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PrusaSlicer 3.0.0 Alpha 12: Neue Architektur, mehrere Projekte und viele Bugfixes

Autorenbild: Sascha Surbanoski
Sascha Surbanoski
31. Okt.
4 Min. Lesezeit
Screenshot der Slicer Software PrusaSlicer 3.0.0 Alpha von Prusa mit neuer Oberfläche
Quelle: Prusa

Prusa hat im September die ersten öffentlichen Alphaversionen von PrusaSlicer 3.0.0 veröffentlicht. Alpha 11 erschien am 1. September und Alpha 12 folgte am 21. September. Laut den Release Notes auf GitHub steckt hinter der neuen Version eine komplett umgebaute interne Architektur mit neuer Oberfläche und neuem Profilsystem. Es sind ausdrücklich Testversionen und keine Produktionsbuilds.




Inhaltsverzeichnis




Alpha 11: Neuer Unterbau und neue Funktionen

Die Entwickler beschreiben in den Release Notes zu Alpha 11 offen, warum sie so tief eingreifen. Über Jahre hätten sich Notlösungen angesammelt und neue Funktionen wurden immer schwerer umsetzbar. Deshalb wurde ein großer Teil des Oberflächencodes von Grund auf neu geschrieben. Das Slicing Backend (der Teil, der Modelle in Druckanweisungen umrechnet) blieb in seiner Architektur erhalten.

Sichtbar wird der Umbau vor allem bei zwei Punkten. Erstens sind mehrere Druckbetten mit unterschiedlichen Konfigurationen in einem Projekt möglich. Es lassen sich sogar verschiedene Drucker mischen. Das Limit von neun Betten pro Projekt aus der 2.9 Reihe ist gefallen.

Zweitens lassen sich mehrere Projekte in einer Instanz öffnen. Sie werden über Tabs in der oberen Leiste gewechselt. Offene Dialoge und aktive Werkzeuge gehören dabei jeweils zum einzelnen Projekt. Die Oberfläche soll außerdem für Einsteiger weniger einschüchternd sein und erweiterte Funktionen trotzdem erreichbar halten.




Alpha 12: Stabilität und kleinere Verbesserungen

Alpha 12 beseitigt laut Changelog vor allem die häufigsten Abstürze und ärgerlichsten Fehler aus Alpha 11. Dazu zählen Abstürze beim Durchsuchen der Objekteinstellungen, beim Einfügen kopierter Volumen und im Height Range Modifier. Auch der Startabsturz unter Linux bei fehlender Systemsprache ist behoben.

Dazu kommen einige Neuerungen im Alltag:


  • Das zuletzt gewählte Druckziel (USB oder SD, Connect, physischer Drucker) wird nach dem Neustart wiederhergestellt.

  • Die Kameraprojektion lässt sich in den Einstellungen zwischen orthographisch und perspektivisch umschalten.

  • Der Platzhalter Parser für G Code kennt jetzt die Funktion ceil sowie die Variablen sheet_type und bed_name.

  • Für eigene Filamentwechsel Skripte gibt es die Variable toolchange_count.

  • Beim 3MF Import in ein bereits offenes Projekt wird nur noch die Geometrie übernommen. Das gilt auch für Importe von Printables.

  • Im Editor für physische Drucker ist der Test Button aus 2.x zurück. Eine CA Datei lässt sich dort ebenfalls auswählen.


Die Optionen für eine Perimeter in der ersten Schicht, den Typ der obersten Perimeter und die Höhe der ersten Schicht gelten nun pro Werkzeug (also pro Extruder) statt global. Für Mehrfachextruder Setups ist das eine sinnvolle Änderung. Unter macOS sind außerdem Menüshortcuts wie Shift+A nicht mehr aktiv, solange ein Textfeld Fokus hat.




Parallelbetrieb mit PrusaSlicer 2.x

Die Alphabuilds speichern ihre Profile im Ordner PrusaSlicer3-dev. Er unterscheidet sich vom Konfigurationsordner der 2.x Reihe. Wer die Alpha ausprobieren will, kann sie daher neben der bisherigen Version nutzen und riskiert die Produktionskonfiguration nicht.

Für Linux nennt Prusa in den Hinweisen zu Alpha 11 eine Änderung: Flathub ist der einzige offizielle Vertriebskanal. Die Alpha liegt dort im Repository flathub-beta.




Alternativen und vergleichbare Produkte

Wer einen Slicer sucht, der heute stabil läuft und nicht in der Alphaphase steckt, hat weitere Optionen:


  • Bambu Studio von Bambu Lab: Die Slicersoftware des Herstellers deckt vor allem dessen eigene Drucker ab und hat eine eigene Multicolor Verwaltung.

  • Slicersoftware von Snapmaker: Snapmaker bietet für die eigenen Maschinen eine eigene Software an. Sie ist auf deren Drucker abgestimmt.




Aktueller Status und Markterwartung

Prusa betont im Changelog, dass die Alpha nicht den vollen Funktionsumfang von 2.9.6 hat. Einige Funktionen aus 2.x werden noch portiert und kommen erst in späteren Versionen. Eine Liste der unfertigen Punkte steht am Ende der Release Notes zu Alpha 11. Einen Termin für eine stabile Version 3.0 nennen die Quellen nicht.

Für den Produktivbetrieb bleibt damit die 2.9 Reihe die Wahl. Deren Entwicklung lief zuletzt über Versionen wie PrusaSlicer 2.9.2 und weitere Folgeupdates. Eine Übersicht dazu liefern auch die Slicer Updates aus dem Frühjahr.




Stimmen aus der Community und erste Einschätzungen

Die Alpha-Versionen von PrusaSlicer 3.0 werden bereits öffentlich diskutiert. In einem Thread im Prusa-Subreddit und in einer Diskussion im allgemeinen 3D-Druck-Subreddit steht jeweils die „Alpha Preview" im Mittelpunkt. Dass das Thema in beiden Communities auftaucht, zeigt Interesse über den engeren Prusa-Kreis hinaus. Die Kommentare liegen hier nur als Titel und Link vor, deshalb lässt sich daraus keine belastbare Mehrheitsmeinung ableiten. Wer wissen will, welche Punkte Nutzer am neuen Profilsystem oder an den mehreren Druckbetten bemängeln oder begrüßen, sollte die Threads selbst lesen.

Etwas deutlicher fällt die Einordnung in einem Video des Kanals ModBot aus, das schon im Titel von einem „massiven Upgrade" spricht. Das ist die Wertung eines einzelnen Creators und sollte nicht mit einem Praxistest gleichgesetzt werden, zumal es sich um Alphaversionen handelt. Prusa selbst erklärt die Ausrichtung der neuen Version in einer deutschsprachigen Vorschau. Sie ist aber Herstellerkommunikation und keine unabhängige Stimme aus der Community.




Persönliches Fazit

Aus meiner Sicht ist der Schritt konsequent. Ein Slicer mit so viel Altlast bremst sich irgendwann selbst aus. Die Entwickler sagen das im Changelog ungewöhnlich offen. Für meine Kunden aus Mittelstand und Industrie ändert sich vorerst nichts, denn eine Alpha kommt in keinen Produktivprozess. Interessant finde ich die Mehrbett Unterstützung mit unterschiedlichen Druckern in einem Projekt, falls sie im Alltag stabil läuft. Ob die neue Oberfläche Bestandsnutzer überzeugt, sehe ich erst nach mehreren Versionen. Wer testen will, kann das dank getrenntem Profilordner ohne Risiko tun.

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