eufyMake Studio Update: Konturerkennung und Local Mode im April-Release
- Sascha Surbanoski

- 27. Apr.
- 4 Min. Lesezeit
AnkerMake hat am 8. April 2026 ein umfangreiches Update für seine eufyMake Studio Software veröffentlicht. Die neue Version umfasst Desktop v2.7.0.6, die Mobile Apps iOS v3.7.1_9295 und Android v3.7.1_9299 sowie Firmware v3.3.12. Das Update adressiert konkrete Nutzerwünsche rund um Offline-Arbeit, Objekterkennung und Wartungsplanung. Laut Hersteller-Meldung flossen dabei direkte Rückmeldungen aus der Nutzerschaft ein.
Inhaltsverzeichnis
Local Mode: Offline-Arbeit wie in klassischer Desktop-Software
Eine der zentralen Neuerungen ist der vollständig neu entwickelte Local Mode, der ausschließlich im PC-Client verfügbar ist. Projekte werden nun als .empf-Dateien direkt auf dem lokalen Rechner gespeichert, vergleichbar mit dem PSD-Format in Adobe Photoshop. Das bedeutet: Layouts und Bearbeitungszustände bleiben erhalten und lassen sich jederzeit wieder öffnen und weiterbearbeiten.
Praktisch umgesetzt wurde das mit bekannten Tastenkombinationen: Strg/Cmd + S speichert sofort, Strg/Cmd + Shift + S legt eine neue Version an, ohne das Original zu überschreiben. Zusätzlich gibt es eine automatische Absturzsicherung, die den letzten Arbeitsstand beim nächsten Programmstart wiederherstellt. Wichtig zu verstehen: Local Mode und Offline Mode sind zwei verschiedene Konzepte. Wer online ist, kann weiterhin Cloud-KI-Funktionen nutzen und gleichzeitig lokal speichern.
Konturerkennung und Batch-Fill für unregelmäßige Objekte
Bisher mussten Nutzer beim Bedrucken von unregelmäßigen Objekten wie Handyhüllen mit Aussparungen, Natursteinen oder individuell geformten Untersetzern manuell maskieren, bevor sie mit dem Design beginnen konnten. Das entfällt nun: Objekte werden einfach auf die Druckplattform gelegt und fotografiert. Die Software erkennt automatisch die Außenkontur jedes Objekts.
Mit einem einzigen Klick lässt sich ein Design auf alle gleichartigen Objekte gleichzeitig anwenden, inklusive automatischer Skalierung und Rotation. Die erkannten Konturen können nachträglich mit Pinselwerkzeugen, einer Smart-Selection oder einem Offset-Regler (von -5 mm bis +5 mm) feinjustiert werden. Für die Füllung stehen zwei Stile zur Wahl: das Design vollständig in die Form einpassen oder die Form vollständig mit dem Design abdecken. Das ist besonders für Kleinserien relevant, etwa 20 identische Untersetzer in einem Durchgang.
Verbesserte Design-Ausrichtung mit X/Y-Offset
Für präzise Ergebnisse, gerade bei Seriendrucken und Wiederholaufträgen, wurde die Ausrichtungsfunktion überarbeitet. Nutzer können jetzt X- und Y-Offset-Werte direkt eingeben, ohne jedes Mal eine vollständige Kalibrierung durchzuführen. Wer seine Offset-Werte bereits kennt, kann sie direkt eintragen und sofort mit dem Druck beginnen.
Die Kalibrierungsführung wurde in drei Pfade unterteilt: Vollkalibrierung für Ersteinrichter, direkter Offset-Einstieg nach einer bereits erfolgten Auto-Kalibrierung sowie manuelle Offset-Eingabe für erfahrene Nutzer. Offset-Änderungen wirken sich sofort aus, ohne dass der Kalibrierungsablauf neu gestartet werden muss. Wer sich unsicher ist, kann Referenzmarken drucken lassen und diese manuell ausmessen.
Individuelle Wartungsplanung und neue Hilfsfunktionen
Die automatische Druckkopfwartung lief bisher zu einem festen Zeitpunkt, standardmäßig nachts. Das Update erlaubt nun eine individuelle Zeitplanung: Nutzer können festlegen, wann die Wartung ausgeführt wird, und sich im Voraus erinnern lassen. Das ist sinnvoll für Betriebe mit Schichtbetrieb oder für Nutzer, die zu ungewöhnlichen Zeiten arbeiten.
Ergänzend dazu gibt es jetzt Pop-up-Erinnerungen, wenn Tinten- oder Reinigungspatronen dem Ablaufdatum näherkommen. Die tatsächlich gemessene Objekthöhe wird während des Druckablaufs angezeigt, sodass höhenbezogene Fehler vor dem Druck erkannt werden können. Vor manuellen Wartungsvorgängen erscheint nun ein zweiter Bestätigungsdialog, um versehentliche Auslösungen zu verhindern. Außerdem wurden die Hintergrundentfernung per KI verbessert (sauberere Kanten bei Haaren und feinen Strukturen) sowie der AP-Modus für stabilere Geräteverbindungen optimiert.
Firmware-Neuerungen: Temperaturüberwachung und Ausrichtung
Auf Firmware-Seite (v3.3.12) wurde die Zero-Point-Offset-Funktion integriert, sodass die verbesserte Ausrichtungsgenauigkeit auch direkt am Gerät verfügbar ist und nicht nur im PC-Client. Das sorgt für konsistente Ergebnisse unabhängig davon, ob der Druck über die Software oder direkt am Drucker gestartet wird.
Neu hinzugekommen ist außerdem eine Echtzeit-Umgebungstemperaturüberwachung während des Druckvorgangs. Der Hochtemperaturschwellenwert des Druckkopfs wurde neu kalibriert. Das ist relevant, weil UV-Tintendrucker wie der eufyMake E2 empfindlich auf Temperaturschwankungen reagieren können, die die Druckqualität und Tintenviskosität beeinflussen.
Preis und Verfügbarkeit
Das Software-Update ist kostenlos und steht für alle Nutzer des eufyMake E2 bereit. Der Desktop-Client v2.7.0.6 sowie die Firmware v3.3.12 werden per OTA (Over-the-Air) verteilt. Die mobilen Apps sind im Apple App Store und im Google Play Store verfügbar.
Der eufyMake E2 UV-Tintendrucker selbst ist auf der AnkerMake-Website gelistet.
Aktueller Status und Markterwartung
Das April-Update von eufyMake Studio ist ab sofort verfügbar und wird aktiv an bestehende Geräte ausgerollt. AnkerMake hat in der Meldung auch einen Ausblick auf kommende Features angekündigt, ohne diese im Detail zu benennen. Das deutet auf eine kontinuierliche Entwicklungsroadmap hin.
Im Markt für UV-Tintendrucker auf Objekte ist eufyMake mit dem E2 einer der wenigen Anbieter, die eine vollständige Software-Ökosystem-Lösung für Endverbraucher und kleine Betriebe anbieten. Die Kombination aus KI-gestützter Konturerkennung und lokalem Projektmanagement hebt das Produkt von reinen Hardware-Angeboten ab. Ob die neuen Funktionen die Zuverlässigkeit im Dauerbetrieb halten, wird sich in der Praxis zeigen.
Stimmen aus der Community und erste Einschätzungen
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lagen zu diesem Thema keine konkreten Reddit-Threads, Foren-Diskussionen oder YouTube-Beiträge vor, die eine Community-Einschätzung belegen würden. Sobald sich öffentliche Diskussionen abzeichnen, wird dieser Abschnitt aktualisiert. Das Update ist erst seit wenigen Tagen verfügbar, sodass ausführliche Praxisberichte noch ausstehen.
Persönliches Fazit
Aus meiner Sicht ist dieses Update ein gutes Beispiel dafür, wie Software-Iterationen den tatsächlichen Nutzwert einer Hardware erheblich steigern können. Der Local Mode war längst überfällig: Wer professionell arbeitet, erwartet Strg+S und lokale Projektdateien als Selbstverständlichkeit. Dass das erst jetzt kommt, zeigt, wie jung das Produkt noch ist. Die Konturerkennung mit Batch-Fill ist dagegen wirklich durchdacht: In der Praxis bei kleinen Auflagen oder Individualisierungsprojekten spart das messbar Zeit. Die individuelle Wartungsplanung klingt nach einem Kleinigkeit, ist aber für jeden, der den Drucker in einem geregelten Tagesablauf betreibt, ein echter Komfortgewinn. Was ich noch vermisse, sind unabhängige Langzeittests zur Druckqualität und Zuverlässigkeit des E2 im Dauerbetrieb. Bis dahin bleibt das Gerät ein interessanter Kandidat für Betriebe, die UV-Direktdruck auf Objekte in kleinen Stückzahlen ausprobieren wollen, aber noch kein vollständiges Bild über die Produktionsreife liefert.




