Prusament Pellets: Prusa verkauft Granulat

Prusa verkauft Prusament ab sofort auch als Granulat. Laut einer Meldung im Prusa Blog gibt es die Pellets seit dem 13. Oktober in Packungen bis 14 Kilogramm. Es sind dieselben Pellets, aus denen das Unternehmen sein Filament herstellt. Einen eigenen Pelletdrucker bietet Prusa dazu nicht an.
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Das Angebot im Überblick
Rohstoffgranulat wird normalerweise in Tonnen oder zumindest in hunderten Kilogramm verkauft. Wer nur ein paar Dutzend Kilo braucht, findet laut Prusa nur wenige Anbieter. Genau diese Lücke will das Unternehmen mit den kleinen Gebinden schließen.
Ein praktischer Punkt: Die Pellets werden vorgetrocknet geliefert. Handelsübliches Granulat kommt nach Angaben von Prusa mit hoher Restfeuchte an. Prusa trocknet es beim Wareneingang und füllt einen Teil in versiegelte Kanister oder Beutel ab. In den meisten Fällen soll das Material damit direkt nach dem Auspacken verwendbar sein.
Zum Start gibt es vier Materialien in Naturfarbe: PLA, PETG, ASA und PC Blend (eine Mischung auf Polycarbonatbasis). Alle sind ungefärbtes Basismaterial.
Einsatz im Großformatdruck
Das erste Einsatzfeld ist FGF (Fused Granular Fabrication). Dabei schmilzt der Druckkopf Granulat direkt auf, ohne den Umweg über Filament. Prusa nennt zwei Vorteile: Der Rohstoff ist günstiger als Filament und Pelletextruder legen mehrere Kilogramm Material pro Stunde ab.
Nach Angaben des Unternehmens eignen sich die Packungen für mittelgroße Objekte wie Möbel oder Skulpturen. In der Praxis bedeutet das: Wer serienmäßig große Teile druckt, braucht deutlich mehr als 14 Kilo. Für Tests auf einem vorhandenen Pelletdrucker ist die Menge dagegen gut gewählt. Ein passendes Gerät muss man selbst mitbringen.
Forschung und Bildung
Das zweite Feld sind Labore, Hochschulen und Schulen. Die Naturpellets lassen sich mit eigenen Masterbatches (Farbkonzentraten) mischen. So kann man Farbstoffe, UV Stabilisatoren oder mechanische Zusätze wie Kohlenstoffnanoröhren und Glasfasern testen, wie Prusa in der Produktankündigung beschreibt.
Wer einen Desktop Extruder besitzt, kann aus den Pellets eigenes Filament mit 1,75 oder 2,85 Millimetern Durchmesser ziehen. Prusa kennt Zusatzstoffe im Filament aus eigener Fertigung, etwa beim Prusa Holzfilament mit dreißig Prozent Holzpartikeln. Das Fachportal Fabbaloo stellt in einem Beitrag die Frage, warum Prusa Materialien für Produkte verkauft, die das Unternehmen selbst nicht herstellt.
Preis und Verfügbarkeit
Die Pellets sind laut Prusa Blog in zwei Größen erhältlich. Die kleinen Packungen kommen im 5 Liter Kanister und die großen im Beutel aus Aluminium und Kunststoff. Die Euro Preise enthalten die Mehrwertsteuer:
PLA Natural: 4 kg für 39,99 Euro und 14 kg für 129,99 Euro
PETG Natural: 4 kg für 39,99 Euro und 14 kg für 119,99 Euro
ASA Natural: 3,5 kg für 49,99 Euro und 12 kg für 149,99 Euro
PC Blend Natural: 3,5 kg für 59,99 Euro und 12 kg für 179,99 Euro
Umgerechnet liegt der Kilopreis nach eigener Rechnung zwischen rund 8,60 Euro (PETG im großen Beutel) und rund 17,10 Euro (PC Blend im kleinen Kanister). Größere Gebinde sind jeweils günstiger pro Kilo.
Persönliches Fazit
Aus meiner Sicht ist das ein sinnvoller Schritt für alle, die Pelletdruck erst einmal ausprobieren wollen. Vorgetrocknetes Material in kleinen Mengen ist in der Praxis ein echtes Problem, weil Feuchte bei PETG oder PC Blend schnell die Druckqualität ruiniert. Für Produktion im größeren Stil sind 14 Kilo allerdings schnell verbraucht und Industriekunden kaufen Granulat weiterhin direkt beim Compounder. Die genannten 60 Prozent Ersparnis würde ich nicht ungeprüft übernehmen, solange kein Vergleich mit realen Filamentpreisen vorliegt. Offen bleibt auch, ob Prusa das Angebot um Farben und technische Compounds erweitert. Ohne eigenen Pelletdrucker bleibt Prusa hier Materiallieferant und kein Systemanbieter.





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