4 Plus ist kein Spezialdrucker für ein einzelnes Bauteil, sondern eine Plattform für die kontinuierliche Serienproduktion von Funktionsteilen im Industrieumfeld. Typische Anwendungsfälle umfassen Vorrichtungen, Halterungen, Gehäuseteile und Ersatzteile, die in kleinen bis mittleren Stückzahlen wiederholt benötigt werden. Entscheidend ist dabei der Anspruch, nicht nur schnell zu drucken, sondern jeden Druckjob lückenlos zu dokumentieren.

Genau dieser Aspekt der Rückverfolgbarkeit (englisch: traceability) ist im Maschinenbau und in regulierten Branchen ein zentrales Kriterium. Wer Bauteile für Maschinen oder Anlagen produziert, muss nachweisen können, unter welchen Bedingungen ein Teil gefertigt wurde. Ähnliche Anforderungen an Qualität und Dokumentation zeigen sich auch bei Messtechnik-Steckverbindern in der Kleinserie, wo Präzision und Nachweisbarkeit Hand in Hand gehen.




Warum auf schnelleren FDM-Druck setzen?

Der Engpass bei industriellem FDM-Druck (Fused Deposition Modeling, also schichtweiser Aufbau durch Schmelzen von Kunststofffilament) war bislang häufig die Druckzeit. Wer mehrere Bauteile täglich benötigt, stößt mit einem Standarddrucker schnell an Kapazitätsgrenzen. Entweder werden mehr Maschinen angeschafft, oder der Durchsatz pro Gerät muss steigen.

UltiMaker adressiert dieses Problem mit dem Factor 4 Plus durch eine gesteigerte Druckgeschwindigkeit, die laut Hersteller doppelt so hoch liegt wie beim Vorgängermodell Factor 4. Der Ansatz ist nicht neu, aber die Kombination aus Geschwindigkeit und gleichzeitig industrietauglicher Qualitätssicherung ist das, was diesen Schritt von reinen Consumer-Hochgeschwindigkeitsdruckern unterscheidet. Alternativen wie Fräsen oder Spritzguss scheiden für kleine Stückzahlen und kurzfristigen Bedarf in der Regel aus, weil Werkzeugkosten und Vorlaufzeiten zu hoch sind.




Verfahren und Material im Detail

Der Factor 4 Plus arbeitet mit dem FDM-Verfahren (auch FFF, Fused Filament Fabrication, genannt), bei dem thermoplastisches Filament schichtweise aufgeschmolzen und aufgetragen wird. Dieses Verfahren ist im Industrieumfeld etabliert, weil es eine breite Materialpalette unterstützt, darunter technische Kunststoffe wie ABS, ASA, Nylon oder faserverstärkte Varianten. Welche Materialien der Factor 4 Plus konkret unterstützt, geht aus der vorliegenden Quelle nicht im Detail hervor.

Was die Quelle hervorhebt, ist die Auslegung auf kontinuierlichen Betrieb. Das bedeutet: Der Drucker ist nicht für gelegentliche Einzeljobs konzipiert, sondern für den Dauereinsatz in einer Produktionsumgebung. Für Unternehmen, die FDM-Druck als festen Bestandteil ihrer Fertigung etablieren wollen, ist das ein relevanter Unterschied zu Einstiegsgeräten.




Was wurde konkret verbessert?

Die zentrale Verbesserung gegenüber dem Standard-Factor 4 ist die doppelte Druckgeschwindigkeit. In der Praxis bedeutet das: Ein Bauteil, das bisher vier Stunden benötigte, kann in etwa zwei Stunden fertiggestellt werden. Bei Mehrschichtbetrieb oder hohem Teiledurchsatz summiert sich das zu erheblichen Kapazitätsgewinnen, ohne zusätzliche Maschinen anschaffen zu müssen.

Gleichzeitig betont UltiMaker, dass die industrielle Qualität und die Rückverfolgbarkeit erhalten bleiben. Das ist keine Selbstverständlichkeit: Höhere Druckgeschwindigkeiten gehen bei vielen Systemen auf Kosten der Schichtqualität oder der Maßhaltigkeit. Ob der Factor 4 Plus diesen Spagat in der Praxis tatsächlich hält, werden unabhängige Tests zeigen müssen. Die Faktenlage aus der Primärquelle beschränkt sich auf Herstellerangaben. Welche Trends den FDM-Einsatz im Maschinenbau 2026 insgesamt prägen, beleuchtet der Artikel zu den 3D-Druck-Trends 2026 im Maschinenbau.




Übertragbarkeit für den Mittelstand

Für einen Mittelständler im Maschinenbau stellt sich die Frage, ob ein Hochgeschwindigkeits-FDM-System wie der Factor 4 Plus die richtige Investition ist. Die Antwort hängt stark vom Teiledurchsatz ab. Wer regelmäßig Vorrichtungen, Halterungen oder kurzfristige Ersatzteile in kleinen Serien benötigt, profitiert direkt von höherem Durchsatz pro Maschine. Wer nur gelegentlich druckt, wird den Geschwindigkeitsvorteil kaum ausschöpfen.

Ein weiterer Faktor ist die Rückverfolgbarkeit. Unternehmen, die in regulierten Bereichen arbeiten oder Qualitätsnachweise für ihre Bauteile erbringen müssen, sollten genau prüfen, welche Dokumentationsfunktionen das System tatsächlich bietet. Wer den Einstieg in die industrielle additive Fertigung plant, kann auch mit einem externen Dienstleister starten, um Volumen und Anforderungen zu validieren, bevor eine eigene Maschine angeschafft wird. Für Vorrichtungen und Funktionsteile bietet 3ddrucklife.de entsprechende Fertigungskapazitäten.




Persönliches Fazit

Der UltiMaker Factor 4 Plus adressiert ein reales Problem: FDM-Drucker im Industrieumfeld sind oft der Flaschenhals, wenn der Bedarf an Funktionsteilen steigt. Die doppelte Druckgeschwindigkeit bei gleichbleibender Qualität ist ein sinnvoller Entwicklungsschritt, kein Marketingversprechen ohne Substanz, sofern er sich in unabhängigen Tests bestätigt.

Was mich als Praktiker interessiert, ist weniger die Spitzengeschwindigkeit als die Stabilität im Dauerbetrieb. Hochgeschwindigkeitsdrucker neigen dazu, bei langen Druckjobs oder anspruchsvollen Materialien nachzulassen. Genau hier wird sich zeigen, ob der Factor 4 Plus seinen Industrieanspruch wirklich einlöst.

Für den Mittelstand gilt: Ein solches System macht Sinn, wenn der Teiledurchsatz hoch genug ist, um die Investition zu rechtfertigen. Wer noch am Anfang steht oder unregelmäßigen Bedarf hat, fährt mit einem externen Dienstleister oft flexibler und kostengünstiger. Die Rückverfolgbarkeit als Verkaufsargument finde ich überzeugend, weil sie einen echten Mehrwert gegenüber günstigeren Systemen darstellt, die dieses Thema schlicht ignorieren.

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