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SolidCraft: Open Source CAD im Fusion Stil für den 3D Druck

Autorenbild: Sascha Surbanoski
Sascha Surbanoski
vor 4 Tagen
3 Min. Lesezeit
Oberfläche der Open Source CAD Software SolidCraft mit Skizze, Feature Zeitleiste und einem Elektronikgehäuse
Bild: Quelle: 3druck.com


SolidCraft ist eine Open Source CAD Anwendung, die sich am Arbeitsablauf von Autodesk Fusion orientiert. Das Projekt hieß zunächst SolveCraft, liegt inzwischen in Version 0.14 vor und gehört zur Organisation Tangency Labs. Der erste Code stammt vom 7. Oktober. Für den 3D Druck ist vor allem die Kombination aus parametrischem Modellieren und lokaler Dateiablage interessant.




Inhaltsverzeichnis




Vertraute Arbeitsweise

Die Oberfläche ist an Fusion angelehnt. Die Werkzeuge liegen oben, Körper und Skizzen erscheinen links im Browser und die Feature Zeitleiste läuft am unteren Rand. Wer Fusion kennt, findet sich schnell zurecht.

Der Ablauf ist ebenfalls bekannt: Skizze auf einer Ebene oder Fläche anlegen und bemaßen. Danach wird extrudiert, ausgeschnitten, verrundet oder ausgehöhlt. Diese Schritte bleiben in der Zeitleiste und lassen sich später ändern. Das geht aus der Hands on Beschreibung zum Projekt hervor.

Dazu kommen Parameter. Das sind benannte Maße, die sich in Ausdrücken weiterverwenden lassen. Ein Loch sitzt dann in festem Abstand zur Kante und wandert mit, wenn sich die Breite ändert. In der Praxis bedeutet das: Ein Gehäuse lässt sich höher machen, ohne dass Wände, Domen und Öffnungen neu gebaut werden müssen.

KI Assistenten können mit SolidCraft arbeiten. Notwendig sind sie nicht. Die Software ist auch ohne sie vollständig bedienbar.




Dateien, Plattformen und Austausch

Designs werden als lokale .solidcraft Datei gespeichert. Skizzen, Parameter und Feature Historie bleiben beim erneuten Öffnen erhalten. Ein Konto ist nicht nötig. Damit lassen sich Projekte neben Kundennotizen und Slicer Projekten ablegen und über vorhandene Backups oder Sync Dienste sichern.

SolidCraft läuft unter Windows, macOS und Linux als Desktop Anwendung. Zusätzlich gibt es eine Version im Browser. Der Code liegt in einem GitHub Repository und steht wahlweise unter MIT oder Apache 2.0 Lizenz. Es gibt kein Abo für die CAD Funktionen.

Neu in Version 0.14 ist der Import von Dateien aus FreeCAD und Rhino, wie 3Druck.com berichtet. Exportiert wird als 3MF, STL, OBJ und STEP. Fusion Dateien kann SolidCraft dagegen nicht öffnen. Wer umziehen will, muss also über neutrale Formate wie STEP gehen.

Ein Motorhalter aus dem Test ließ sich als 3MF in Bambu Studio öffnen und in der vorgesehenen Größe slicen. Bei Bambu Lab Drucker Nutzern ist dieser Weg alltagsrelevant, weil 3MF dort das bevorzugte Format ist.




Aktueller Status

SolidCraft ist ein junges Projekt. CAM (Werkzeugwege für Fräsen), Simulation und vollständige technische Zeichnungen fehlen noch. Für Halter, Gehäuse und Ersatzteile reicht der Umfang häufig. Für Fertigungsdokumentation im Betrieb eher nicht.

Fabbaloo beschreibt das Projekt als kostenlosen Klon von Autodesk Fusion. Auch 3D Printing Industry hat über ähnliche Open Source Nachbauten von SolidWorks und AutoCAD berichtet. SolidCraft steht also nicht allein.

FreeCAD bleibt die etablierte Open Source Alternative mit eigenem Ansatz beim parametrischen Modellieren. Welche Oberfläche besser passt, hängt vom Nutzer und den Bauteilen ab.




Persönliches Fazit

Aus meiner Sicht ist SolidCraft ein Projekt, das man beobachten sollte. Die lokale Dateiablage und der Verzicht auf Konto und Abo sprechen viele Betriebe an. In der Praxis bei meinen Kunden zählt aber zuerst, ob Daten sauber als STEP ankommen und sich später noch ändern lassen. Hier ist der STEP Export ein guter Anfang. Für den produktiven Einsatz fehlen mir Zeichnungen und eine belastbare Historie über mehrere Versionen. Ich würde SolidCraft heute für kleine Halter und Gehäuse testen. Ein Wechsel bestehender Fusion Projekte lohnt sich noch nicht.

Diese Meldung stammt aus den Maker News von Robert Stein (StoneTime): zum Video

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