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eufyMake Studio April-Release: Konturerkennung und Local Mode

  • Autorenbild: Sascha Surbanoski
    Sascha Surbanoski
  • 13. Mai
  • 5 Min. Lesezeit
eufyMake Studio April-Release mit Konturerkennung und Local Mode, Pressebild AnkerMake
Quelle: AnkerMake

AnkerMake hat am 8. April 2026 ein umfangreiches Update für seine eufyMake Studio Software veröffentlicht. Die neue Desktop-Version 2.7.0.6 sowie die Mobile-App-Versionen iOS 3.7.1_9295 und Android 3.7.1_9299 bringen mehrere Funktionen, die direkt auf Nutzerfeedback zurückgehen. Ergänzt wird das Paket durch Firmware-Version 3.3.12, die per OTA (Over-the-Air, also drahtlos) eingespielt wird. Im Mittelpunkt stehen die automatische Konturerkennung für unregelmäßige Objekte sowie ein neuer Local Mode für den PC-Client.




Inhaltsverzeichnis




Local Mode: Offline arbeiten wie in klassischer Desktop-Software

Bisher war eufyMake Studio stark auf eine aktive Internetverbindung angewiesen. Das ändert sich mit dem neuen Local Mode grundlegend: Projekte werden nun direkt auf dem Computer als .empf-Dateien gespeichert, vergleichbar mit dem PSD-Format in Adobe Photoshop. Das bedeutet, dass Layout und Bearbeitungsstand erhalten bleiben und jederzeit wieder geöffnet werden können.

Praktisch relevant sind vor allem die klassischen Tastenkürzel: Cmd/Ctrl+S speichert sofort, Cmd/Ctrl+Shift+S legt eine neue Version an, ohne das Original zu überschreiben. Hinzu kommt eine automatische Absturzsicherung, die beim nächsten Programmstart den zuletzt gespeicherten Zustand wiederherstellt. Wichtig zu verstehen: Local Mode und Offline Mode sind zwei verschiedene Konzepte. Man kann lokale Dateien nutzen und gleichzeitig online sein, um Cloud-KI-Funktionen zu verwenden, oder vollständig offline arbeiten.

Laut Hersteller-Pressemeldung ist der Local Mode zunächst ausschließlich im PC-Client verfügbar. Der Zugriff erfolgt über das Datei-Menü in der oberen Menüleiste oder per Tastenkürzel.




Konturerkennung und Batch-Fill für unregelmäßige Objekte

Die Konturerkennung (Contour Recognition) ist die wohl auffälligste Neuerung dieses Releases. Bisher mussten Nutzer bei unregelmäßig geformten Objekten wie Handyhüllen mit Aussparungen, Natursteinen oder individuell geformten Untersetzern manuell maskieren, bevor ein Design aufgebracht werden konnte. Jetzt genügt es, die Objekte auf die Druckplattform zu legen und ein Foto zu machen. Das System erkennt automatisch die Außenkontur jedes Objekts.

Mit einem Klick lässt sich das Design anschließend auf alle identischen Formen gleichzeitig anwenden, inklusive automatischer Skalierung und Rotation. Die erkannten Konturen können nachträglich mit Pinsel-Werkzeugen, einer intelligenten Auswahl oder einem Offset-Regler von -5 mm bis +5 mm feinjustiert werden. Zwei Füllmodi stehen zur Wahl: Das Design wird entweder vollständig innerhalb der Form platziert oder so zugeschnitten, dass es die gesamte Fläche abdeckt. Für Batch-Aufträge mit vielen identischen Teilen bedeutet das eine erhebliche Zeitersparnis.




Verbessertes Design-Alignment ohne Vollkalibrierung

Präzise Ausrichtung zwischen dem am Bildschirm entworfenen Design und dem gedruckten Ergebnis ist besonders bei Serienaufträgen kritisch. Das Update erlaubt nun die direkte Eingabe von X- und Y-Offset-Werten, ohne jedes Mal eine vollständige Kalibrierung durchlaufen zu müssen. Wer seine Offset-Werte bereits kennt, kann sie direkt eingeben und sofort mit dem Druck beginnen.

Die überarbeitete Benutzeroberfläche bietet drei Kalibrierungspfade: eine vollständige Erstkalibrierung für neue Nutzer, einen Sprung direkt zur Offset-Eingabe nach abgeschlossener Auto-Kalibrierung sowie die direkte Offset-Anpassung für erfahrene Anwender. Offset-Änderungen werden sofort übernommen, ohne den Kalibrierungsablauf neu starten zu müssen. Dieselbe Funktion steht laut Hersteller auch auf der Firmware-Seite zur Verfügung, um konsistente Ausrichtungsgenauigkeit über PC und Gerät hinweg sicherzustellen.




Individuelle Wartungsplanung und weitere Optimierungen

Neu ist außerdem die Custom Maintenance-Funktion: Bisher lief die automatische Wartung des Druckkopfs zu einem fest vorgegebenen Zeitpunkt, standardmäßig nachts. Jetzt können Nutzer selbst festlegen, wann die Wartung ausgeführt wird, und eine Vorab-Erinnerung einstellen. Das ist besonders für gewerbliche Nutzer mit unregelmäßigen Arbeitszeiten relevant.

Weitere Verbesserungen umfassen ein überarbeitetes KI-Algorithmus für die Hintergrundentfernung mit natürlicheren Kantenübergängen, Pop-up-Erinnerungen für ablaufende Tinten- und Reinigungspatronen sowie die Anzeige der tatsächlich gemessenen Objekthöhe während des Druckablaufs. Letzteres hilft, höhenbezogene Fehler zu erkennen, bevor der Druck startet. Auch der AP-Modus (Access Point, also die direkte Geräteverbindung ohne Router) wurde in Verbindungs-Stabilität und Einrichtungsablauf verbessert. Auf der Firmware-Seite kommt eine Echtzeit-Umgebungstemperaturüberwachung hinzu, und der Hochtemperatur-Schwellenwert des Druckkopfs wurde neu kalibriert.




Preis und Verfügbarkeit

Das Update ist kostenlos und steht allen Nutzern von eufyMake Studio zur Verfügung. Die Desktop-Version 2.7.0.6 sowie die Firmware 3.3.12 werden per OTA ausgeliefert. Die Mobile-App-Versionen sind im Apple App Store und im Google Play Store erhältlich. Ein offizieller Preis für das Update entfällt, da es sich um ein Software-Update für bestehende eufyMake-Gerätebesitzer handelt. Informationen zum Gerät selbst finden sich direkt auf der AnkerMake-Website.

Passende kuratierte Affiliate-Links für dieses reine Software-Update liegen nicht vor, da kein Hardware-Kauf erforderlich ist.




Alternativen und vergleichbare Produkte

Wer Software-gestützte Drucklösungen mit ähnlichem Workflow-Fokus sucht, findet auf dem Markt einige Alternativen, die in verwandten Segmenten aktiv sind:


  • ideaMaker von Raise3D: Die kostenlose Slicer-Software von Raise3D richtet sich klar an professionelle und industrielle Nutzer. Stärken liegen in der stabilen Offline-Nutzung, umfangreichen Druckprofilen und der Integration in Raise3D-Drucker. Für reine Tintendruck-Workflows ist sie nicht ausgelegt, bietet aber als Desktop-Software eine ausgereifte lokale Projektverwaltung. Mehr zur AnkerMake-Plattform in unserem Überblick.

  • MakerBot CloudPrint: MakerBot setzt mit CloudPrint auf eine hybride Cloud-Desktop-Lösung, die ebenfalls lokale Projektspeicherung und Remote-Monitoring kombiniert. Die Software ist auf FDM-Druck ausgerichtet und weniger auf Tintendruck, zeigt aber, wie etablierte Hersteller den Spagat zwischen Cloud-Abhängigkeit und lokalem Arbeiten lösen.

  • Qidi Print von Qidi Tech: Qidi Tech bietet mit Qidi Print eine auf Bambu Studio basierende Slicer-Software, die vollständig offline funktioniert und keine Cloud-Anbindung voraussetzt. Für Nutzer, denen lokale Datensouveränität wichtig ist, ist das ein relevanter Vergleichspunkt, auch wenn der Anwendungsfall (FDM statt Tintendruck) ein anderer ist.




Aktueller Status und Markterwartung

Das April-Release von eufyMake Studio zeigt, dass AnkerMake die eufyMake-Plattform konsequent weiterentwickelt und dabei konkret auf Nutzerfeedback reagiert. Die Einführung des Local Mode adressiert einen der häufigsten Kritikpunkte an cloudbasierten Kreativ-Werkzeugen: die Abhängigkeit von einer stabilen Internetverbindung. Dass .empf-Dateien direkt per Doppelklick geöffnet werden können, macht die Software im Alltag deutlich zugänglicher.

Die Konturerkennung mit Batch-Fill ist besonders für kleine Serienfertiger und Personalisierungsdienstleister interessant, die regelmäßig viele gleichartige Objekte bedrucken. Ob die Erkennungsgenauigkeit in der Praxis auch bei komplexen Formen zuverlässig funktioniert, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. AnkerMake hat angekündigt, weitere Verbesserungen auf Basis von Nutzerfeedback zu folgen. Laut Hersteller-Meldung ist ein „What's Coming Next"-Abschnitt Teil des regulären Release-Zyklus.




Stimmen aus der Community und erste Einschätzungen

In der Reddit-Community rund um AnkerMake und eufyMake Studio zeigt sich ein gemischtes Bild. Während der allgemeine Tenor gegenüber der Plattform grundsätzlich offen ist, etwa in Diskussionen auf r/gadgets und r/technology rund um den EufyMake E1 –, häufen sich in technischen Subreddits konkrete Fragen und Problemberichte zur Software. So schildern Nutzer auf r/AnkerMake Schwierigkeiten beim Einbinden von G-Code aus Drittslicern, was auf Lücken im Workflow hinweist, die das April-Update zumindest teilweise adressieren soll.

Ob der neue Local Mode und die Konturerkennung die in der Community geäußerten Kritikpunkte, fehlende Offline-Funktionalität, unklare Projektstruktur, tatsächlich lösen, bleibt abzuwarten. Die bisherigen Diskussionen deuten darauf hin, dass viele Nutzer pragmatische Verbesserungen im Alltag erwarten, weniger neue Funktionen auf dem Papier. Eine breitere Einschätzung des April-8-Updates zeichnet sich in den öffentlichen Foren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht ab.




Persönliches Fazit

Aus meiner Sicht ist der Local Mode die wichtigste Neuerung dieses Updates. In der Praxis bei Kunden, die mit kreativem Tintendruck arbeiten, ist die Abhängigkeit von Cloud-Verbindungen immer wieder ein Reibungspunkt, besonders wenn Projekte schnell gespeichert oder in verschiedenen Versionen verwaltet werden müssen. Dass AnkerMake hier das vertraute Cmd/Ctrl+S-Paradigma übernimmt, ist ein pragmatischer Schritt in die richtige Richtung.

Die Konturerkennung klingt auf dem Papier überzeugend, und für Batch-Aufträge mit unregelmäßigen Objekten wäre das ein echter Zeitgewinn. Ich würde allerdings abwarten, wie robust die automatische Erkennung bei wirklich komplexen Formen in der Praxis ist. Der Offset-Regler von -5 mm bis +5 mm zur Nachkorrektur ist ein gutes Sicherheitsnetz. Insgesamt wirkt dieses Release wie ein solides, praxisorientiertes Update ohne große Marketingversprechen, was ich positiv bewerte.

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