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Elegoo Centauri Carbon 2 Combo Test

  • Autorenbild: Sascha Surbanoski
    Sascha Surbanoski
  • 30. Jan.
  • 4 Min. Lesezeit
Quelle: Elegoo
Quelle: Elegoo

Der Elegoo Centauri Carbon 2 markiert einen wichtigen Meilenstein für den Hersteller, da er als erster Drucker der Serie von Werk aus mit einem vollständig integrierten Multimaterial-System namens Canvas ausgeliefert wird. Das Gerät ist als geschlossener CoreXY-Drucker konzipiert und zielt darauf ab, hohe Geschwindigkeiten mit einer extremen Materialvielfalt und benutzerfreundlicher Automatisierung zu kombinieren. In diesem Testbericht betrachten wir die verschiedenen Aspekte der Hardware, der Software und der Druckergebnisse im Detail, um zu sehen, ob das System den hohen Erwartungen im aktuellen Marktumfeld gerecht wird.



Inhaltsverzeichnis

Fazit zum Preis-Leistungs-Verhältnis



Hochgeschwindigkeitsleistung durch CoreXY Technologie

Die mechanische Grundlage des Druckers bildet ein robustes CoreXY System, das von zwei leistungsstarken 4260 Schrittmotoren angetrieben wird. Diese Konfiguration ermöglicht Druckgeschwindigkeiten von bis zu 500 Millimetern pro Sekunde, wobei für optimale Ergebnisse eine Geschwindigkeit von 250 Millimetern pro Sekunde empfohlen wird. Die maximale Beschleunigung erreicht Werte von bis zu 20.000 Millimetern pro Quadratsekunde. Um bei diesen hohen Tempi Stabilität zu gewährleisten, setzt Elegoo auf einen integrierten Aluminium-Druckgussrahmen und reibungsarme Linearführungen aus Metall. Dies minimiert mechanische Vibrationen und sorgt für eine hohe Präzision, die sich in glatten Oberflächen und scharfen Kanten widerspiegelt.



Das Canvas Multimaterial-System im Detail

Quelle: Elegoo
Quelle: Elegoo

Das Herzstück der Combo Version ist das Canvas-System, das den Druck von bis zu vier verschiedenen Farben oder Materialien durch eine einzige Düse ermöglicht. Im Gegensatz zu Lösungen anderer Hersteller, die auf geschlossene Boxen setzen, verwendet Elegoo seitlich montierte Filamenthalter mit einem speziellen Federmechanismus. Dieser Mechanismus sorgt dafür, dass das Filament auch bei schnellen Rückzugsbewegungen während des Farbwechsels ordentlich auf der Spule bleibt und sich nicht verheddert. Eine besonders nützliche Funktion ist das automatische Nachfüllen. Erkennt das System, dass eine Spule leer läuft, kann es automatisch auf eine zweite, identische Spule umschalten, wodurch große Druckprojekte ohne Unterbrechung abgeschlossen werden können.



Materialvielfalt und Hochtemperatur-Eigenschaften

Mit einer maximalen Düsentemperatur von 350 Grad Celsius und einem beheizbaren Druckbett, das bis zu 110 Grad erreicht, ist der Drucker für weit mehr als nur Standard PLA gerüstet. Die Düse aus gehärtetem Stahl ermöglicht die Verarbeitung anspruchsvoller technischer Materialien wie PC, PA und verschiedenen kohlefaser- oder glasfaserverstärkten Filamenten wie PLA-CF oder PETG-GF. Diese Fähigkeit macht den Drucker nicht nur für Hobbyprojekte, sondern auch für funktionale Prototypen und industrielle Anwendungen interessant. Die thermische Stabilität wird dabei durch ein spezielles Kühlsystem unterstützt, das eine gleichmäßige Temperaturkontrolle im Inneren der Kammer gewährleistet.



Intelligente Temperatursteuerung und Gehäusedesign

Der Centauri Carbon 2 verfügt über eine vollständig geschlossene Kammer, die für den Druck von Materialien wie ABS oder ASA essenziell ist, um Warping zu vermeiden. Ein innovatives Merkmal ist das intelligente Gitter auf der Rückseite des Gehäuses. Dieses öffnet und schließt sich automatisch basierend auf dem verwendeten Material. Während es bei PLA für eine bessere Belüftung sorgt, bleibt es bei Hochtemperatur-Materialien geschlossen, um die Wärme im Inneren zu halten. Das Gehäuse trägt zudem zur Geräuschreduzierung bei, sodass der Drucker im Silent-Mode unter einer Lautstärke von 45 Dezibel bleibt.



Vollautomatische Kalibrierung und Ersteinrichtung

Für Einsteiger ist die vollautomatische Kalibrierung einer der größten Pluspunkte. Das System führt eine 121 Punkt Auto Nivellierung durch und stellt den Z-Offset, also den Abstand zwischen Düse und Druckbett, präzise ein. Manuelle Justierungen an Stellschrauben gehören damit der Vergangenheit an. Zusätzlich verfügt der Drucker über eine aktive Vibrationskompensation, die Resonanzen erkennt und ausgleicht, um Ghosting Effekte bei hohen Geschwindigkeiten zu verhindern. Auch der Extrusionsfluss wird durch eine automatische Kalibrierung des Druckvorschubs optimiert, was besonders bei schnellen Richtungswechseln des Druckkopfs für gleichmäßige Linien sorgt.



Umfangreiche Sensorik für maximale Zuverlässigkeit

Um Druckfehler zu minimieren, hat Elegoo insgesamt 31 smarte Sensoren im Gerät verbaut. Diese überwachen kontinuierlich verschiedene Parameter wie den Filamentfluss, mögliche Verstopfungen der Düse oder den Zustand der Lüfter. Es gibt eine spezifische Verhedderungserkennung für das Filament und ein Tropfenerkennungssystem beim Modelllüfter. Sollte es zu einem Stromausfall kommen, speichert der Drucker den aktuellen Fortschritt und kann die Arbeit später an exakt derselben Stelle fortsetzen. Diese Sensordichte erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit bei langen Druckaufträgen erheblich und schützt die Hardware vor Schäden durch Überhitzung oder mechanische Blockaden.



KI Kamera und Fernüberwachung

In der oberen Ecke des Bauraums befindet sich eine integrierte Kamera, die weit mehr als nur einfache Bilder liefert. Sie verfügt über KI-gestützte Überwachungsfunktionen, die beispielsweise Spaghettim Bildung also fehlgeschlagene Drucke, bei denen nur noch Filamentfäden produziert werden erkennen und den Druckvorgang automatisch pausieren können. Über die Elegoo Matrix App können Nutzer den Live Stream der Kamera auf ihrem Smartphone verfolgen, den Drucker von unterwegs steuern und Zeitraffer Videos ihrer Kreationen erstellen. Dies bietet ein hohes Maß an Komfort und Sicherheit, da man den Fortschritt auch dann im Blick behält, wenn man sich nicht im selben Raum befindet.



Software und das digitale Ökosystem

Der Drucker ist nahtlos in das Software-Ökosystem von Elegoo eingebunden. Der ElegooSlicer bietet eine intuitive Benutzeroberfläche, die speziell auf die Funktionen des Centauri Carbon 2 und des Canvas-Systems zugeschnitten ist. Über die Integration von Nexprint haben Nutzer Zugriff auf eine umfangreiche Modellbibliothek, von der aus 3D Modelle mit nur einem Klick in den Slicer geladen und für den Druck vorbereitet werden können. Die Steuerung am Gerät selbst erfolgt über einen 5 Zoll großen Farb-Touchscreen, der übersichtlich gestaltet ist und alle wichtigen Informationen sowie Einstellmöglichkeiten für die verschiedenen Filament-Slots bietet.



Druckqualität und Handhabung des Abfalls

In der Praxis liefert der Drucker exzellente Ergebnisse. Besonders hervorzuheben ist die hohe Maßhaltigkeit, die es ermöglicht, komplexe mechanische Teile mit Gewinden und beweglichen Elementen direkt aus dem Drucker zu produzieren. Beim Mehrfarbdruck muss man sich jedoch, wie bei fast allen Systemen mit nur einer Düse, auf eine gewisse Menge an Purge-Material einstellen. Das ist das Filament, das beim Farbwechsel aus der Düse gespült werden muss, um Farbmischungen zu vermeiden. Der ElegooSlicer erlaubt es jedoch, die Reinigungsvolumina anzupassen, um den Abfall zu minimieren, ohne dass es zu einem unerwünschten Ausbluten der Farben kommt.



Fazit zum Preis Leistungs Verhältnis

Quelle: Elegoo
Quelle: Elegoo

Der Elegoo Centauri Carbon 2 Combo bietet ein beeindruckendes Gesamtpaket zu einem kompetitiven Preis. Aktuell bei Elegoo für 439€ erhält man eine Maschine, die technisch mit deutlich teureren Konkurrenzmodellen mithalten kann. Die Kombination aus hoher Geschwindigkeit, der Fähigkeit technische Materialien zu verarbeiten und dem unkomplizierten Mehrfarbdruck macht ihn zu einer vielseitigen Wahl. Während die seitlich montierten Filamenthalter mehr Platz auf dem Schreibtisch beanspruchen als kompakte Box-Systeme, überzeugt die technische Umsetzung durch Zuverlässigkeit und eine einfache Wartung. Wer einen schnellen, geschlossenen und intelligenten 3D-Drucker sucht, findet hier eine sehr starke Alternative.

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