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Metall-3D-Druck von AddUp: Was der Blog des Herstellers über PBF, Implantate und Sicherheit verrät

  • Autorenbild: Sascha Surbanoski
    Sascha Surbanoski
  • 27. Apr.
  • 5 Min. Lesezeit
AddUp FormUp 350 Metall-3D-Drucker, Pressebild AddUp Solutions
Quelle: AddUp Solutions

AddUp Solutions, das aus einem Joint Venture von Michelin und Fives hervorgegangene Unternehmen für metallischen 3D-Druck, pflegt einen englischsprachigen Fachblog, der sich gezielt an Ingenieure, Produktionsverantwortliche und Medizintechnik-Experten richtet. Die Beiträge decken ein breites Spektrum ab: von Grundlagen der Powder Bed Fusion (PBF, ein pulverbettbasiertes Schmelzverfahren für Metalle) über patientenspezifische Implantate bis hin zu Sicherheitsaspekten am firmeneigenen Drucker FormUp 350. Wer sich einen strukturierten Überblick über den Stand der metallischen Additiven Fertigung verschaffen möchte, findet dort kompakte, praxisnahe Einblicke.




Inhaltsverzeichnis




Powder Bed Fusion: Grundlagen und Potenzial

Der jüngste Blogbeitrag vom Dezember 2024 widmet sich der Frage, was Powder Bed Fusion eigentlich ist und warum das Verfahren für die metallische Serienproduktion zunehmend relevant wird. PBF bezeichnet eine Gruppe von Verfahren, bei denen ein Laser oder Elektronenstrahl Metallpulver schichtweise aufschmilzt und so dreidimensionale Bauteile erzeugt. AddUp erklärt darin, wie sich PBF von anderen Metalldruckverfahren wie dem Directed Energy Deposition (DED) unterscheidet und welche Geometriefreiheiten es bietet. In der Praxis bedeutet das: Bauteile mit innenliegenden Kühlkanälen, Gitterstrukturen oder komplexen Freiformflächen, die spanend nicht herstellbar wären, lassen sich mit PBF wirtschaftlich fertigen. Laut AddUp-Blogmeldung sieht das Unternehmen PBF als zentrales Werkzeug für die Produktion von morgen.




Metall-3D-Druck in der Medizintechnik

Ein Beitrag vom Mai 2024 beleuchtet, wie die metallische Additive Fertigung zunehmend in die unmittelbare Patientenversorgung vordringt. Das Stichwort lautet „Point of Care" (Versorgung direkt am Behandlungsort): Krankenhäuser und Kliniken sollen künftig in der Lage sein, Implantate oder chirurgische Instrumente bedarfsgerecht und zeitnah herzustellen, ohne lange Lieferketten. AddUp sieht darin eine der vielversprechendsten Entwicklungen im Medizinsektor, auch wenn regulatorische Hürden (CE-Zertifizierung, FDA-Zulassung) den Rollout verlangsamen. Für mittelständische Zulieferer der Medizintechnik ist das ein Signal: Wer jetzt Kompetenz in der metallischen Additiven Fertigung aufbaut, positioniert sich für wachsende Nachfrage aus Kliniken und OEMs.




Patientenspezifische Implantate

Ebenfalls aus dem März 2024 stammt ein Rückblick auf die Entwicklung patientenspezifischer Implantate aus Metall. Der Beitrag zeigt, wie sich die Technologie von frühen Prototypen zu klinisch eingesetzten Produkten entwickelt hat, und skizziert, wohin die Reise geht: individuell angepasste Hüftpfannen, Wirbelsäulenimplantate und Schädelplatten aus Titan, die per CT-Scan des Patienten modelliert und dann additiv gefertigt werden. Besonders interessant ist der Hinweis, dass die Porosität der Oberfläche (also eine gezielte Mikrostruktur) das Einwachsen von Knochengewebe fördert, was mit klassischen Fertigungsverfahren kaum erreichbar ist. Quelle: AddUp Blog, März 2024.




Sicherheit am FormUp 350

Metall-3D-Druck bringt spezifische Sicherheitsanforderungen mit sich, die im Kunststoffbereich so nicht auftreten: reaktive Metallpulver (z. B. Titan oder Aluminium) können bei falscher Handhabung brennen oder explodieren. AddUp hat im März 2024 einen Beitrag veröffentlicht, der die Sicherheitskonzepte des FormUp 350 erläutert. Dazu gehören Inertgasatmosphäre (Schutzgas wie Argon oder Stickstoff verhindert Oxidation und Entzündung), automatisierte Pulverhandhabung und integrierte Brandschutzmaßnahmen. Für Unternehmen, die den Einstieg in die metallische Additive Fertigung planen, ist dieses Thema nicht zu unterschätzen: Betriebsgenehmigungen, Schulungsaufwand und Raumplanung hängen direkt davon ab.




Oberflächengüte für gedruckte Werkzeuge

Ein Beitrag aus dem Oktober 2023 befasst sich mit der Oberflächenqualität von PBF-gefertigten Werkzeugen und der Frage, wie sich diese für den Produktionseinsatz optimieren lässt. Roh gedruckte Metalloberflächen weisen typischerweise eine Rauheit (Ra-Wert) auf, die für viele Anwendungen nachbearbeitet werden muss. AddUp beschreibt Strategien, um durch Parameteroptimierung und Nachbearbeitungsschritte (Schleifen, Strahlen, elektrochemisches Polieren) serientaugliche Oberflächen zu erreichen. In der Praxis ist das ein entscheidender Faktor, wenn Werkzeuge direkt in Spritzguss- oder Umformprozessen eingesetzt werden sollen. Laut AddUp-Blogbeitrag Oktober 2023 sieht das Unternehmen PBF als vollwertiges Produktionswerkzeug, nicht nur als Prototyping-Methode.




Preis und Verfügbarkeit

AddUp richtet sich mit dem FormUp 350 und seinen weiteren Systemen klar an den industriellen Markt. Konkrete Listenpreise veröffentlicht das Unternehmen nicht öffentlich; Angebote werden individuell auf Basis von Konfiguration, Materialien und Servicepaketen erstellt. Erfahrungsgemäß bewegen sich industrielle PBF-Anlagen in einer Preisspanne von mehreren hunderttausend Euro aufwärts. Für den Einstieg in die metallische Additive Fertigung ohne eigene Anlage bieten sich Dienstleister und Lohnfertiger an.




Alternativen und vergleichbare Produkte

Wer im Bereich industrieller Metall-3D-Druck nach Alternativen zu AddUp sucht, findet mehrere etablierte Anbieter mit unterschiedlichen Schwerpunkten:


  • Metal X von Markforged: Markforged setzt beim Metal X auf ein gebundenes Metallfilament-Verfahren (ADAM), das deutlich niedrigere Einstiegskosten als klassische PBF-Anlagen bietet. Geeignet für KMU und Werkstätten, die Metallteile in mittlerer Komplexität und kleineren Stückzahlen benötigen. Die Oberflächenqualität und Materialdichte sind geringer als bei PBF, dafür ist die Bedienung einfacher. Markforged Metal X Filament

  • Zortrax Endureal: Zortrax ist vor allem für FDM-Drucker bekannt, bietet mit dem Endureal aber eine Hochtemperaturlösung für technische Polymere und Verbundwerkstoffe, die in manchen Anwendungen als Brücke vor dem vollständigen Umstieg auf Metall dienen kann. Für Unternehmen, die zunächst Prozesse mit Hochleistungskunststoffen validieren wollen, bevor sie in Metallanlagen investieren, eine interessante Option.

  • Snapmaker Artisan (Metall-Modul): Snapmaker adressiert mit seinem modularen System eher den Prosumer- und Bildungsbereich. Für industrielle Metallanwendungen ist es nicht geeignet, bietet aber einen kostengünstigen Einstieg in die Welt der mehrachsigen Fertigung und CNC-Bearbeitung, die oft parallel zur Additiven Fertigung betrieben wird.




Aktueller Status und Markterwartung

AddUp positioniert sich konsequent als Vollsortimenter für industrielle Metall-Additive-Fertigung: mit eigenen PBF-Anlagen (FormUp-Serie) und DED-Systemen (aus der BeAM-Linie), dazu Prozessberatung und Serviceangeboten. Der Blog ist dabei ein wichtiges Kommunikationsinstrument, um Ingenieure und Einkäufer mit Fachinhalten zu erreichen, bevor diese eine Kaufentscheidung treffen. Der Markt für metallische Additive Fertigung wächst laut Branchenanalysen kontinuierlich, getrieben von Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik und Automobilbau. AddUp konkurriert dabei mit deutlich größeren Playern wie EOS, Trumpf oder Nikon SLM Solutions, setzt aber auf tiefes Anwendungs-Know-how und europäische Fertigung als Differenzierungsmerkmal.




Stimmen aus der Community und erste Einschätzungen

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lagen zu diesem Thema keine konkreten Reddit-Threads, Foren-Diskussionen oder YouTube-Beiträge vor, die eine Community-Einschätzung belegen würden. Sobald sich öffentliche Diskussionen abzeichnen, wird dieser Abschnitt aktualisiert. Metall-3D-Druck ist ein Nischenthema, das in der breiten Maker-Community weniger diskutiert wird als FDM oder Resin, aber in Fachforen für Maschinenbau und Medizintechnik zunehmend Aufmerksamkeit erhält.




Persönliches Fazit

Aus meiner Sicht ist AddUps Blog ein solides Beispiel dafür, wie ein Industrieausrüster Fachinhalte nutzt, um Vertrauen bei potenziellen Kunden aufzubauen. Die Themen sind gut gewählt: PBF-Grundlagen, Medizintechnik und Sicherheit sind genau die Fragen, die Entscheider im Mittelstand beschäftigen, bevor sie in eine Metallanlage investieren. In der Praxis erlebe ich, dass viele Unternehmen den Schritt zur metallischen Additiven Fertigung scheuen, weil die Einstiegshürden (Kosten, Sicherheitsauflagen, Qualifizierungsaufwand) hoch sind. Beiträge wie der zur Sicherheit am FormUp 350 helfen, diese Hürden zu konkretisieren und einzuschätzen. Was ich mir wünschte: mehr Zahlen, mehr Vergleiche mit klassischen Verfahren, mehr ehrliche Einordnung von Grenzen. Der Blog bleibt stellenweise zu allgemein und lässt konkrete Fallstudien mit Kosteneinsparungen oder Zykluszeiten vermissen. Für einen ersten Überblick ist er aber empfehlenswert, besonders für Teams, die gerade die Entscheidungsgrundlage für eine Investition erarbeiten.

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