top of page

Bidirektionaler Druck beim eufyMake E1 von AnkerMake

Autorenbild: Sascha Surbanoski
Sascha Surbanoski
11. Okt.
4 Min. Lesezeit
UV Drucker eufyMake E1 von AnkerMake mit bedrucktem Objekt auf dem Druckbett
Quelle: AnkerMake

AnkerMake hat mit dem September Update für den UV Drucker eufyMake E1 den bidirektionalen Druck offiziell freigegeben. Der Druckkopf arbeitet dabei in beide Richtungen und verkürzt die Druckzeit je nach Workflow um etwa 40 bis 75 Prozent. Gleichzeitig ändert sich der Umgang mit abgelaufener UV Tinte: Die bisherige harte Sperre entfällt. Das geht aus dem Update Beitrag des Herstellers hervor.




Inhaltsverzeichnis




Bidirektionaler Druck: Was sich ändert

Beim bisherigen unidirektionalen Druck (Druck nur in einer Richtung) fährt der Druckkopf auf dem Rückweg leer zurück. Beim bidirektionalen Druck wird auf Hin und Rückweg gedruckt. Auf der Rückfahrt härtet der Kopf zudem den vorherigen Durchgang aus. Weniger Leerweg bedeutet kürzere Jobs.

Laut AnkerMake sind für die Funktion Firmware 4.0.9 und PC Software 4.3.3 nötig. Eine Mobilversion ist für später geplant. Unterstützt wird bisher der Flachdruck. Der Rotationsaufsatz und der Roll to Film Aufsatz sowie flexible Weißtinte laufen weiter im unidirektionalen Modus. Für diese Setups soll die Unterstützung später in diesem Jahr folgen.

Die Zeitgewinne stammen aus internen Tests. Im reinen CMYK Modus liegen sie bei über 50 Prozent. Mit Weißtinte reichen sie je nach Zahl der Weißlagen von 41 bis 76 Prozent. Beim 2.5D Druck mit 0,3 bis 5 mm Dicke nennt der Hersteller 50 Prozent im High Quality Modus. Als Beispiel dienen zwei Testläufe mit einem Kühlschrankmagneten (57 × 57 mm): 10 Minuten 15 Sekunden gegen 5 Minuten 24 Sekunden und 30 Minuten 50 Sekunden gegen 15 Minuten 58 Sekunden.

In der Praxis hängen die Werte von Datei und Einstellungen ab. Der Hersteller schreibt das selbst. Wer feine Details reproduzieren muss sollte laut Meldung zuerst testen und die Ergebnisse mit dem unidirektionalen Druck vergleichen. Die Funktion ist eine Option und kein Standard.




Kalibrierung vor dem ersten Einsatz

Die Schwierigkeit beim Zweirichtungsdruck liegt in der Ausrichtung der Tintenpunkte. Hin und Rückpass müssen deckungsgleich landen. Laut Hersteller kombiniert die Software dafür Algorithmen mit einer Kalibrierung.

Die Kalibrierung führt die Software auf dem Bildschirm und dauert in der Regel einige Minuten. Der Drucker erzeugt Kalibrierlinien für beide Richtungen. Sind die Punkte versetzt wird ein Kompensationswert eingetragen. Der Drucker spritzt dann etwas früher oder später. Danach wird erneut gedruckt und nachjustiert.

Neu kalibriert werden muss beim Wechsel zwischen den Modi und beim Wechsel des Druckbetts. Das gilt auch nach einem Druckkopftausch oder einem Werksreset. Bis dahin bleibt der Drucker im unidirektionalen Modus. Für Betriebe mit wechselnden Druckbetten bedeutet das etwas Zusatzaufwand.




Abgelaufene Tinte: Warnung statt Sperre

UV Tinte hat typischerweise 12 bis 15 Monate Haltbarkeit ab Produktion. Mit der Zeit können sich Bestandteile absetzen. Das erhöht das Risiko für Verstopfungen und im Ernstfall für Schäden am Druckkopf. Deshalb hatte AnkerMake zuvor eine strikte Ablaufsperre für die E1 Tinte eingeführt.

Diese Sperre entfällt. Wie der Hersteller erklärt, zeigt die Software bei erkannter abgelaufener Tinte nun einen Warnhinweis und lässt die Wahl zum Weiterdrucken. Nach der Bestätigung wechselt das Gerät von Abnormal zurück zu Idle. Zusätzlich gibt es eine Beobachtungsphase von 14 Tagen, in der frische Tinte nachbestellt werden kann. Die Änderung gilt nur für UV Tinte und nicht für die Reinigungskartusche.

Wichtig ist der Garantiehinweis. Ist die Tinte seit höchstens 14 Kalendertagen abgelaufen gelten eufyMake Care und die Druckkopfgarantie wie bisher. Bei längerer Überschreitung kann der Schutz für Probleme durch alte Tinte entfallen. Der Hersteller rät weiterhin davon ab abgelaufene Tinte zu nutzen.




Weißtinte und Reinigung

Das Update bringt außerdem einen neuen Ablauf zur Reparatur von abgesetzter Weißtinte und eine gezieltere Reinigungsoption. Absetzen ist ein verbreitetes Problem im UV Druck vor allem wenn länger wenig Weiß gedruckt wurde. Schwere Bestandteile sammeln sich dann unten und das Druckbild wird unregelmäßig. Zum genauen Ablauf liegen mir aus der Meldung nur Teile vor, weil der Text an dieser Stelle abbricht. Details sollten daher im vollständigen Beitrag nachgelesen werden.

Die Software selbst entwickelt AnkerMake laufend weiter. Frühere Neuerungen zeigt etwa das eufyMake Studio Update mit Konturerkennung. Ebenfalls im Umfeld liegt die Plattform Make It Real für Modelle.




Preis und Verfügbarkeit

Das Update ist als Software und Firmware Release verfügbar. Es setzt Firmware 4.0.9 und PC Software 4.3.3 voraus. Ein Preis für das Update wird in der Meldung nicht genannt und scheint nicht vorgesehen. Ein offizieller Preis für den eufyMake E1 selbst steht in der Quelle nicht. Aktuelle Preise sind daher auf der Hersteller Seite zu prüfen.




Alternativen und vergleichbare Produkte

Der E1 ist ein UV Drucker für Flach und Rotationsdruck. Direkte Gegenstücke mit gleichem Konzept sind unter den folgenden Marken selten. Sie decken aber benachbarte Anwendungen ab. Konkrete Modelle nenne ich ohne belegte Datenlage nicht.


  • Snapmaker Produktlinie von Snapmaker: Multifunktionale Geräte für Maker mit 3D Druck und weiteren Fertigungsverfahren. Sinnvoll wenn Veredelung nur ein Teil der Arbeit ist.

  • Raise3D Drucker von Raise3D: Professionelle FDM Systeme für Werkstatt und Mittelstand. Passend wenn Bauteile statt bedruckter Oberflächen im Fokus stehen.

  • Phrozen Resin Drucker von Phrozen: Harzdrucker für feine Details. Andere Technik als UV Direktdruck aber eine Option für Modelle mit hoher Oberflächenqualität.




Aktueller Status und Markterwartung

Der bidirektionale Druck ist laut Update Beitrag in der aktuellen Softwareversion verfügbar und mit dem Stand vom 20. September 2026 datiert. Offen sind der Rotationsaufsatz und der Roll to Film Aufsatz sowie flexible Weißtinte. Hier soll es noch dieses Jahr Unterstützung geben. Ein fester Termin wird nicht genannt.

Ob die Zeitgewinne im Alltag in der Nähe der Herstellerwerte liegen werden unabhängige Tests zeigen müssen. Bislang stammen alle Zahlen aus internen Messungen.




Persönliches Fazit

Aus meiner Sicht ist der bidirektionale Druck ein sinnvolles Update. Bei Serien mit Weißlagen kann eine halbierte Druckzeit den Unterschied zwischen Handarbeit und planbarer Kleinserie ausmachen. Ich würde die Werte aber erst glauben wenn ich sie mit eigenen Dateien gemessen habe. Gerade bei feinen Details bleibt der Ausrichtungsfehler das Risiko.

Die Lockerung bei abgelaufener Tinte sehe ich zwiespältig. Im Betrieb ist ein harter Stopp mitten im Auftrag ärgerlich. Ein Druckkopf kostet aber mehr als eine Tintenpatrone und der Garantieschutz endet nach 14 Tagen. Für gewerbliche Nutzer heißt das: Tinte nach Verbrauch und Haltbarkeit planen und die Warnung nicht als Freibrief lesen.

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
bottom of page