top of page

Carbon: Patent bestätigt, neues Dentalharz und frisches Kapital

Autorenbild: Sascha Surbanoski
Sascha Surbanoski
11. Okt.
3 Min. Lesezeit

Der Hersteller Carbon hat in den vergangenen Monaten mehrere Meldungen veröffentlicht. Dazu gehören ein bestätigtes Patent vor dem Europäischen Patentamt und ein neues Harz für Prothesenbasen. Hinzu kommen eine Partnerschaft im Sattelbau und ein neuer Technikchef. Die Newsseite von Carbon zeigt, wo das Unternehmen derzeit Schwerpunkte setzt: Dental, Sport und Industrie.




Inhaltsverzeichnis




Patent bleibt bestehen

Laut Carbons Newsübersicht wurde das grundlegende Dual Cure Patent am 28. September 2026 vom Europäischen Patentamt im Einspruchsverfahren bestätigt. Dual Cure bedeutet, dass ein Bauteil in zwei Schritten aushärtet: zuerst per Licht im Drucker und danach in einem thermischen Nachprozess.

Das ist besonders, weil dieses Verfahren die Grundlage für viele Carbon Materialien ist. Die Meldung nennt keine Details zur Begründung. Für Wettbewerber im Harzdruck ist die Entscheidung dennoch relevant, weil sie den Spielraum bei ähnlichen Materialkonzepten in Europa betrifft.




Dental: DB 4000 und FP3D

Am 13. August 2026 hat Carbon das Harz DB 4000 vorgestellt. Es ist ein Prothesenbasisharz für Dentallabore. Laut Meldungstitel sollen hohe Bruchzähigkeit (Work of Fracture), Druckgenauigkeit und bessere Wirtschaftlichkeit zusammenkommen. Konkrete Messwerte oder Zulassungsdaten stehen in der Übersicht nicht.

Schon im September 2025 hatte Carbon das Harz FP3D angekündigt. Damit können Labore flexible Teilprothesen drucken. Zusätzlich verweist die Seite auf einen NADL Bericht vom Dezember 2025 darüber, welchen 3D Druckern Labore am meisten vertrauen.

Im Mai 2026 war Carbon auf zwei Dentalmessen vertreten. Details dazu stehen in einem Beitrag über Carbon im Dentalbereich.




Partnerschaften, Personal und Kapital

Am 6. Mai 2026 meldete Carbon eine Partnerschaft mit DDK. Das Unternehmen wird als erster Tier 1 Zulieferer von 3D gedruckten Sätteln bezeichnet. Tier 1 heißt, dass DDK direkt an Fahrzeug oder Fahrradhersteller liefert. Das zeigt, dass Carbon Gitterstrukturen und Serienteile auch außerhalb von Schuhen und Dental anbietet.

Am 16. Februar 2026 wurde Jason Rolland, Ph.D., als Chief Technology Officer ernannt. Davor stand im November 2025 eine Finanzierungsrunde über 60 Millionen US Dollar in den Schlagzeilen. Die Übersicht nennt außerdem Presseberichte von Forbes zur Schuhproduktion und von Develop3D zum Thema Riddell. Ein Interview in Industry Week trägt den Titel, die additive Fertigung wolle sich von der Peinlichkeit der Jahre 2024 und 2025 lösen. Inhalte sind dort nur als Überschriften sichtbar.




Preis und Verfügbarkeit

Ein Preis für DB 4000 ist in der Quellübersicht nicht genannt. Auch zu Verfügbarkeit und Materialkosten pro Kilogramm gibt es dort keine Angaben. Carbon verspricht nur bessere Wirtschaftlichkeit für Dentallabore. Konkrete Zahlen müssen beim Hersteller oder bei Vertriebspartnern erfragt werden.

Am 14. und 15. Oktober 2026 ist Carbon laut Seite mit einem Stand bei der Veranstaltung MIA CTS vertreten. Als Ort ist Silverstone in Northamptonshire (Großbritannien) angegeben.




Alternativen und vergleichbare Produkte

Für Harzdruck in Dental und Kleinserie kommen mehrere Anbieter infrage. Eine Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit:




Aktueller Status und Markterwartung

Carbon wirkt nach der Finanzierungsrunde und dem Wechsel in der Technikleitung gefestigt. Die Zahl der Meldungen zu Dentalmaterialien zeigt, dass dieses Segment derzeit der Schwerpunkt ist. Für Schuhe und Sportartikel gibt es Presseberichte, aber weniger konkrete Produktmeldungen.

Ob das bestätigte Patent den Wettbewerb spürbar verändert, lässt sich aus den Quellen nicht ablesen. Das Gleiche gilt für den Markterfolg von DB 4000. Belastbare Einordnungen werden erst mit Labordaten und Anwenderberichten möglich.




Persönliches Fazit

Aus meiner Sicht ist die Patentbestätigung für Carbon wichtiger als jedes einzelne Material. Sie schützt den Kern des Geschäfts und gibt Kunden Planungssicherheit. Bei DB 4000 fehlen mir allerdings harte Daten, ohne die ich keinem Labor eine Umstellung empfehlen würde. Dentalmaterialien sind ein Zulassungs und Wirtschaftlichkeitsthema, kein reines Technikthema. Die DDK Partnerschaft finde ich für Serienteile interessanter, weil sie zeigt, ob Carbon auch im Fahrzeug und Fahrradumfeld Aufträge gewinnt. Ich warte hier auf Stückzahlen statt Überschriften.

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
bottom of page