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Liquid Crystal Titan von Photocentric geht an 3D Next Level

Autorenbild: Sascha Surbanoski
Sascha Surbanoski
30. Okt.
3 Min. Lesezeit
Photocentric Liquid Crystal Titan, großformatiger LCD Harzdrucker von Photocentric, der an 3D Next Level geliefert wird
Quelle: Photocentric

Photocentric hat den Liquid Crystal Titan an 3D Next Level verkauft, einen auf Großformat spezialisierten 3D Druck Dienstleister aus den Niederlanden. Der Titan gilt laut Hersteller als größter LCD Drucker auf dem Markt. Er soll sehr große Teile mit feinem Oberflächenfinish in einem einzigen Druck fertigen. Die Meldung stammt vom November 2023 und fällt in die Zeit der Formnext in Frankfurt.




Inhaltsverzeichnis




Wofür 3D Next Level den Titan nutzt

Wie die Photocentric Pressemeldung beschreibt, will 3D Next Level große Requisiten für Film und Fernsehen drucken. Dazu kommen Repliken für Museen und Ausstellungen sowie Outdoor Skulpturen und Stadtmobiliar. Außerdem soll der Drucker die bestehende industrielle Fertigung des Unternehmens ergänzen, vom Prototyp bis zum Endteil.

Der Gründer Lennart van den Doel sagt dazu, die Nachfrage nach großen Drucken mit sehr detailreicher Oberfläche steige. Der Titan soll diese Teile schnell, mit hoher Detailtreue und zu einem marktgerechten Preis liefern.

Das Argument dahinter ist nachvollziehbar. Große Teile, die in einem Stück entstehen, brauchen weniger Klebe und Montagearbeit. Auch der Aufwand für das Verspachteln und Schleifen von Nahtstellen sinkt. In der Praxis bedeutet das kürzere Lieferzeiten.




Technische Eckdaten

Der Bauraum des Titan beträgt 695 x 385 x 1200 mm. Die Pixelgröße (pixel pitch, also der Abstand zwischen zwei Bildpunkten des LCD Displays) liegt bei 91 Mikrometer. Die Druckgeschwindigkeit nennt der Hersteller mit 86 mm pro Stunde.

LCD Druck funktioniert so: UV Licht belichtet das flüssige Harz durch ein LCD Display und jede Schicht härtet auf einmal aus. Die Geschwindigkeit hängt deshalb nicht von der Fläche ab. Bei voller Bauhöhe von 1200 mm ergeben sich rechnerisch rund 14 Stunden. Wie nah reale Drucke an diesen Wert kommen, hängt vom Harz und von der Geometrie ab und lässt sich aus der Meldung nicht ablesen.

Auf der Formnext zeigte Photocentric laut Meldung Anwendungen wie Ausstellungsfiguren, Automobilteile, dekorative Kunst und Möbel. Ein Video von Photocentric zeigt außerdem ein mit dem Titan gedrucktes Rednerpult. Eine allgemeine Vorstellung des Geräts liefert ein weiteres Video zum Liquid Crystal Titan.




Drucker, Harze und Nachbearbeitung aus einer Hand

Photocentric versteht den Titan als Teil einer Gesamtlösung. Dazu gehören die Nachbearbeitungseinheiten Wash XL und Cure XL, ein Harzsortiment, Designsoftware, Recyclingoptionen, Schulungen und eine verlängerte Garantie, wie die Herstellermeldung aufführt.

Ungewöhnlich ist die Firmengeschichte. Photocentric war zuerst Harzhersteller und ist heute vertikal integriert: Das Unternehmen baut Drucker und Materialien selbst. Das erlaubt es, Hardware und Harz aufeinander abzustimmen und Anwendungen gemeinsam mit Kunden zu optimieren. Wie das in der Praxis wirkt, lässt sich ohne unabhängige Tests nicht beurteilen.

Weitere Ankündigungen des Herstellers, etwa zum Einsatz im All, ordnet ein Beitrag zu CosmicMaker von Photocentric ein.




Alternativen und vergleichbare Produkte

Bei der Bauraumgröße gibt es für den Titan keine direkte Konkurrenz im Desktop Segment. Dieselbe Technologie nutzen aber viele kleinere Geräte:


  • Saturn Reihe von Elegoo: LCD Harzdrucker für Maker und kleine Werkstätten. Der Bauraum ist deutlich kleiner, dafür liegen die Geräte preislich in einer ganz anderen Klasse.




Persönliches Fazit

Aus meiner Sicht ist der Titan vor allem für Dienstleister interessant, die Schauteile, Requisiten und Repliken in großen Stückzahlen oder Einzelstücken liefern. Wer große Teile heute aus mehreren Segmenten zusammenklebt, spart mit einem Druck in einem Stück Zeit und Nacharbeit. Das ist in der Praxis meist der größte Kostenhebel. Die genannten Werte stammen allerdings alle vom Hersteller. Ob die 86 mm pro Stunde bei komplexen Teilen gehalten werden und wie sich große Harzteile bei Maßhaltung und Verzug verhalten, würde ich vor einer Investition mit eigenen Probedrucken prüfen. Der Kauf durch 3D Next Level ist ein erstes Anwenderbeispiel, aber noch kein unabhängiger Test.

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