Nike und Zellerfeld: Air Works druckt Air Max Stadt für Stadt


Nike Sportswear hat den vierten 3D gedruckten Schuh aus dem Programm Air Works veröffentlicht. Die Oktober Ausgabe stammt vom Designer Masyn aus Los Angeles und entstand mit Nike Mentoren sowie dem Spezialisten für 3D gedruckte Schuhe Zellerfeld. Wie 3D Printing Industry berichtet, ist der Schuh Teil einer Serie aus acht Modellen, die bis März 2027 erscheinen.
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Das Programm Air Works
Air Works ist laut der Meldung das erste Programm dieser Art bei Nike Sportswear. Acht unabhängige Designer aus Beijing, London, Los Angeles, Mumbai, New York, Paris, Shanghai und Tokio kamen vom 11. bis 14. Mai 2026 auf den Nike Campus in Beaverton, Oregon. Dort entwickelten sie mit Nike Designern und Ingenieuren eigene Air Max Modelle.
Als Fertigungsweg diente der 3D Druck bei Zellerfeld. Die Designer besuchten außerdem unter anderem das Air Manufacturing Innovation Facility, das Nike Archiv, das Sport Research Lab und das Bowerman Footwear Lab. Jeder Entwurf soll die persönliche Sicht des Designers und die lokale Szene seiner Stadt spiegeln.
Jeder Designer bringt eine limitierte Version im Stil von „Friends and Family" in seiner Heimatgemeinde heraus. Die Drops laufen auf den Air Max Day 2027 zu.
Der Zeitplan der Releases
Masyns Schuh folgt auf Motoi Hatsuki aus Tokio im Juli, Tasnim aus London im August und Marc Su aus Beijing im September. Jose Wong aus Shanghai ist im Dezember dran. Danach kommen Yams aus Paris im Januar 2027 und Omi aus New York im Februar 2027. Diya Joukani aus Mumbai schließt die Reihe im März 2027 ab.
Der Plan hat sich seit Mai geändert. Joukanis Release war ursprünglich für November 2026 vorgesehen und rutscht jetzt ans Ende. Im November erscheint dadurch kein Air Works Modell.
Warum 3D Druck hier passt
In der klassischen Schuhfertigung werden Obermaterial zugeschnitten und genäht und Sohlen geformt. Für jedes Design braucht es Werkzeuge. Das macht kleine Serien teuer. Der 3D Druck umgeht den Großteil dieses Werkzeugaufwands.
In der Praxis bedeutet das: Acht verschiedene Designs in kleinen Stückzahlen für lokale Gruppen sind wirtschaftlich machbar. Genau dieses Modell nutzt Air Works. Andy Caine, Creative Director bei Nike Sportswear, nennt das Programm eine Möglichkeit, Außenperspektiven mit Nike eigenen Werkzeugen und Fähigkeiten zu verbinden und neu zu definieren, was Air Max für diese Generation bedeutet.
Zellerfeld und der Weg zum Einzelstück
Die Zusammenarbeit mit Zellerfeld begann laut Meldung Ende 2024 mit limitierten Drops des Air Max 1000. Im Mai 2026 kam der Air Max 1000.2 für 179 US Dollar in den Handel. Der Air Max 1000 geht nun zu Nike By You. Der nächste Schritt ist damit die Personalisierung für einzelne Käufer.
Zellerfeld arbeitet auch mit anderen Marken. Hugo, ein Label von Hugo Boss, bringt einen Loafer, der als eine Einheit gedruckt und an den Träger angepasst wird. Das soll Standardgrößen, Montage und Lagerbestand überflüssig machen. Mallet London druckte seinen Neptune neu als Nebula und nennt mehr Gestaltungsfreiheit und schnellere Durchlaufzeiten. Designer Sean Wotherspoon bietet mit Zellerfeld Sneaker und Mule an, jeweils in einem Stück ohne Kleber und Naht.
Im Juli 2026 hat Zellerfeld außerdem seinen Marktplatz neu gestartet. Er zeigt Ranglisten der Designer nach Nachfrage und speichert Fitprofile mit den Maßen der Käufer. Der Unterschied zu Air Works: Bei Zellerfeld bestimmt die Nachfrage die Sichtbarkeit. Nike hat seine acht Designer vorab ausgewählt.
Persönliches Fazit
Aus meiner Sicht zeigt Air Works vor allem, dass Kleinserien ohne Werkzeuge im Konsumgüterbereich ankommen. Diesen Effekt sehe ich auch bei Kunden aus dem Mittelstand: Wo keine Form bezahlt werden muss, werden Losgrößen von 50 oder 500 Stück plötzlich vertretbar. Offen bleibt für mich, wie die gedruckten Schuhe im Alltag halten. Dazu nennt die Meldung von 3D Printing Industry keine Details. Bei Sohlen und Dämpfung entscheiden am Ende die Materialeigenschaften über Haltbarkeit und Tragegefühl. Ich schaue deshalb weniger auf die Drops als auf die Frage, ob Nike By You das Modell für Einzelkäufer tatsächlich in die Breite bringt.




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