Zaxe stellt Z4 3D Drucker mit IDEX- und Multicolor Konzept vor
- Sascha Surbanoski

- 3. Apr.
- 2 Min. Lesezeit

Der türkische 3D-Druckerhersteller Zaxe hat mit dem Zaxe Z4 ein neues Druckermodell angekündigt, das auf ein modernes IDEX-System (Independent Dual Extruder) setzt. Obwohl das Unternehmen international noch relativ wenig bekannt ist, verfolgt es mit diesem Gerät ein ambitioniertes Konzept für effizienten Multicolor- und Multimaterial 3D Druck.
Der Drucker soll insbesondere durch eine neue Architektur namens IDEX 2.0 überzeugen, bei der zwei unabhängige Druckköpfe synchron arbeiten. Ziel ist es, typische Einschränkungen herkömmlicher Dual-Extruder-Systeme zu reduzieren und gleichzeitig die Produktivität zu steigern.
Inhaltsverzeichnis
IDEX-System mit erweiterten Druckmodi
Ein zentrales Merkmal des Z4 ist das IDEX-System mit zwei unabhängig beweglichen Druckköpfen. Dadurch werden klassische Funktionen moderner Dual-Extruder-Drucker unterstützt, darunter:
Duplicate Mode – gleichzeitiges Drucken zweier identischer Bauteile
Mirror Mode – paralleles Drucken spiegelverkehrter Modelle
Multimaterial- und Multicolor-Druck mit optimierten Wechselprozessen
Beim Multicolor-Druck kann ein Druckkopf bereits die nächste Farbe vorbereiten, während der andere weiterdruckt. Dieses Verfahren soll typische Pausen beim Filamentwechsel reduzieren und gleichzeitig den Materialverbrauch senken.
Multicolor-Workflow mit Filamentmanagement
Für komplexe Farbprojekte setzt der Hersteller auf ein modulares Filamentmanagement-System. Dieses wird gemeinsam mit einem Partnerunternehmen entwickelt und bietet mehrere automatisierte Funktionen.
Zu den wichtigsten Merkmalen gehören:
RFID-basierte Filamenterkennung
Aktive Filamenttrocknung
Vierkanal-System pro Einheit
Unterstützung mehrerer Module für bis zu 32 Farben
Das Konzept ähnelt bekannten Multimaterial-Systemen wie automatischen Filamentwechslern und soll vor allem bei großen oder farbintensiven Druckprojekten Zeit und Material sparen.
Technische Architektur und Druckleistung
Der Zaxe Z4 nutzt ein CoreXY-Bewegungssystem mit einer stabilen Aluminium-Gantry-Konstruktion. Diese Bauweise soll eine hohe Druckgeschwindigkeit und präzise Bewegungen ermöglichen.
Wichtige technische Spezifikationen:
Bauraum: 350 × 400 × 350 mm
Druckgeschwindigkeit: bis zu 700 mm/s
Beheizter Bauraum: bis ca. 60 °C
Hotend-Temperatur: bis 350 °C
Firmware: Klipper
Touchscreen: 7 Zoll
Der Drucker ist für eine breite Palette technischer Materialien ausgelegt, darunter:
PLA
PETG
ABS
ASA
Nylon
Kohlefaser- und Glasfaser-verstärkte Kunststoffe
TPU
PC
HIPS
PVA (Stützmaterial)
Diese Materialvielfalt richtet sich sowohl an professionelle Anwender als auch an industrielle Anwendungen.
Automatische Kalibrierung und KI-Überwachung
Ein weiteres technisches Highlight ist die sogenannte Independent Triple Z-Architektur. Dabei wird die Ausrichtung der Druckköpfe automatisch kalibriert, wodurch manuelle Justierungen reduziert werden sollen.
Zusätzlich verfügt der Drucker über:
Eine integrierte Kamera
Einen lokalen KI-Prozessor zur Fehlererkennung
Offline-Analyse ohne Internetverbindung
Alle Bilddaten werden lokal gespeichert, was insbesondere für sicherheitskritische oder industrielle Umgebungen relevant sein kann.
Marktstart und Finanzierung über Crowdfunding
Der Marktstart des Zaxe Z4 ist derzeit noch nicht offiziell bestätigt. Das Projekt soll voraussichtlich über eine Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform Kickstarter finanziert werden.
Bei solchen Projekten ist zu beachten, dass Unterstützer in der Regel die Entwicklung eines Produkts finanzieren und nicht zwingend ein fertiges Seriengerät erhalten. Liefertermine, technische Details und Funktionen können sich bis zur finalen Produktion noch ändern.
Fazit
Mit dem Zaxe Z4 präsentiert Zaxe ein technisch ambitioniertes Konzept für schnellen Multicolor- und Multimaterial-3D-Druck. Besonders das IDEX-System, die modulare Farbverwaltung und die automatisierte Kalibrierung zeigen, dass der Hersteller auf moderne Produktionsanforderungen abzielt.
Sollte das Gerät wie geplant umgesetzt werden, könnte es vor allem für professionelle Anwender und kleine Produktionsumgebungen interessant werden, die hohe Druckgeschwindigkeit, Materialvielfalt und effiziente Farbwechsel kombinieren möchten. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, wie sich das Projekt nach der Crowdfunding-Phase in der Praxis bewährt.



