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Prusa Patent: Düsenkanal mit wechselnder Form für mehr Durchsatz

Autorenbild: Sascha Surbanoski
Sascha Surbanoski
vor 4 Tagen
3 Min. Lesezeit
Querschnittsdarstellungen des Düsenkanals aus der Patentanmeldung von Prusa Development
Bild: Quelle: fabbaloo.com

Prusa hat über die Firma Prusa Development A.S. eine internationale Patentanmeldung für eine Düse veröffentlicht. Der Schmelzkanal im Inneren wechselt auf dem Weg zur Spitze mehrfach seine Form. Das soll das Filament effizienter erhitzen und mehr Material durch dieselbe kleine Öffnung bringen. Wichtig vorab: Es handelt sich um eine Anmeldung und nicht um ein Produkt.




Inhaltsverzeichnis




Das Problem: Durchfluss gegen Detailgrad

Eine kleine Düsenöffnung liefert feine Details. Sie begrenzt aber den Durchfluss. Wird das Filament schneller gefördert, schafft es der Heizblock irgendwann nicht mehr, das Material rechtzeitig zu schmelzen. Die Viskosität (Zähigkeit der Schmelze) steigt, die nötige Extrusionskraft ebenfalls und der Druck scheitert.

Bisherige Hochdurchfluss Düsen setzen laut Fabbaloo oft auf mehrere gerade Innenkanäle. Mehr Kanalwand bedeutet mehr Kontakt mit dem heißen Metall. Gerade Bohrungen setzen der Geometrie aber Grenzen. Andere Konstruktionen teilen den Fluss mit einem Einsatz, der dann selbst zum Hindernis wird.




So ändert sich die Kanalform

Die Anmeldung mit der Nummer WO2026201228A1 beschreibt einen Kanal, der rund beginnt. Danach geht er in einen oder mehrere Kanäle über, die wie Kreissektoren (Tortenstücke) geformt sind. Über einen Übergangsbereich wird daraus ein bogenförmiger bis fast geschlossen C förmiger Kanal. Vor dem Austritt wird der Querschnitt wieder rund.

Der Kniff liegt im Verhältnis von Fläche zu Umfang. Die Querschnittsfläche soll weitgehend gleich bleiben. Der Umfang wächst. Bei ungefähr gleicher Kunststoffmenge im Kanal berührt das Filament also mehr heiße Metallfläche. Wärme kommt besser an, ohne dass der Kanal einfach enger wird.

Im Beispiel mit zwei Kanälen läuft das Filament zuerst über Stege, die es am Mitdrehen hindern. Dann teilt es sich in zwei halbkreisförmige Kanäle, die später zu Bögen werden. Nahe der Spitze fließen beide Ströme wieder zusammen. Die Übergänge sind laut Beschreibung bewusst sanft gehalten. Abrupte Wechsel könnten die Schmelze stören oder den Widerstand erhöhen. Außerdem soll die Geometrie zur Viskosität passen: oben kälter und zäher, unten heißer und fließfähiger.

Ein Diagramm in der Anmeldung vergleicht die Zweikanal Variante mit geraden Kanälen und Einsatzlösungen. Bei vergleichbarer Extrusionskraft erreicht der neue Entwurf dort höhere Durchflussraten. Das sind Angaben aus der Patentschrift. Unabhängige Messungen liegen nicht vor.




Fertigung nur im Metall 3D Druck

Prusa schreibt, die organischen Innenflächen ließen sich mit Bohren oder CNC Fräsen kaum herstellen. Stattdessen verweist das Unternehmen auf den Metall 3D Druck. Das berichten sowohl Fabbaloo als auch 3Druck. Die Düse hinge damit selbst von additiver Fertigung ab. Ein Bauteil, das den Filamentdruck beschleunigen soll, entstünde im Pulverbett.

Für Serienfertigung bedeutet das höhere Kosten als bei gedrehten Messingdüsen. Metallteile etwa aus Edelstahl sind bei Dienstleistern verfügbar. Ob sich das für ein Verbrauchsteil wie eine Düse rechnet, hängt vom Preis pro Stück und der Standzeit ab. Dazu nennt die Anmeldung nichts.




Aktueller Status und Markterwartung

Die Veröffentlichung ist ein Patentdokument. Ein Produkt, einen Termin oder einen Preis nennt Prusa nicht. Patente werden oft angemeldet und nie umgesetzt. Fabbaloo merkt an, Prusa falle bisher durch weniger Patentaktivität auf als manche Wettbewerber. Ein solches Konzept wäre daher auffällig, falls es sich bewährt.

Für den Alltag der Nutzer ändert sich vorerst nichts. Wer heute auf hohen Durchsatz setzt und bei Prusa bleiben will, nutzt weiter die bestehenden Düsen. Das Unternehmen pflegt seine Community zudem mit Aktionen wie dem erweiterten Empfehlungsprogramm. Zur Düsenentwicklung gibt es daraus aber keine Hinweise.




Persönliches Fazit

Aus meiner Sicht ist die Idee plausibel. Wer Wärmeübertragung über den Umfang statt über den Querschnitt löst, greift ein reales Problem schnell gedruckter Teile an. Bei meinen Kunden zeigt sich oft, dass nicht die Maschine bremst, sondern der Schmelzvorgang in der Düse. Das Diagramm in der Anmeldung ist allerdings eine Herstellerangabe und noch kein Test. Offen bleibt für mich, ob eine Düse aus dem Metall 3D Druck im Dauerbetrieb verstopfungsfrei und bezahlbar bleibt. Bis dahin ist das ein interessantes Patent und mehr nicht

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Diese Meldung stammt aus den Maker News von Robert Stein (StoneTime): zum Video

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