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Uniformation S10: Drucken, Waschen und Trocknen in einem Gerät

Autorenbild: Sascha Surbanoski
Sascha Surbanoski
11. Okt.
3 Min. Lesezeit
Uniformation S10: Resin 3D Drucker mit integrierter Wasch und Trockenstation von Uniformation
Quelle: Uniformation

Uniformation hat mit dem S10 einen Resin Drucker vorgestellt, der den ganzen Ablauf nach dem Druck gleich mitbringt. Das Gerät druckt, wäscht und trocknet das Modell in einem Gehäuse. Gedacht ist es für alle, die den Umgang mit nassen Drucken und Isopropanol (Reinigungsflüssigkeit) loswerden wollen. Die Finanzierung läuft über Kickstarter.




Inhaltsverzeichnis




Das Konzept: zwei Zonen in einem Gehäuse

Das Gehäuse des S10 ist zweigeteilt. Links liegt der Druckbereich mit einer Harzwanne für 1 Liter. Rechts sitzt die Station zum Waschen und Trocknen mit einem Waschtank für 9 Liter.

Laut Herstellerseite soll der Nutzer eine Datei losschicken und am Ende einen sauberen Druck entnehmen. Der Druck startet per Netzwerk mit einem Klick aus dem Slicer (Software, die das Modell in Schichten zerlegt). Das Gerät misst 62 mal 34 mal 62 Zentimeter. Das ist für ein Tischgerät groß und braucht entsprechend Platz.

Der S10 setzt die Bedienidee der GK3 Serie fort. Dazu gehören schnell lösbare Bauteile, ein einfacher Displaytausch und ein hochklappbarer Bildschirm.




Technik und Druckqualität

Als Belichtungseinheit dient ein 10,1 Zoll großes 16K Mono LCD mit 15360 mal 6540 Pixeln. Die Pixelgröße gibt Uniformation mit 14,25 mal 19,25 Mikrometer an. Der Bauraum beträgt 223 mal 126 mal 200 Millimeter, also eher mittelgroß.

Für stabile Drucke nennt die Herstellerseite drei Maßnahmen. Ein unterstütztes Ablösen der Trennfolie (Release Film) soll die Abzugskraft um mehr als 30 Prozent senken. Drucksensoren sollen Fremdkörper in der Wanne erkennen, bevor ein ganzer Druck verloren geht. Eine automatische Heizung soll auch bei niedrigen Temperaturen gleichmäßiges Drucken erlauben.

Fünf Harztypen sind im Slicer vorkonfiguriert: Standard, ABS ähnlich, verschleißfest, Engineering und Miniaturdetail. In der Praxis bedeutet das einen schnellen Start ohne Parametersuche. Ob die Profile auch bei Fremdharzen taugen, geht aus den Angaben nicht hervor.




Was weiterhin von Hand bleibt

Ganz vollautomatisch ist der S10 nicht. Das finale Aushärten erfordert ein optionales UV Modul, das der Nutzer von Hand einsetzen muss. Der Ablauf bleibt also nach dem Trocknen nicht komplett ohne Eingriff.

Für den Alltag ist das ein kleiner, aber wichtiger Punkt. Wer technische Harze verarbeitet, braucht die Nachhärtung für die Materialeigenschaften. Wer weiter getrennt arbeiten will, kann stattdessen eine klassische Station wie Anycubic Wash & Cure Plus nutzen.




Preis und Verfügbarkeit

Der S10 läuft über Kickstarter. Für VIP Käufer liegt der Einstiegspreis laut Produktseite bei 899 US Dollar. Regulär sollen 1.299 Dollar fällig werden. Das entspricht den 400 Dollar Ersparnis, mit denen die Kampagne wirbt.

Euro Preise nennt der Hersteller nicht. Zu Wechselkurs, Versand und Einfuhrabgaben für Käufer in Deutschland gibt es keine Angaben. Das UV Modul kostet extra. Einen Liefertermin nennen die vorliegenden Quellen nicht.




Alternativen und vergleichbare Produkte

Einen Drucker mit integrierter Wasch und Trockenstation bieten nur wenige Hersteller. Wer klassisch druckt und separat reinigt, findet bei diesem Anbieter Geräte derselben Technik.


  • Resin Drucker von Phrozen: MSLA Geräte (Belichtung per LCD) in verschiedenen Größen. Waschen und Härten laufen hier getrennt, der Preis für den Drucker allein fällt dafür niedriger aus.




Stimmen aus der Community und erste Einschätzungen

Die öffentliche Diskussion zum S10 ist noch überschaubar und dreht sich vor allem um erste Eindrücke. Im Subreddit r/resinprinting gibt es einen „First Look"-Thread zum Gerät, der zeigt, dass das Konzept aus Druck, Wäsche und Trocknung in einem Gehäuse in der Resin-Szene wahrgenommen wird. Eine konkrete Praxiserfahrung lässt sich daraus noch nicht ableiten, da das Gerät bislang über Kickstarter finanziert wird. Im selben Subreddit fragt ein weiterer Beitrag, ob sich der S10 in einer Wohnung betreiben lässt. Diese Frage liegt nahe, Persönliches Fazit Aus meiner Sicht trifft der S10 den richtigen Schmerzpunkt. Bei Resin ist nicht der Druck das Problem, sondern der Umgang mit Chemie und klebrigen Teilen. Ein geschlossener Ablauf wäre für Büros und Werkstätten ohne eigenen Reinraum ein echter Vorteil. Skeptisch bin ich bei zwei Dingen. Das Aushärten bleibt Handarbeit und die Kampagne zeigt bisher Prototypen. Dazu kommt der kritische Käuferthread, der zumindest Fragen zu Support und Lieferung aufwirft. Für den Einsatz im Mittelstand würde ich erst Serienmaschinen und Langzeitberichte abwarten.

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