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FilaDC i10 von SUNLU: Filament Humidor mit Molekularsieb

Autorenbild: Sascha Surbanoski
Sascha Surbanoski
11. Okt.
4 Min. Lesezeit
SUNLU FilaDC i10 Filament Humidor von Inslogic: Entfeuchtungsschrank für bis zu zehn Filamentspulen
Quelle: SUNLU

Feuchtes Filament ist einer der häufigsten Gründe für Stringing und matte Oberflächen. Der FilaDC i10 von SUNLU und Inslogic ist ein Schrank für bis zu zehn Standardspulen, der die Luftfeuchtigkeit dauerhaft niedrig halten soll. Er arbeitet bei Raumtemperatur und liegt damit zwischen einfachen Dry Boxen und aktiven Filamenttrocknern. Gedacht ist er für Maker mit vielen Materialien und für Werkstätten, die Rollen über Wochen einsatzbereit lagern wollen.




Inhaltsverzeichnis




Das Wichtigste im Überblick

  • Platz für bis zu zehn Spulen (1 kg, Durchmesser 200 mm, Breite 67 mm) auf zwei Ebenen

  • Entfeuchtung per regenerierbarem Molekularsieb statt dauerhafter Heizung

  • Zielfeuchte einstellbar über drei Tasten, Display zeigt Feuchte und Innentemperatur

  • Innentemperatur steigt auf maximal 35 Grad Celsius

  • Tür mit Gummidichtungen ohne Magnete

  • Vorbestellung für 179,99 Euro, Versand laut Hersteller ab Dezember 2026




Aufbau und Verarbeitung

Der FilaDC i10 kommt weitgehend vormontiert an. Nach dem Auspacken müssen nur vier selbstklebende Füße angebracht werden. Im Lieferumfang sind außerdem ein Netzteil beziehungsweise Netzkabel und eine Bedienungsanleitung.

Gehäuse und Sichtfenster bestehen aus Kunststoff. Die Rollenhalter sind dünne Metallrohre. Die Tür schließt über dicke Gummidichtungen und hält ohne Magnete dicht.

Bei den Maßen unterscheiden sich die Angaben. Die Herstellerseite nennt 395 x 300 x 508 mm (L x B x H) und 5,8 kg Nettogewicht. In anderen Beschreibungen des Geräts stehen 6,2 kg bei 49 cm Höhe, 38,5 cm Breite und 26 cm Tiefe. Vor dem Kauf lohnt sich ein Blick auf die finalen Daten, besonders wenn der Stellplatz knapp ist.




Bedienung und Technik

Gesteuert wird über drei Tasten und eine Anzeige an der Front. Dort stellt man die Zielluftfeuchtigkeit ein. Das Display zeigt die gemessene relative Luftfeuchte (RH) und die Innentemperatur. Die Temperatur lässt sich nicht separat einstellen.

Die Entfeuchtung läuft über ein Molekularsieb. Das ist ein Trockenmittel, das Wassermoleküle durch physikalische Adsorption bindet. Ist das Sieb gesättigt, heizt eine PTC Heizung (selbstregelndes Heizelement) es auf und treibt die Feuchtigkeit nach außen. Danach kühlt es kurz ab und der Zyklus beginnt von vorn.

Laut einem First Look zum Gerät ist das Prinzip auf Dauerbetrieb ausgelegt. Das Heizmodul erreicht nach Herstellerangabe unter Testbedingungen bis zu 260 Grad Celsius. Das Sieb gibt ab etwa 230 Grad Celsius Feuchtigkeit ab. Der Hersteller schränkt ein, dass die tatsächliche Temperatur je nach Umgebung und Zyklusdauer schwankt.

Auch hier gehen die Zahlen auseinander. Die Herstellerseite nennt für die Zielfeuchte 10 bis 55 Prozent in den Spezifikationen und 10 bis 45 Prozent in den FAQ. Die Heizleistung steht dort mit 100 Watt, andere Beschreibungen sprechen von rund 65 Watt. Die Genauigkeit der Anzeige liegt bei plus minus 5 Prozent.




Das zeigt der Praxistest

Unabhängige Langzeitmessungen liegen in den vorliegenden Quellen nicht vor. Belegt ist vor allem das Verhalten im Betrieb. Die Innentemperatur steigt auf maximal 35 Grad Celsius. Das ist deutlich weniger als bei beheizten Trocknern und für die Lagerung von PLA unkritisch.

Der Regenerationszyklus startet selbsttätig und braucht keine Eingriffe. Die Dichtungen sorgen für einen luftdichten Verschluss. Der Hersteller gibt einen Verbrauch von rund 0,23 kWh pro Tag an. Dieser Wert stammt vom Hersteller und ist nicht unabhängig geprüft.

Wie gut die Feuchte beim häufigen Türöffnen bei zehn Spulen gehalten wird, zeigen erst Langzeittests. Zum Hintergrund feuchter Rollen hilft feuchtes Filament im 3D Druck als Einstieg.




Vor und Nachteile

Vorteile:


  • Platz für zehn Spulen auf zwei Ebenen

  • Niedrige Innentemperatur, geringes Risiko für verformte Spulen

  • Automatische Regeneration des Molekularsiebs

  • Einstellbare Zielfeuchte mit klarer Anzeige

  • Kaum Aufbau nötig


Nachteile:


  • Kein Trocknen stark durchfeuchteter Rollen wie bei einem aktiven Trockner

  • Temperatur nicht einstellbar

  • Kunststoffgehäuse und dünne Metallrohre als Halter

  • Widersprüchliche Angaben zu Gewicht, Maßen und Leistung

  • Versand erst ab Dezember 2026 angekündigt

  • Genauigkeit der Feuchtemessung nur plus minus 5 Prozent




Preis und Verfügbarkeit

Der FilaDC i10 steht laut der Vorbestellseite des Herstellers für 179,99 Euro inklusive Mehrwertsteuer im Shop. Der Versand soll voraussichtlich ab Dezember 2026 beginnen. Bestellungen werden in der Reihenfolge des Eingangs verschickt.

Zur Auswahl stehen Mengenstaffeln mit bis zu 6 Prozent Rabatt bei zehn Geräten sowie Bundles mit vier bis zehn Rollen Filament. In die meisten Regionen in Deutschland und der EU ist der Versand kostenlos.




Vergleichbare Produkte


Einen Überblick über die Gerätetypen gibt der Beitrag zu Filamenttrocknern.




Stimmen aus der Community und erste Einschätzungen

Die Resonanz zum FilaDC i10 ist bisher überschaubar und besteht vor allem aus Videos und Ankündigungsthreads. Im Subreddit zur Marke wird die Preisbekanntgabe thematisiert. Das ist eher eine Herstellerankündigung als ein unabhängiger Erfahrungsbericht. Ein weiterer Thread führt das Gerät unter der Bezeichnung „Filament Dryer". Das verwischt die Abgrenzung zwischen einem Trockenschrank mit Molekularsieb und einem aktiven Trockner, die auch in diesem Artikel wichtig ist.

Unter den Videos stellt Rad Dad's Print Lab im Video die Frage, ob der Schrank die bessere Art der Filamentlagerung ist. Die Frage ist berechtigt, denn der Nutzen hängt davon ab, ob man Rollen dauerhaft trocken halten oder bereits feuchtes Material trocknen will. CNC Kitchen wirft im Beitrag die Frage auf, warum es ein solches Konzept nicht schon früher gab. Das deutet auf Interesse an der Bauart hin, belegt aber noch keine Langzeitergebnisse. Zu Haltbarkeit, Regenerationsintervallen des Molekularsiebs und Praxiswerten über Monate gibt es bislang keine belastbaren Erfahrungen aus der Community.




Persönliches Fazit

Aus meiner Sicht ist das Konzept sinnvoll. Wer viele Materialien parallel nutzt, will Rollen nicht jedes Mal vortrocknen müssen. Ein Schrank mit niedriger Dauerfeuchte bei höchstens 35 Grad passt dazu gut. Aus Erfahrung mit technischen Filamenten gilt aber: Lagerung ersetzt kein Trocknen, wenn eine Rolle schon feucht ist. Die widersprüchlichen Daten auf Herstellerseite und in Beschreibungen stören mich, weil sie zeigen, dass das Produkt noch nicht final spezifiziert ist. Ich würde die ersten unabhängigen Langzeitwerte abwarten, bevor ich ihn für eine Werkstatt einplane. Für 179,99 Euro ist er interessant, sofern die Feuchtehaltung bei zehn Spulen im Alltag hält.

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