Neue Guides zu K2, 3D-Scanning und Multicolor-Druck
- Sascha Surbanoski

- 18. Mai
- 4 Min. Lesezeit

Creality hat seinen Blog im Mai 2026 mit einer Vielzahl neuer Beiträge bestückt. Die Themen reichen von konkreten Firmware-Anleitungen für die K2-Serie über Multicolor-Einsteiger-Guides bis hin zu einem wachsenden Schwerpunkt auf 3D-Scanning in Industrie und Kulturerbe-Erhaltung. Damit positioniert sich der Hersteller-Blog zunehmend als Wissensplattform, nicht nur als Produktkatalog. Für Maker, Prosumer und gewerbliche Anwender lohnt sich ein genauerer Blick auf die aktuellen Inhalte.
Inhaltsverzeichnis
K2-Serie: Firmware-Update und Kalibrierung
Ein zentraler Beitrag vom 18. Mai 2026 behandelt das Firmware-Update für die K2-Serie inklusive des CFS-Systems (Color Feeder System, das Mehrfarben-Zuführsystem). Der Guide erklärt Schritt für Schritt, wie das Update sicher durchgeführt wird und warum danach zwingend Input Shaping (eine automatische Schwingungskompensation) sowie Auto-Leveling ausgeführt werden müssen. Wer diesen Schritt überspringt, riskiert Druckqualitätsprobleme, die auf den ersten Blick schwer zu diagnostizieren sind. Zusätzlich gibt der Beitrag Hinweise, wie Filamentverwicklungen im CFS nach dem Neustart vermieden werden können, was in der Praxis ein häufiger Stolperstein ist. Laut Creality Blog ist dieser Ablauf besonders für Nutzer relevant, die das Update ohne vorherige Erfahrung mit dem K2-System durchführen.
Multicolor-Druck mit dem K2 Plus
Ebenfalls vom 18. Mai stammt ein Einsteiger-Guide zum Multicolor-Druck mit dem K2 Plus und seinen CFS-Silos (Vorratsbehälter für verschiedene Filamentfarben). Der Beitrag führt neue Nutzer durch die Einrichtung der Silos, das Anpassen von Standard-Filamenten in der Slicer-Software und den Start eines ersten Projekts mit bis zu 16 Farben. Das ist bemerkenswert, weil 16-Farben-Druck bislang eher im Profi-Segment verortet war. Creality macht diesen Einstieg mit dem K2 Plus zugänglicher, setzt aber voraus, dass die Firmware korrekt aktualisiert wurde, was den oben genannten Guide direkt ergänzt. Wer sich für den Vergleich mit früheren Creality-Guides interessiert, findet in unserem Artikel Creality Blog 2026: Guides, Tipps und der SPARKX i7 im Fokus eine gute Ergänzung.
Kreative Projekte mit dem Creality Hi
Ein Beitrag vom 15. Mai stellt den Creality Hi in den Mittelpunkt und zeigt, wie sich mit dem Drucker individuelle Tassen und Figuren mit bis zu 16 Farben realisieren lassen. Der Fokus liegt auf kreativen Heimanwendungen, also Projekten, die keine industrielle Infrastruktur erfordern. In der Praxis bedeutet das, dass der Creality Hi als Einstieg in den bunten Multicolor-Druck positioniert wird, während der K2 Plus eher für Nutzer gedacht ist, die bereits Erfahrung mitbringen. Beide Geräte nutzen das gleiche Farbprinzip, unterscheiden sich aber in Bauvolumen und Systemkomplexität.
3D-Scanning: Automotive, Ingenieurwesen und Kulturerbe
Gleich fünf Beiträge vom 13. Mai widmen sich dem Thema 3D-Scanning aus verschiedenen Blickwinkeln. Im Automotive-Bereich zeigen die Guides, wie 3D-Scans für individuelle Lautsprechergehäuse im Fahrzeug, für Porsche-Ersatzteile und für allgemeine Reverse-Engineering-Aufgaben eingesetzt werden. Das ist für gewerbliche Anwender und Werkstätten besonders relevant, weil Lieferengpässe bei Originalteilen durch selbst gefertigte Reproduktionen überbrückt werden können. Ein weiterer Beitrag behandelt den Einsatz von 3D-Scanning im Maschinenbau am Beispiel eines Vakuumheber-Designs, bei dem präzise CAD-Daten aus dem Scan gewonnen werden. Besonders ungewöhnlich ist ein Beitrag über die Digitalisierung von Artefakten aus 7.000 Jahre alten Kulturen, der zeigt, wie 3D-Scanning zur Kulturerbe-Erhaltung beiträgt. Laut Creality Blog soll diese Themenreihe das Bewusstsein für den breiteren Nutzen der Technologie schärfen, der weit über den klassischen FDM-Druck hinausgeht.
Einsteiger-Guides und Troubleshooting
Für Neueinsteiger gibt es einen Beitrag vom 12. Mai, der die Frage beantwortet, wie schwer der Einstieg in den 3D-Druck wirklich ist. Dabei werden der SPARKX i7 für absolute Anfänger und der Creality K1 für Fortgeschrittene verglichen. Ein weiterer Troubleshooting-Guide vom 13. Mai erklärt, wie Filamentverklemmungen in der K2-Serie behoben werden, konkret das Auseinandernehmen des K2-Puffers mit einer Karte, um ausgedehntes Filament zu entfernen, ohne Schnappverschlüsse zu beschädigen. Ergänzend dazu gibt es einen Beitrag über das Schleifen von 3D-Drucken für ein professionelles Finish, der Schichtlinien, Haptik und Passgenauigkeit von beweglichen Teilen adressiert. Für solche Nachbearbeitungsschritte kann ein Düsen-Reinigungsnadel 0.4mm Set beim regelmäßigen Düsenwartung helfen, damit der Drucker für das nächste Projekt sofort einsatzbereit ist.
Preis und Verfügbarkeit
Die Blog-Inhalte selbst sind kostenlos auf der Creality-Website zugänglich. Für die genannten Drucker (K2 Plus, Creality Hi, K1, SPARKX i7) gelten die aktuellen Listenpreise im Creality-Shop. Ein offizieller Gesamtpreis für ein Bundle aus Drucker und CFS-System ist in den Blog-Beiträgen nicht explizit genannt. Wer konkrete Preise für einzelne Modelle sucht, findet diese direkt auf der Produktseite von Creality.
Alternativen und vergleichbare Produkte
Wer neben dem Creality-Ökosystem weitere Hersteller-Blogs und Wissensquellen rund um den 3D-Druck vergleichen möchte, findet hier drei relevante Anlaufstellen:
Anycubic Blog: Anycubic veröffentlicht regelmäßig Guides zu Resin- und FDM-Druckern, darunter Troubleshooting-Artikel und Materialempfehlungen. Besonders stark im Resin-Bereich (Photon-Serie). Für Einsteiger gut geeignet, die zwischen FDM und Resin abwägen. Unser Überblick zu Hersteller-Blogs findet sich im Artikel Artillery M1 Pro: Neuankündigung und Blog-Übersicht 2025.
Markforged Blog: Markforged richtet sich mit seinen Inhalten klar an industrielle Anwender und behandelt Themen wie Endlosfaser-Verstärkung, Metallteile-Fertigung und Qualitätssicherung. Weniger für Maker, dafür sehr relevant für Mittelstand und Produktion.
Polymaker Blog: Polymaker fokussiert sich auf Materialkunde und Filament-Guides. Wer tiefer in Materialeigenschaften, Druckparameter und Nachbearbeitung einsteigen möchte, findet dort fundierte technische Artikel, die herstellerunabhängig nutzbar sind.
Aktueller Status und Markterwartung
Der Creality Blog entwickelt sich erkennbar von einer reinen Produktmarketing-Plattform hin zu einer breiteren Wissensressource. Die Häufung von 3D-Scanning-Beiträgen im Mai 2026 deutet darauf hin, dass Creality das Thema Scanning als strategisches Wachstumsfeld betrachtet, was zur Einführung eigener Scanner-Produkte in den vergangenen Jahren passt. Die Kombination aus Einsteiger-Guides, Troubleshooting und Industrie-Anwendungsfällen spricht unterschiedliche Zielgruppen an. Für den Markt bedeutet das, dass Hersteller-Blogs zunehmend als Kundenbindungsinstrument fungieren, das über den reinen Kaufprozess hinausgeht. Ob die Inhaltsqualität langfristig mit unabhängigen Fachportalen mithalten kann, bleibt abzuwarten.
Persönliches Fazit
Aus meiner Sicht ist die Entwicklung des Creality Blogs in eine interessante Richtung gegangen. Die Kombination aus praxisnahen Troubleshooting-Guides für die K2-Serie und den ungewöhnlichen 3D-Scanning-Beiträgen zeigt, dass Creality versucht, mehr als nur Drucker zu verkaufen. In der Praxis bei meinen Kunden aus dem Mittelstand ist 3D-Scanning tatsächlich ein wachsendes Thema, gerade wenn es um Reverse Engineering von Ersatzteilen geht. Dass ein Hersteller-Blog diesen Anwendungsfall so konkret aufgreift, ist ungewöhnlich und durchaus nützlich. Kritisch sehe ich, dass die Beiträge naturgemäß auf Creality-Hardware zugeschnitten sind und externe Vergleiche fehlen. Wer sich ein vollständigeres Bild machen möchte, sollte den Blog als Ergänzung zu unabhängigen Quellen nutzen, nicht als alleinige Referenz. Insgesamt ist der Creality Blog im Mai 2026 aber eine solide Anlaufstelle für alle, die mit Creality-Geräten arbeiten.



