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SuperSlicer 2.7.62 Beta: Überhänge und Konfiguration überarbeitet

Autorenbild: Sascha Surbanoski
Sascha Surbanoski
vor 2 Tagen
4 Min. Lesezeit
Oberfläche des Slicers SuperSlicer von supermerill mit Einstellungen zur neuen Beta 2.7.62
Quelle: SuperSlicer


SuperSlicer hat auf GitHub eine neue Beta bekommen. Der Entwickler supermerill beschreibt sie als erste Beta für 2.7.62 mit "many many changes". Im Mittelpunkt stehen eine neue Art der Konfigurationsspeicherung und überarbeitete Überhang Einstellungen. Parallel hat er laut Release Seite mit der Arbeit an 2.7.63 begonnen.




Inhaltsverzeichnis




Was die Beta ändert

Die größte Änderung betrifft die Ablage der Konfiguration. Nach den Release Notes sollen Profile schneller laden. Außerdem lassen sich mehrere Versionen des Slicers auf demselben Rechner betreiben. Dafür gibt es ein Fenster, in dem Herstellerprofile installiert und verwaltet werden ("install vendor preset").

Was das genau bedeutet, erklärt der Entwickler in einem separaten Changelog. Er bittet ausdrücklich um Hinweise, wie sich dieses Fenster verbessern lässt. Die Beta ist damit auch ein Test der Bedienung und nicht nur der Technik.

Für später ist mehr geplant. Der Entwickler arbeitet bereits an 2.7.63 mit einem neuen Wipe Tower (Reinigungsturm für Farb und Materialwechsel). Er soll mehrere Düsengrößen und variable Schichthöhe unterstützen. Schon bei 2.7.61.8 nannte er als große Baustelle außerdem mehr Wipe Optionen, eine bessere Mindestzeit pro Schicht und weitere Optionen für sequentiellen Druck.




Überhang Einstellungen im Detail

Die Überhang Parameter sind laut Beschreibung der Beta neu sortiert. Die Geschwindigkeitswerte stehen jetzt im Reiter Speed. Sie sind immer aktiv und greifen zusammen mit einer Flussänderung. Wird der Schwellenwert aktiviert, druckt der Slicer Überhänge auch ohne Flussänderung mit anderer Geschwindigkeit.

Die Flusseinstellungen wandern in den Reiter Flow/Width. Sie werden über overhangs_flow_ratio aktiviert. Der Schalter, der die Überhangerkennung komplett abschaltet, ist zurück und liegt im Reiter Perimeter.

In der Praxis bedeutet das: Alte Herstellerprofile sollten nach dem Update geprüft werden. Der Entwickler schreibt, er habe keine Zeit gehabt, die Profile sauber auf die neuen Einstellungen umzustellen. Die Überhang Optionen können deshalb standardmäßig ausgeschaltet sein. Wer sich auf feine Überhänge verlässt, sollte das vor dem ersten Druck kontrollieren.




Bugfixes der 2.7.61 Reihe

Zwischen den Betas liegen mehrere Vorabversionen von 2.7.61. Die jüngste, 2.7.61.10 vom 18. September, behebt unter anderem diese Fehler:


  • Infill landete bei gap_fill_perimeter innerhalb des Perimeter Gapfills.

  • Der Konfigurationsassistent setzte den Modus auf Simple zurück.

  • Der Vergleich von zwei Profilen mit unterschiedlicher Extruderzahl führte zum Absturz.

  • hole_size_compensation arbeitete bei mehreren Regionen falsch.

  • Kalibrierfunktionen für Retraction, Flow und Speed stürzten ab.


Für Windows gibt es dort außerdem erstmals einen MSI Installer, den der Beitragende eff3ry beigesteuert hat. Bereits in 2.7.61.7 kam die Einstellung gap_fill_perimeter hinzu. Sie schaltet den Algorithmus ab, der Perimeter in dicke Gapfill Bereiche einpasst. Dazu nennt die Version eine Optimierung bei der Berechnung eines Lithophans: Die Rechenzeit sank von 220 auf 8 Sekunden.

Mit 2.7.61.8 wurde das Füllmuster "ensuring" für Solid Infill ergänzt und zum Standard gemacht. Es entspricht dem Muster, das PrusaSlicer erzwingt. Bei 2.7.61.6 zog der Windows Build von der Compiler Version 2019 auf 2022 um. Dort erschien auch ein Werkzeug, das Herstellerprofile konvertiert und validiert.




Hinweise zu macOS und Windows

Der Entwickler weist darauf hin, dass er den macOS Build der Beta nicht selbst getestet hat. Laut Release Seite ist der Build für Intel Macs wieder defekt. Er will es in der folgenden Woche erneut versuchen.

Auf Macs mit ARM Chip meldet das System, die App sei beschädigt. Abhilfe schafft der Terminal Befehl xattr -cr /Applications/SuperSlicer.app. Eine saubere Signatur soll folgen.

Windows Nutzer können den Slicer über Chocolatey installieren und aktualisieren. Dort kommen neue Versionen wegen der Prüfung mit einigen Tagen Verzögerung an. Winget will der Entwickler ergänzen, sobald die Signatur gelöst ist. Tägliche Builds gibt es im Actions Menü des Repositorys.




Alternativen und vergleichbare Produkte

Wer eine Betaversion scheut oder eine andere Oberfläche sucht, findet bei anderen Herstellern Slicer mit ähnlichem Anspruch.


  • PrusaSlicer von Prusa Research: Die Basis, auf der SuperSlicer aufbaut. Er wird vom Hersteller selbst gepflegt und gilt als konservativere Wahl.

  • ideaMaker von Raise3D: Ein Slicer mit Fokus auf professionelle FDM Drucker. Er richtet sich eher an Anwender im gewerblichen Umfeld.




Aktueller Status und Markterwartung

Alle auf der Release Seite genannten Versionen sind als Pre Release markiert. Eine stabile 2.7.61 steht dort nicht. Bei 2.7.61.6 schrieb der Entwickler, die nächste Version solle die neue Stable werden. Danach folgten aber vier weitere Pre Releases und nun die Beta.

Die Bezeichnung ist uneinheitlich: Die Liste führt den neuen Eintrag als 2.7.63.0 beta 2. Tag und Beschreibung sprechen dagegen von der ersten Beta für 2.7.62. Welche Nummer am Ende gilt, ist aus der Quelle nicht eindeutig abzulesen.

Frühere Berichte zu SuperSlicer 2.7.61.1 und zum Comeback des Slicers zeigen, dass die Entwicklung nach einer Pause wieder in Gang gekommen ist.




Stimmen aus der Community und erste Einschätzungen

Zur aktuellen Beta 2.7.62 gibt es bislang kaum eigene Diskussionen. Am ehesten passt ein Thread in einer Community für selbst gebaute CoreXY-Drucker, der die Veröffentlichung der 2.7-Beta ankündigt. Er bezieht sich auf die frühere 2.7-Beta und nicht auf die neue Konfigurationsablage. Er zeigt aber, dass Nutzer solcher Drucker die Releases verfolgen. Konkretes Feedback zu den überarbeiteten Überhang-Einstellungen oder zum Fenster „install vendor preset" habe ich dort nicht gefunden.

Ähnlich liegt es bei Videos. Der Kanal Butter Pockets Prints stellt in einem deutschsprachigen Beitrag die 2.7-Beta vor. Für Einsteiger gibt es zudem eine Installationsanleitung. Beide Beiträge ersetzen keine Einschätzung der neuen Beta, weil sie nicht auf deren Änderungen eingehen. Ob die schnelleren Profile und die parallelen Versionen im Alltag überzeugen, lässt sich deshalb noch nicht belegen. Der Entwickler bittet selbst um Rückmeldungen zur Bedienung des neuen Fensters.




Persönliches Fazit

Aus meiner Sicht ist die Beta für den produktiven Einsatz noch nichts. Die Überhang Einstellungen sind umgebaut und alte Profile werden nicht sauber übernommen. Wer damit Kundenteile druckt, riskiert stille Qualitätsunterschiede. Gleichzeitig finde ich die Möglichkeit gut, mehrere Versionen parallel zu installieren. Damit lässt sich die Beta neben einer bewährten Version testen. Skeptisch bleibe ich bei der Verteilung: Ein defekter Intel Build und ein unsignierter ARM Build zeigen, dass die Pflege von einer einzelnen Person abhängt. Für Experimente und Kalibrierung nutze ich SuperSlicer gern. Für Serienaufträge brauche ich eine stabile Version.

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