High Capacity CISS von eufyMake: Mehr Tinte für den E1

AnkerMake zeigt auf der IFA in Berlin erstmals öffentlich das High Capacity CISS für den UV Drucker eufyMake E1. CISS steht für Continuous Ink Supply System und meint eine Tintenversorgung aus externen Tanks statt aus kleinen Kartuschen im Gerät. Laut dem Blogbeitrag des Herstellers ist das System noch nicht im Verkauf. Es richtet sich an Anwender mit langen Druckjobs und größeren Stückzahlen.
Inhaltsverzeichnis
Aufbau des High Capacity CISS
Beim E1 ersetzt das System die sechs kleinen Kartuschenplätze durch eine separate Tintenstation. Nach Angaben von eufyMake besteht sie aus drei Teilen: der High Capacity Ink Station neben dem Drucker sowie einer sekundären Tintenkartusche und einer sekundären Reinigungskartusche an den Originalplätzen.
Weißtinte und Lack fassen je 1.000 ml, weil diese beiden Kanäle am schnellsten verbraucht werden. CMYK, Reinigungs und Befeuchtungslösung haben je 300 ml. Zum Vergleich: Die Standardkartuschen des E1 fassen 100 ml.
Die Tinte läuft nicht per Schwerkraft nach. Die Zufuhr heißt SmartFeed und pumpt alle sechs Kanäle aktiv. Sie füllt die sekundären Kartuschen während des Drucks aus den Haupttanks nach und gleicht dabei den Druck aus, bevor die Tinte zum Druckkopf kommt.
Weißtinte gilt im UV Druck als heikelster Kanal, weil das schwere Pigment absinkt. Das System rührt sie deshalb um und lässt sie zirkulieren. Es zieht sie zurück, damit die Leitung nicht verstopft und spült den Pfad. Die Füllstände von Tanks und Sekundärkartuschen werden ohne Schwimmer oder bewegliche Teile in der Tinte erfasst. Mehr zur Tinte selbst steht im Beitrag zur eufyMake UV Tinte.
Wofür das System gedacht ist
eufyMake nennt drei Szenarien. Das erste ist der 3D Texturdruck. Dabei werden Tintenschichten gestapelt, das kostet Zeit und viel Tinte. Im Beispiel eines Papageienauges braucht der normale Druck 200,8 ml. Mit dem Tintensparmodus sind es 80,23 ml. Auch dann wären bei 100 ml Kartuschen häufige Wechsel nötig.
Das zweite Szenario ist der Langformatdruck. Mit dem Roll to Film Attachment druckt der E1 bis zu 10 Meter lang, indem Folie kontinuierlich eingezogen wird. Solche Jobs laufen Stunden, etwa über Nacht. Die Füllstände sind per Smartphone einsehbar und am Ende kommt eine Benachrichtigung.
Das dritte ist die Serienfertigung auf gleichem Material, etwa Schlüsselanhänger, Untersetzer, Kühlschrankmagnete oder Golfbälle. Die Software eufyMake Studio hat dafür Konturerkennung, Stapelbefüllung und Nachdruckfunktionen. Der Tintenverbrauch steigt bei Wiederholjobs trotzdem schnell. In der Praxis bedeutet das weniger Unterbrechungen durch Kartuschenwechsel. Bei gelegentlichen kleinen Projekten sind laut Hersteller die Standardkartuschen weiter die bessere Wahl. Zum Gerät selbst gibt es einen Beitrag zum eufyMake UV Printer E1.
Antworten auf Nutzerfragen
Der Hersteller beantwortet im Beitrag Rückfragen zu einem früheren Post. Einige Punkte sind für den Betrieb relevant:
Das System steht rechts am Drucker, weil die Sekundärkartuschen im E1 hinten rechts sitzen. So bleibt der Tintenweg kurz und stabil.
Es gibt vorerst nur eine Schlauchlänge. Längere Schläuche könnten die Zufuhr unruhiger machen und die Platzierung erschweren. Ein Systemverbinder soll das Kippen verhindern.
Einen Tank im laufenden Druck zu wechseln, rät eufyMake ab. Es könnte Luft ins System gelangen. Tanks sollten vor oder nach dem Job getauscht werden.
Nach einem Stromausfall setzen automatisches Nachfüllen und Weißtintenwechsel die unfertigen Schritte fort.
Vor dem Druckstart müssen alle benötigten Kartuschen erkannt werden.
Abgelaufene Tinte sperrt die Software nicht hart. Sie warnt und überlässt die Entscheidung dem Nutzer.
Gerade der letzte Punkt ist bei 1.000 ml relevant. Wer Weißtinte nur sporadisch braucht, sollte das Verfallsdatum im Blick behalten.
Aktueller Status und Markterwartung
Das High Capacity CISS ist laut eufyMake noch nicht erhältlich. Wer sich für Neuigkeiten einträgt, bekommt Early Bird Preise und zusätzlich einen Gutschein über 10 Prozent. Konkrete Preise oder einen Starttermin nennt der Hersteller nicht.
Persönliches Fazit
Aus meiner Sicht ist das CISS der logische Schritt für alle, die den E1 produktiv einsetzen. Kartuschen mit 100 ml sind bei Serienjobs und langen Rollendrucken schnell ein Engpass. Die Füllstandsanzeige und die Stromausfall Logik sind für unbeaufsichtigte Läufe wichtiger als die reine Menge.
Offen bleiben für mich Preis und Tinte pro Milliliter. Der Hersteller verspricht niedrigere Tintenkosten, belegt das aber nicht mit Zahlen. Auch die feste Schlauchlänge und der Platz rechts neben dem Gerät sind Einschränkungen für kleine Werkstätten. Ich würde das System erst bewerten, wenn Preise und Praxisberichte vorliegen.





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