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Virtuelle Farbmischung im Orca Slicer - Fork erweitert Multicolor 3D Druck

  • Autorenbild: Sascha Surbanoski
    Sascha Surbanoski
  • vor 6 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit
Quelle: Snapmaker Wiki
Quelle: Snapmaker Wiki

Ein Entwicklerprojekt rund um den Snapmaker erweitert den bekannten Orca Slicer um eine experimentelle Funktion für virtuelle Farbmischung im Multicolor 3D-Druck. Ziel des Projekts ist es, aus wenigen vorhandenen Filamentfarben eine deutlich größere Anzahl sichtbarer Farbtöne zu erzeugen.

Das Projekt befindet sich derzeit noch in aktiver Entwicklung, ist jedoch bereits öffentlich als sogenannter „Full Spectrum“-Fork verfügbar und kann von interessierten Nutzern getestet werden.



Inhaltsverzeichnis





Virtuelle Farbmischung statt physischem Mischen

Im Gegensatz zu klassischen Verfahren basiert die neue Funktion nicht auf dem physischen Vermischen von Filamenten. Stattdessen nutzt das System einen optischen Effekt:

Sehr dünne, abwechselnde Farbschichten werden übereinander gedruckt. Licht durchdringt diese Schichten und erzeugt im Auge des Betrachters den Eindruck einer neuen Mischfarbe. Dieses Prinzip ähnelt bekannten Techniken aus dem Druck- und Grafikbereich, bei denen Farben durch feine Raster oder Schichtstrukturen kombiniert werden.

Im Slicer werden dafür sogenannte virtuelle Filamente erstellt. Diese enthalten ein definiertes „Rezept“, das festlegt, welche realen Filamentfarben in welchem Verhältnis gedruckt werden.



Flexible Anpassung der Mischverhältnisse

Standardmäßig erzeugt der Slicer Mischfarben mit einem Verhältnis von 50:50 zwischen zwei Materialien. Nutzer können jedoch eigene Einstellungen definieren und das Verhältnis individuell anpassen.

Auch komplexe Muster mit mehreren Filamentfarben sind möglich. Die erzeugten Mischfarben erscheinen im Painting-Tool des Slicers wie normale Filamente und können direkt auf 3D-Modelle angewendet werden.

Die tatsächlichen Druckergebnisse können jedoch von der Vorschau abweichen. Faktoren wie:

  • Filamentfarbe

  • Materialtransparenz

  • Layerhöhe

  • Druckgeometrie

haben einen direkten Einfluss auf den sichtbaren Farbeffekt.




Technische Voraussetzungen und Einsatzmöglichkeiten

Grundsätzlich kann die virtuelle Farbmischung mit jedem 3D-Drucker genutzt werden, der einen Filamentwechsel unterstützt, beispielsweise Systeme mit automatischen Materialzuführungen oder Toolchanger-Technologie.

Besonders geeignet ist das Verfahren für Drucker mit mehreren Werkzeugen, da hier häufige Materialwechsel ohne zusätzliche Reinigungsprozesse möglich sind. Dies kann die Effizienz bei komplexen Farbflächen deutlich verbessern.

Der Effekt funktioniert vor allem entlang der Z-Achse des Druckobjekts. Dünnere Layer verstärken den Farbeindruck, während dickere oder stark deckende Materialien die einzelnen Farbschichten sichtbarer machen können.



Weitere Entwicklung geplant

Das Projekt gilt bereits als funktional, wird jedoch kontinuierlich weiterentwickelt. Zu den geplanten Erweiterungen gehört unter anderem eine präzisere Steuerung der Farbmischung über unterschiedliche Layerhöhen.

Die ursprüngliche Idee entstand aus der Community und wurde durch Diskussionen in Online-Foren und Entwicklerkreisen weiterentwickelt. Inzwischen wird das Projekt indirekt unterstützt, indem Hardware für Tests und Optimierungen bereitgestellt wird.

Mit der Einführung virtueller Farbmischung könnte sich der Multicolor-3D-Druck deutlich erweitern, da Nutzer mit wenigen Filamentfarben eine wesentlich größere Farbvielfalt erzeugen können.



Fazit

Die virtuelle Farbmischung im erweiterten Orca Slicer zeigt, wie innovative Softwarelösungen den Multicolor-3D-Druck weiterentwickeln können. Durch die Nutzung optischer Effekte anstelle physischer Materialmischung eröffnet das Verfahren neue Möglichkeiten, mit wenigen Filamentfarben eine deutlich größere Farbvielfalt zu erzeugen.

Obwohl sich das Projekt noch in der Entwicklung befindet, ist die Technologie bereits funktionsfähig und bietet ein hohes Potenzial für kreative Anwendungen, Prototyping und detailreiche Farbmodelle. Mit weiteren Verbesserungen bei der Steuerung von Layerhöhen und Mischverhältnissen könnte sich virtuelle Farbmischung künftig als wichtiger Bestandteil moderner Multicolor-Druckprozesse etablieren.

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