OrcaSlicer 2.5 Alpha: Python Plugins, Farbmischung und Bandrucker

Das Team hinter OrcaSlicer hat die Alpha von Version 2.5.0 veröffentlicht. Es soll die umfangreichste Version in der Geschichte des Slicers sein: Mehr als 950 Pull Requests (eingereichte Code Änderungen) von über 140 Beitragenden sind eingeflossen. Neu sind unter anderem Python Plugins, ein experimenteller Design Tab, Farbmischung und Support für Bandrucker. Da es sich um eine Testversion handelt, ist sie noch nicht für den Produktivbetrieb gedacht.
Inhaltsverzeichnis
Python Plugins und Orca Cloud
Die wichtigste Neuerung ist das Plugin System. Laut den Release Notes lassen sich damit eigene Funktionen ergänzen, ohne einen eigenen Fork des Slicers pflegen zu müssen. Die Plugins laufen auf einer Python Laufzeit, die in der Anwendung enthalten ist. Eine separate Installation ist nicht nötig.
Ein Plugin kann mehrere Fähigkeiten bündeln. Es kann Skripte per Klick ausführen oder in den Slicing Ablauf eingreifen und dabei Schichten verändern oder den G-code umschreiben. Außerdem kann es einen eigenen Tab oder ein andockbares Panel mitbringen. Auch Texturpakete für die neue Texturfunktion sind möglich.
Plugins lassen sich aus einer lokalen Datei oder über Orca Cloud installieren. Dort können Nutzer Plugins veröffentlichen und abonnieren. OrcaSlicer bietet Updates an und holt die Plugins auf jeden Rechner, auf dem man sich anmeldet. Ein Plugin muss laut Release Notes um Erlaubnis fragen, bevor es außerhalb des Datenordners zugreift oder online geht. Das API kann sich bis zur stabilen Version noch ändern.
Design Tab, Farbmischung und Texturen
Der neue Design Tab ist eine frühe Vorschau auf parametrisches CAD im Slicer. Bauteile werden dort über Parameter beschrieben und lassen sich später anpassen. Das Team stuft die Funktion als experimentell ein. In der Praxis ist das eher eine Spielwiese für Tester als ein Ersatz für ein CAD Programm.
Mit der Farbmischung lassen sich aus den geladenen Filamenten neue Farbtöne erzeugen. Das ist vor allem für Multicolor Drucke mit begrenzter Spulenzahl interessant, weil sich Zwischenfarben ergeben. Wie gut die Mischung in der Praxis zur Wunschfarbe passt, muss sich erst zeigen.
Texture Displacement gibt Oberflächen eine echte 3D Struktur. Dabei wird die Geometrie anhand einer Höhenkarte verändert und nicht nur optisch bedruckt. Plugins können zusätzliche Texturen liefern.
Neue Druckertypen und Bambu Lab Modelle
OrcaSlicer unterstützt in der Alpha Bandrucker direkt. Auf IDEX und IQEX Druckern (zwei unabhängige Druckköpfe) lassen sich zwei bis vier Teile gleichzeitig drucken. Das kann bei Serienteilen die Durchlaufzeit senken.
Bei Bambu Lab gibt es Support für H2C und A2L. Auf H2D und X2D sind gemischte Düsengrößen möglich. Das ist für Nutzer relevant, die Detailarbeit und schnelle Füllung in einem Job kombinieren wollen. Das Verhältnis zwischen Slicer und Druckerhersteller war zuletzt nicht immer entspannt, wie ein Fall um einen eingestellten Fork zeigt.
Tempo und Status der Alpha
Dazu kommen Verbesserungen bei der Geschwindigkeit. Wie 3Druck zu der Alpha berichtet, startet die Software etwa doppelt so schnell und das Slicen soll rund 35 Prozent schneller laufen. Auch der G-code Export wurde beschleunigt. Eigene Messwerte liegen mir dazu nicht vor.
Weitere Punkte sind das Speed Dial als Schnellmenü, Precise Seam Modifikatoren zur gezielten Steuerung der Nahtposition, neue Füllungsoptionen und hunderte Fehlerkorrekturen. Einen Preis gibt es nicht zu nennen. Die Alpha ist ein Testlauf. Mehrere Funktionen sind laut Entwicklern experimentell und können sich bis zur stabilen Version ändern. Wer sie ausprobiert, sollte Projekte und Profile vorher sichern und Probleme auf GitHub melden.
Persönliches Fazit
Aus meiner Sicht ist das Plugin System der Teil, der im gewerblichen Umfeld am meisten bewegen kann. Eigene Nachbearbeitung des G-code oder firmenspezifische Prüfschritte ließen sich so ohne Fork abbilden. Bandrucker und parallele Fertigung auf IDEX Maschinen sind dagegen eher Randthemen für den Alltag. Die Tempoangaben nehme ich vorsichtig zur Kenntnis, bis ich sie mit eigenen Projektdateien nachgestellt habe. Für Kundenaufträge bleibe ich bis zur stabilen Version bei der bewährten Fassung. Zum Testen auf einem separaten Rechner taugt die Alpha aber.
Diese Meldung stammt aus den Maker News von Robert Stein (StoneTime): zum Video





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