Carbon im Pressespiegel


Der Hersteller Carbon pflegt auf seiner Website eine Rubrik mit Presseberichten über das eigene Verfahren. Die aktuelle Liste auf der Seite zur Presseberichterstattung reicht von Mai 2026 zurück bis April 2025. Es geht um Schuhe und Sportausrüstung, um Orthopädie und Dental sowie um die Frage, wie sich die Branche insgesamt entwickelt. Das ist keine Produktankündigung, aber ein brauchbarer Hinweis darauf, wo Carbon seine Anwendungen sieht.
Inhaltsverzeichnis
Schuhe und Sportausrüstung
Die jüngste Meldung in der Liste stammt von Forbes (18. Mai 2026). Der Beitrag fragt, ob 3D Druck die Probleme der Schuhproduktion und der Füße lösen kann. Aus Sicht von Carbon ist das Thema nicht neu: Footwear Insight erschien bereits im Oktober 2025 mit einem Text über die Zukunft des Schuhs, so die Übersicht der Presseberichte.
Dazu kommt Sportausrüstung. Laut dieser Liste startete Reusch mit Carbon einen Torwarthandschuh mit gedruckter Punch Zone (Mai 2025). Develop3D berichtete im November 2025 unter dem Titel "Touchdown at Riddell" über Helme und PEZ Cycling News beschrieb im April 2025 Fahrradsättel aus dem 3D Drucker.
Gemeinsam ist diesen Beispielen die Stückzahl. Schuhsohlen, Sättel und Handschuhzonen sind Produkte, die in Größen und Varianten gefertigt werden. Dort spielt ein Verfahren seine Stärken aus, das ohne Werkzeugformen auskommt.
Orthopädie, Polster und Dental
Im medizinischen Umfeld nennt die Liste drei Beiträge. Das Medical Expo Magazine schrieb im April 2025 darüber, wie mign die Orthopädietechnik bei Orthesen mit Carbon Druck umstellt. Mobility Management behandelte im August 2025 die Folgen des 3D Drucks für die Fertigung individueller Sitzkissen.
Im Dentalbereich verweist die Liste auf einen Beitrag der Zeitschrift Spitta zur IDS 2025. Dort stellte Carbon eine erweiterte AO Suite vor (AO steht hier für additive Orthodontie, also gedruckte Zahnspangenkomponenten). Details zum Dentalmaterial DB 4000 und zur Patentverteidigung stehen im Beitrag über das bestätigte Dual Cure Patent.
Branchenstimmen und Industrieanwendungen
Der meistdiskutierte Titel dürfte der von IndustryWeek vom 30. Januar 2026 sein. Er zitiert den Carbon CEO mit der Aussage, die additive Fertigung sei bereit, die Peinlichkeiten der Jahre 2024 und 2025 hinter sich zu lassen. Wie weit die Aussage trägt, lässt sich aus der Überschrift allein nicht beurteilen. Sie zeigt aber, dass der Hersteller die schwache Phase der Branche offen anspricht.
Ein weiterer Eintrag ist der NADL Report vom Dezember 2025. Er trägt den Titel "Top 3D Printers Labs Trust Most". Welche Plätze Carbon dort belegt, geht aus der Liste nicht hervor.
Für Industriekunden sind zwei weitere Einträge interessant. TCT Magazine fragte im Juni 2025, wer die Entwicklung von Anwendungen bezahlt und wer sie bezahlen sollte. Industria Italia beschrieb im Juli 2025 maßgeschneiderte Schutzvorrichtungen für FlexLink (Coesia Gruppe), gedruckt mit Carbon und gestaltet von Juno.AM. Weiteres Material zum Verfahren sammelt die Resource Library und Termine für 2026 stehen im Messekalender.
Die Faktenlage ist hier dünn. Die Quelle nennt nur Titel, Medium und Datum. Inhalte der einzelnen Artikel konnten nicht ausgewertet werden.
Persönliches Fazit
Aus meiner Sicht ist so ein Pressespiegel zuerst Eigenwerbung und gehört entsprechend gelesen. Interessant finde ich trotzdem die Mischung: Schuhe, Sport, Orthopädie und Dental sind Serienanwendungen und keine Prototypen. Genau dort entscheidet sich im Mittelstand, ob ein Verfahren bleibt. Der Titel aus dieser Liste mit der Rede von der Peinlichkeit der Jahre 2024 und 2025 gefällt mir, weil er die Lage nicht schönredet. Ob Carbon die Ansprüche einlöst, zeigt sich für mich an Folgeaufträgen und Stückzahlen, nicht an Überschriften.




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