Stratasys auf Formnext Serienproduktionsdrucker von 2026


Stratasys will auf der Formnext 2026 ein neues Polymer Produktionssystem vorstellen. Die Messe läuft vom 17. bis 20. November in Frankfurt. Der Hersteller zeigt außerdem den FDM Drucker F870 zum ersten Mal in Europa.
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Ein neues System für die Serienproduktion
Der Stand von Stratasys liegt in Halle 12.1 (Stand D129). Das neue System wird am 17. November um 13:00 Uhr enthüllt. Laut dem Bericht ist es für hohe Stückzahlen gleichbleibender Endteile aus Polymer gedacht.
Name und technische Daten nennt Stratasys erst auf der Messe. Welche Technologie dahintersteckt, ist bisher offen. Der Stand deckt FDM, SAF, PolyJet, SLA und P3 DLP ab. Eine Einordnung des neuen Geräts ist deshalb erst nach dem 17. November seriös möglich.
CEO Yoav Zeif sagt, additive Fertigung werde zum festen Teil der modernen Fabrik. Kunden würden sie von Einzelanwendungen in echte Produktionsabläufe überführen. Das ist die übliche Messebotschaft, passt aber zur Ausrichtung des Standes auf Werkzeuge, Endteile, Automatisierung und digitale Workflows.
F870: Großformat für Werkzeuge und Vorrichtungen
Der F870 hat eine vollständig beheizte Kammer mit 1.000 x 610 x 610 mm Bauraum. FDM (Fused Deposition Modeling) bedeutet, dass ein Kunststoffstrang Schicht für Schicht aufgetragen wird. Der F870 ist für industrielle Materialien und längeren unbeaufsichtigten Betrieb ausgelegt. Hersteller sollen damit große Bohr und Montagelehren, Vorrichtungen und Werkzeuge im eigenen Haus drucken.
In der Praxis zählt dabei weniger die reine Teilegröße. Entscheidend ist, ob sich Vorrichtungen in einem Stück drucken lassen und der Drucker über Nacht oder am Wochenende zuverlässig durchläuft. Ein Video zum F870 stellt das Gerät als großformatiges FDM System für die Industrie vor.
Am 18. November sprechen Toyotas William (Dallas) Martin und Fadi Abro von Stratasys über Simulation und Validierung von großformatigen FDM Werkzeugen für die Fahrzeugproduktion. Der Vortrag läuft auf der Industry & Application Stage in Halle 11.0 (Stand D72). Dort sprechen außerdem IPC zu Formeinsätzen aus dem 3D Druck und LAIKA zum Prototyping für den Stop Motion Film WILDWOOD.
Neue Materialien und Software
Neben den Druckern zeigt Stratasys mehrere Neuheiten. Die Liste stammt aus dem Messebericht:
Somos ShellCast Harz und GrabCAD Print Pro ShellGen Software für antimonfreie Gussmodelle auf dem SLA Drucker Neo800+
sCure, eine automatische Nachbearbeitungseinheit für die Origin P3 DLP Plattform (Trocknen, UV Härten, Erwärmen und Photobleaching)
ToughONE Black für die PolyJet Drucker J3 und J5
ein neues FDM Material samt Nachbearbeitungsoption
Dazu kommt die Workflow Software GrabCAD Additive App Suite. Für Gießereien und Modellbauer ist vor allem ShellCast interessant: Antimonfreie Verbrennungsmodelle vereinfachen den Feinguss. Wer technische Werkstoffe für FFF braucht, findet inzwischen auch bei kleineren Anbietern Material, etwa ein carbonfaserverstärktes PPA Filament. Im Industrieumfeld bleibt die Freigabe des Gesamtsystems aber der Knackpunkt.
Qualifizierungsdaten für Luftfahrt und Verteidigung
Stratasys hebt neu veröffentlichte NCAMP Daten (National Center for Advanced Materials Performance) hervor. Sie gelten für Antero 800NA und Antero 840CN03 auf dem F900 mit dem Stratasys AIS Paket. Hersteller aus Luftfahrt und Verteidigung erhalten damit laut 3D Printing Industry eine gemeinsame, unabhängig geprüfte Basis zur Qualifizierung von Endteilen.
Am 17. November nimmt Stratasys außerdem am Formnext Defense Summit teil. Dort geht es um Produktionsanwendungen und Lieferkettenoptimierung mit Vertretern aus Militär, Behörden und OEMs.
Einordnung im Wettbewerb
Das Medium verweist auf zwei Systeme anderer Hersteller mit ähnlicher Zielrichtung. EOS stellte auf der Formnext 2024 den P3 NEXT vor, einen SLS Drucker (Selective Laser Sintering) mit 340 x 340 x 600 mm Bauvolumen auf kleinerer Stellfläche. Farsoon zeigte auf der Formnext 2025 den HT601P-2, ein großformatiges Pulverbettsystem für kontinuierliche Produktion.
Ob sich das neue Stratasys System damit vergleichen lässt, hängt von Technologie und Daten ab. Beides will der Hersteller erst am 17. November nennen. Bis dahin bleibt es bei der Zielgruppe: Polymerteile in Stückzahlen, die heute oft im Spritzguss entstehen.
Persönliches Fazit
Aus meiner Sicht ist der F870 die konkretere Nachricht dieser Ankündigung. Große Vorrichtungen und Werkzeuge im eigenen Haus zu drucken, ist ein Bedarf, den ich bei Kunden aus Maschinenbau und Automotive regelmäßig sehe. Beim neuen Serienystem warte ich die Daten ab. Ohne Technologie, Bauraum und Wirtschaftlichkeit pro Teil ist die Ankündigung vorerst ein Teaser. Spannend finde ich die NCAMP Daten, weil Qualifizierung in der Praxis oft mehr Zeit kostet als der Druck selbst.




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