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xTool O1 Omni: 2,5D UV Drucker im Überblick

Autorenbild: Sascha Surbanoski
Sascha Surbanoski
vor 5 Tagen
6 Min. Lesezeit
xTool O1 Omni UV Drucker von xTool mit verfahrbarem Druckbett und bedruckten Objekten
Quelle: xTool


Der xTool O1 Omni ist ein 2,5D UV Drucker für den Schreibtisch und die kleine Werkstatt. Er härtet UV Tinte direkt beim Druck mit UV Licht aus und bedruckt damit feste und flexible Oberflächen von Acryl über Metall bis PU Leder. Je nach Version kommen Weiß, Klarlack, Leuchtfarben oder Textiltinte dazu. Der Beitrag fasst Technik, Software, Wartung und Kosten zusammen und nennt Stärken wie Schwächen.

2,5D bedeutet hier: Die Tinte wird in mehreren Durchgängen übereinander gedruckt. So entsteht ein fühlbares Relief auf der Oberfläche, aber kein echtes dreidimensionales Objekt.




Inhaltsverzeichnis




Das Wichtigste im Überblick

  • Technik: 2,5D UV Drucker mit Epson F1080 Druckköpfen (720 x 1440 dpi), in der Dual UV Version mit zwei Köpfen

  • Versionen: Single UV, Dual UV und eine Variante mit DT Tinte für Textildruck

  • Maße: 716 x 468,5 mm Grundfläche, 41 kg Gewicht, maximale Objekthöhe 150 mm

  • Software: xTool Studio für Windows und Mac mit Oberflächenscan, automatischer Maske und Kostenrechnung pro Druck

  • Zubehör: optionales Rotationsmodul OR1 für zylindrische Objekte

  • Tinte: Standardkartusche ab etwa 17,99 Euro, Haltbarkeit rund ein Jahr

  • Wartung: automatische Reinigungszyklen, Gerät soll dauerhaft am Strom bleiben (etwa 10 bis 12 W)




Drei Versionen und bedruckbare Materialien

Der O1 Omni druckt auf Acryl, Metall, Holz, Leinwand und Kunststoff. Dazu kommen flexible Stoffe wie PU Leder und TPU. Mit flexibler weißer Tinte lassen sich auch 3D gedruckte Teile aus weichen Materialien veredeln, ohne dass das Druckbild beim Biegen reißt. Für Textilien gibt es eine eigene DT Tinte (Direct to Textile).

xTool bietet das Gerät in drei Editionen an. Die Single UV Version arbeitet mit einem Standardsatz UV Tinte (CMYK plus Weiß). Die Dual UV Version hat zwei Druckköpfe und Platz für zusätzliche Kartuschen: festes und flexibles Weiß, Klarlack sowie fluoreszierende Neonfarben in Rot und Gelb. Die dritte Edition ist für den Textildruck gedacht. Laut Herstellerseite verarbeitet das Textilsystem eine OEKO-TEX zertifizierte Tinte, die direkt auf Baumwolle (DTG) oder auf Folie zum Aufbügeln (DTF) gedruckt wird und mehr als 50 Wäschen überstehen soll.




Maße, Gewicht und Filtersystem

Mit 41 kg ist der O1 Omni schwer und deutlich massiver als der eufyMake E1 mit 20 kg. Die Grundfläche beträgt 716 mm in der Breite. Weil das Druckbett nach vorne und hinten fährt, braucht das Gerät in der Tiefe zusätzlichen Platz. Das sollte bei der Planung des Arbeitsplatzes berücksichtigt werden.

Ein Vorteil gegenüber dem Konkurrenten ist die maximale Objekthöhe von 150 mm (eufyMake E1: 100 mm). Das Gehäuse hat ein integriertes Filtersystem mit HEPA und Aktivkohlefilter sowie einen Anschluss für einen externen Absaugschlauch. UV Tinten riechen und geben Dämpfe ab. Eine Absaugung ist deshalb in geschlossenen Räumen sinnvoll. Im Lieferumfang stecken HEPA Filter, Absaugschlauch, Schutzbrille, verschiedene Druckbetten und ein Satz Tintenkartuschen mit 125 bis 290 ml.




Einrichtung, Scan und Software

Die Inbetriebnahme läuft über die xTool Studio Software. Ein interaktives Tutorial führt durch die Schritte: Transportsicherungen entfernen, Tintenpatronen einsetzen und die Schläuche mit mitgelieferten Spritzen entlüften. Das Entlüften ist Handarbeit. Es verbraucht dafür weniger Tinte als automatische Systeme. Danach folgen eine automatische Kalibrierung der Druckköpfe und ein erster Testdruck auf Folie, mit dem der Offset justiert wird.

Die Scanfunktion gilt als Stärke des Geräts. Lichtleisten vermessen das Objekt auf dem Bett. Selbst transparente oder sehr kleine Objekte werden erkannt. Die Herstellerseite nennt das System Pixel Scan und beschreibt eine Kombination aus Lasersensorik und CIS Bildaufnahme (Contact Image Sensor) für 1:1 Objektdaten ohne Kameraverzerrung.

Die intelligente Maske erkennt Konturen automatisch. Grafiken sitzen damit genau auf der Fläche, ohne zum Beispiel die Kameralöcher einer Handyhülle zu überdrucken. Die Software berechnet außerdem vorab die Kosten pro Druck. Sie liegen oft bei wenigen Cent.




Das zeigt der Praxistest

Durch mehrfaches Übereinanderdrucken entstehen haptische Reliefs. Beispiele sind Münzprägungen oder Brailleschrift. Die Herstellerseite spricht von Strukturen bis 7 mm Dicke und von mehr als 2000 eingebauten Texturen. Bei Fotos auf Acryl wird die Qualität der Epson Köpfe als sehr gut und farbecht beschrieben.

Ein Modus für großen Höhenunterschied bedruckt leicht gewölbte Oberflächen mit etwa 4 mm Varianz. Die Schärfe nimmt an den Rändern systembedingt leicht ab. Für stark gewölbte Objekte bleibt das eine Grenze.

Die fluoreszierenden Tinten erzeugen Leuchteffekte unter Schwarzlicht. In der Software lassen sie sich als separate Ebenen (Spotfarben) definieren. Der Druckkopf trägt zuerst die CMYK Farben auf und überdruckt sie dann punktgenau mit der Leuchtfarbe. Das öffnet gestalterische Möglichkeiten für Produkte wie Schilder oder Verpackungen. Ein anderer Hersteller bietet das in dieser Form bisher nicht an.




Rotationsmodul OR1 für Becher und Flaschen

Zylindrische Objekte wie Becher oder Flaschen bedruckt das optionale Rotationsmodul OR1. Es wird auf den Schlitten gesteckt und kabellos erkannt. Die Software zeigt eine 3D Vorschau des Projekts auf dem Becher und bietet eine Screenshot Funktion für Kundenfreigaben. Laut Hersteller unterstützt das Modul über 90 Prozent der Tumbler und Becher.

Probleme gab es bei Bechern mit Griff. Der Griff rieb am Modul und versetzte das Druckbild. Die Herstellerspezifikationen zu Durchmesser und Form müssen hier konsequent eingehalten werden.




Wartung und Smart Cycle

UV Drucker brauchen regelmäßige Pflege, damit die Düsen nicht eintrocknen. Das System Smart Cycle 2.0 reinigt im Hintergrund die Köpfe und rührt die Tinte um. Außerdem befeuchtet es die Düsen. Das Gerät soll deshalb dauerhaft am Strom bleiben. Der Verbrauch liegt bei etwa 10 bis 12 W.

Für längere Pausen gibt es einen Schlaf und Urlaubsmodus. Dabei wird die Tinte durch Reinigungsflüssigkeit ersetzt. Zusätzlich muss die Capping Station (die Abdeckung der Druckköpfe) manuell gesäubert werden. Die Tinte hält etwa ein Jahr. Bei seltener Nutzung ist das ein Kostenfaktor.




Tintenpreise im Vergleich zum eufyMake E1

Bei den Tintenpreisen liegt xTool deutlich unter dem Konkurrenten eufyMake E1. Dort kosteten 100 ml ursprünglich rund 40 Euro. Nach Preissenkungen liegt der Preis bei etwa 300 Euro pro Liter. Bei xTool sind es etwa 144 bis 208 Euro pro Liter. Eine Standardfarbkartusche kostet rund 17,99 Euro. Spezialtinten sind teurer.

Das Essential Set von xTool mit 750 ml Tinte kostet 135,99 Euro. Das eufy Startset mit 600 ml liegt bei 209,99 Euro. Wer viel druckt, spart hier spürbar.




Vor und Nachteile

Vorteile:


  • Hohe Objekthöhe von 150 mm

  • Scan und intelligente Maske erleichtern das exakte Platzieren

  • Gute Druckqualität bei Fotos auf Acryl

  • Fluoreszierende Spezialtinten und flexibles Weiß

  • Vergleichsweise niedrige Tintenpreise

  • Kosten pro Druck werden vorab angezeigt


Nachteile:


  • 41 kg Gewicht und großer Platzbedarf

  • Manuelles Entlüften bei der Einrichtung

  • Dauerbetrieb am Strom nötig, aufwendiger Urlaubsmodus bei langen Standzeiten

  • Schärfeverlust an den Rändern bei gewölbten Flächen

  • Becher mit Griff können am Rotationsmodul reiben

  • Tinte hält nur etwa ein Jahr




Preis und Verfügbarkeit

Die Herstellerseite nennt einen Startpreis ab 2.499 US Dollar. Welche Edition dahintersteckt und welche Kosten in Euro anfallen, hängt von Ausstattung und Zubehör ab. Das Rotationsmodul OR1 kostet extra. Standardkartuschen liegen bei etwa 17,99 Euro.




Stimmen aus der Community und erste Einschätzungen

Die öffentliche Diskussion zum O1 Omni ist noch überschaubar und gemischt. In einem Beitrag zeigt ein Nutzer Arbeiten aus rund einem Monat Nutzung und fasst seine ersten Eindrücke kurz zusammen. Das ist hilfreich, um die tatsächliche Druckqualität einzuschätzen, bleibt aber ein Einzelbericht. Eine Diskussion mit dem Titel „Thinking About Buying the xTool O1 Omni? You May Want to Wait“ rät dagegen zum Abwarten. Wer vor dem Kauf steht, sollte die dort genannten Argumente selbst prüfen und mit den Angaben des Herstellers abgleichen.

Auch Videos greifen Detailfragen auf. Ein Video von Silhouette School geht der Frage nach, warum Omni-Drucke verschwommen oder unscharf wirken können. Das passt zu den Punkten Einrichtung und Oberflächenscan im Praxistest. Ein Thread mit eigenen Arbeiten zeigt zusätzlich, wofür Nutzer das Gerät einsetzen. Belastbare Langzeiterfahrungen zu Wartung und Tintenkosten fehlen bislang weitgehend.




Persönliches Fazit

Aus meiner Sicht ist der O1 Omni vor allem für kleine Gewerbe und anspruchsvolle Hobbyisten interessant. Scan, Maskierung und Kostenvorschau sind im Alltag mehr wert als manche Hardwarezahl. Bei Kleinserien von Acryl, Metall oder Leder dürfte sich das Gerät schnell bezahlt machen. Die niedrigeren Tintenpreise helfen dabei.

Skeptisch bin ich bei Standzeiten und dem Dauerbetrieb. UV Drucker verzeihen Pausen schlecht. Wer nur sporadisch druckt, zahlt über Reinigung und Tintenverfall drauf. Dass xTool laut Leaks zu Highspeed 3D Druckern auch im Filament Bereich aktiv werden soll, passt zur Strategie der Marke. Für den Mittelstand bleibt der O1 Omni ein Werkzeug für Personalisierung und Prototypen. Eine industrielle Serienfertigung ersetzt er nicht.

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