Nikon AM erhält US Auftrag für Metalldrucker mit zwei Metern Bauhöhe

Nikon Advanced Manufacturing (Nikon AM) hat einen Auftrag des US Department of War (DOW) erhalten. Geliefert werden sollen mehrere angepasste Metall 3D Drucker für die Fertigung von Mittelteilen des Marschflugkörpers Tomahawk Land Attack Missile (TLAM). Die Systeme haben eine Bauhöhe von zwei Metern und basieren auf der großformatigen Plattform NXG E.
Inhaltsverzeichnis
Der Auftrag im Überblick
Der Vertrag umfasst mehrere Einheiten speziell entwickelter Nikon SLM Solutions Anlagen. Sie arbeiten mit dem Laser Powder Bed Fusion Verfahren (L-PBF). Dabei schmilzt ein Laser Metallpulver Schicht für Schicht zu einem festen Bauteil auf.
Nikon AM gab den Auftrag am 22. Oktober 2026 bekannt. Vergeben wurde er laut 3D Printing Industry über die Cornerstone Other Transaction Authority (COTA). Mit diesem Instrument finanziert das DOW strategische Projekte für die Rüstungsindustrie und ihre Lieferketten besonders schnell. Der Auftrag gehört zum Programm Industrial Base Analysis and Sustainment.
Nikon AM bezeichnet den Vertrag als grundlegend. Er sichert die Finanzierung für Entwicklung und Lieferung der Zwei Meter Systeme.
Fertigung in Long Beach
Das Programm läuft im Nikon AM Technology Center in Long Beach in Kalifornien. Dort sollen die Anlagen Prototypen herstellen und kritische Produktionskapazität hochfahren. Der Standort vereint L-PBF Maschinen mit Engineering, Produktion, Labor und Qualifizierung unter einem Dach.
Nach Angaben des Unternehmens gelten dort strenge Sicherheitsanforderungen für Kunden aus Luftfahrt und Verteidigung. In der Praxis bedeutet das: Wer solche Aufträge annimmt, braucht neben der Maschine auch einen abgesicherten Betrieb und nachvollziehbare Qualifizierung.
Großformatiger Metalldruck in der US Rüstung
Nikon AM verknüpft den Auftrag mit dem Ziel der USA, die Produktion taktischer Munition zu beschleunigen. Additive Fertigung soll Engpässe verringern und die heimische Kapazität erhöhen. CEO Hamid Zarringhalam sagt, man wolle die Produktionskapazität für TLAM und andere kritische Systeme schnell erweitern.
Die Nikon NXG Maschinen sind in der US Lieferkette bereits verbreitet. Laut dem Bericht bestellte HII Newport News Shipbuilding eine NXG 600E für die erste Anwendung dieser Art auf einer US Werft. Lockheed Martin setzt großformatige Nikon SLM Systeme in Grand Prairie in Texas ein. Beehive Industries orderte auf eigene Kosten mehrere NXG 600E. Sintavia investierte 25 Millionen US Dollar und nahm eine zweite NXG XII 600 in Betrieb.
Dazu kommen weitere Raketenprojekte. Lockheed Martin druckt Lenksektion und Leitwerke der Hyperschallrakete Mako und nennt die Lenksektion zehnmal schneller und zu einem Zehntel der Kosten gefertigt. ASTRO America wendet in der 9 Millionen Dollar schweren DART Initiative Pulverbettverfahren auf die Rakete Gray Wolf an.
Neu ist beim Tomahawk Auftrag die Finanzierung. Bisher kauften Unternehmen die Großanlagen selbst. Nun bezahlt das DOW die Kapazität direkt und bestellt Systeme, die auf Raketenmittelteile zugeschnitten sind. Wie ähnliche Vorhaben in Europa aussehen, zeigt etwa die geplante Fertigung großformatiger Metalldrucker von Fives AddUp in den USA. Auch bei Refraktärmetallen laufen Studien für Verteidigungsanwendungen.
Persönliches Fazit
Aus meiner Sicht zeigt der Auftrag vor allem, dass Bauraum zum knappen Gut wird. Zwei Meter Bauhöhe sind für Raketenstrukturen sinnvoll. Für die meisten Mittelständler sind sie zunächst irrelevant. Preise für die Systeme und Stückzahlen nennt die Meldung nicht. Ob die Qualifizierung so schnell gelingt wie versprochen, bleibt offen. Erfahrungsgemäß dauert sie bei Metallteilen oft länger als der Druck selbst. Interessant finde ich, dass die staatliche Finanzierung Maschinenkapazität schafft, die später auch zivile Branchen nutzen können.





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